Zum Inhalt springen

Carzig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. April 2026 um 15:54 Uhr durch imported>TaxonBot (Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Carzig
Gemeinde Fichtenhöhe
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(80)&title=Carzig 52° 28′ N, 14° 28′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(80) 52° 27′ 35″ N, 14° 27′ 35″ O
 {{#coordinates:52,459722222222|14,459722222222|primary
dim=10000 globe= name=Carzig region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 53 m
Fläche: 4,43 km²
Einwohner: 80 (2007)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 033602
Lage von Carzig in Brandenburg

Carzig ist ein Ortsteil der Gemeinde Fichtenhöhe im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland. Zusammengeschlossen mit vier weiteren Gemeinden werden die Amtsgeschäfte durch das Amt Seelow-Land getätigt.

Geschichte

14. bis 19. Jahrhundert

Carzig wurde 1324 erstmals urkundlich als Kartzk erwähnt. Der Name könnte sich aus dem slawischen karta ableiten, was so viel wie vom Wasser weggespülter Baum bedeutet. Bodenfunde der sogenannten Göritzer Kultur zeigen noch weit frühere Besiedlungsspuren. 1394 muss es bereits eine Dorfkirche gegeben haben, denn die Zuständigkeit der Pfarrkirche wechselte zu einer Filialkirche nach Niederjesar. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer, denn bereits 1405 war Carzig wieder Mutterkirche.<ref>Kirche Carzig, Webseite von Carzig, abgerufen am 6. Juli 2019.</ref> Das Gassendorf war seit Jahrhunderten von der Landwirtschaft geprägt. Aus dem Jahr 1427 ist die Existenz einer Wassermühle überliefert. 1600 wurde Carzig erneut Filialkirche, dieses Mal zu Podelzig gehörig. 1805 erschien Carzig als Adeliges Gut und Kolonie mit neun Köttern, zwei Einliegern, einer Schmiede sowie einer „entfernt liegenden“ Wassermühle. In Carzig lebten 88 Menschen in 15 Feuerstellen, die 10 Hufen Land bewirtschafteten.<ref name="Bratring">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Zweiter Band. Die Mittelmark und Ukermark enthaltend. VIII, 583 S., Berlin, Maurer, 1805 Online bei Google Books, S. 306</ref> In der Mitte des 19. Jahrhunderts lag das Kirchenpatronat bei Eugen von Burgsdorff.<ref>Einmal im Jahr Gottesdienst und kultureller Rahmen (Carzig), Artikel von Ines Rath, veröffentlicht am 20. März 2019 in der Märkischen Oderzeitung, Webseite des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, abgerufen am 6. Juli 2019.</ref> Auf sein Geheiß hin errichteten Handwerker auf einem Vorgängerbau eine neue Kirche in neogotischen Formen. Zu dieser Zeit lebten im Jahr 1864 im Ort 159 Menschen. Es kam zu einem bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung, der durch den Anschluss an die Bahnstrecke Eberswalde–Frankfurt (Oder) befördert wurde. 1871 erschien Karzig als Domänenamt im Verzeichnis des Königlich Statistischen Bureaus und wies 32 Haushalte sowie 174 Einwohner auf.<ref name="Gemeinden und Gutsbezirke1873">Königlich Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. II. Die Provinz Brandenburg. Verlag des Königlich Statistischen Bureau, Berlin 1873 Online bei Google Books, S. 130.</ref>

20. bis 21. Jahrhundert

1904 fanden Archäologen zahlreiche Gegenstände aus Silber, die sie auf das Jahr 1621 datieren konnten. Einige der Funde sind im Jahr 2019 im Gustav-Seitz-Museum in Müncheberg zu sehen. 1930 wurde das Rittergut mit 1444 Morgen Land aufgelöst und von einem Großbauern sowie zahlreichen Kleinbauern übernommen. Im Zweiten Weltkrieg war Carzig stark von der Schlacht um die Seelower Höhen betroffen. Der Ort wurde evakuiert, die Kirche vermutlich von deutschen Soldaten gesprengt. Der Ortsbürgermeister gab in Abstimmung mit der SMAD die Trümmer für den Wiederaufbau beschädigter Häuser frei und der Sakralbau verkam zu einer Ruine. Die Ländereien des ehemaligen Ritterguts wurden im Zuge der Bodenreform in Deutschland 1946 an Umsiedler und Neubauern verteilt. Seit 1953 wird der Ort seelsorgerisch von Mallnow betreut. Nach der Wende sank die Einwohnerzahl und erreichte am 31. Mai 1994 mit 64 Einwohnern ihren vorläufigen Tiefstand. Wenige Tage zuvor, am 28. Mai 1994 wurde der Betrieb der Bahnstrecke eingestellt.

Am 26. Oktober 2003 entstand die Gemeinde Fichtenhöhe durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Alt Mahlisch, Carzig und Niederjesar.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003</ref>

Einwohnerentwicklung

Jahr 1875 1890 1910 1925 1933 1946 2006
Einwohnerzahl<ref>Carzig im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> 160 143 120 175 131 134 88

Vorlage:ChartDirektEW

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Datei:Carzig, Kirche 1.jpg
Dorfkirche Carzig

Weblinks

Commons: Carzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Alt Mahlisch | Carzig | Niederjesar Vorlage:Klappleiste/Ende