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Sinkershausen

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Sinkershausen
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(302)&title=Sinkershausen 50° 48′ N, 8° 36′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(302) 50° 47′ 46″ N, 8° 35′ 57″ O
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Höhe: 253 (253–269) m ü. NHN
Fläche: 6,22 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 302 (31. Dez. 2024)<ref>Einwohnerzahlen In: Webauftritt der Stadt Gladenbach, abgerufen im März 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35075
Vorwahl: 06462
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Sinkershausen ist ein Dorf im Hessischen Hinterland und als solches ein Ortsteil der Stadtgemeinde Gladenbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie

Der Ort liegt im Gladenbacher Bergland und damit im Naturpark Lahn-Dill-Bergland im Tal der Allna. Der Hauptort Gladenbach liegt etwa 3,5 km südwestlich. Bis zur Neugliederung gehörte der Ort zum Landkreis Biedenkopf. Durch den Ort führt die Landesstraße 3288.

Geschichte

Datei:Kapelle Sinkershausen (1).jpg
Chorturmkirche

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Sinkershausen erfolgte unter dem Namen Synkershusin im Jahr 1271 in einer Urkunde der Deutschordensballei Hessen.<ref name="lagis" /> Ursprünglich soll der Ort „Bei den Häusern des Sindger“ geheißen haben. Die Chorturmkirche wurde im 13. Jahrhundert erbaut.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Sinkershausen:

„Sinkershausen (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt 12 St. von Gladenbach, hat 32 Häuser und 230 Einwohner, die außer 1 Katholiken evangelisch sind, so wie 2 Mahlmühlen. Sinkershausen ist bei seinem vortreflichen Acker- und Wiesenland doch ein total verarmtes Dorf, und durch eine frühere schlechte Gemeinde Verwaltung, so tief gesunken, daß sowohl die Gemeinde, als die Mehrheit der dasigen Einwohner für sich materiel konkurs sind. In der Nähe wurden erfolglose Versuche auf Steinkohlen gemacht.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Juli 1974 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz der Zusammenschluss der Stadt Gladenbach mit den Gemeinden Bellnhausen, Diedenshausen, Erdhausen, Friebertshausen, Frohnhausen b. Gladenbach, Kehlnbach, Mornshausen a. S., Rachelshausen, Römershausen, Rüchenbach, Sinkershausen, Weidenhausen und Weitershausen zu heutigen Stadt Gladenbach.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 21 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kernstadt Gladenbach wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 172 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Gladenmbach, abgerufen im Juli 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Sinkershausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Die Zugehörigkeit des Amtes Blankenstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>

Gerichte seit 1821

Die Rechtsprechung gibt im Jahr 1821 im Rahmen der Trennung von Justiz und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte über. „Landgericht Gladenbach“ war daher von 1821 bis zur Abtretung an Preußen im Jahr 1866 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Gladenbach. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Nach der Abtretung des Kreises Biedenkopf an Preußen infolge des Friedensvertrags vom 3. September 1866 zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen wurde der Landgerichtsbezirk Gladenbach preußisch.<ref>Art. 14 des Friedensvertrages zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreiche Preußen vom 3. September 1866 (Hess. Reg.Bl. S. 406–407http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10510194~SZ%3D412~doppelseitig%3D~LT%3DHess.%20Reg.Bl.%20S.%20406%E2%80%93407~PUR%3D)</ref> Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung im vormaligen Herzogtum Nassau und den vormals zum Großherzogtum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim vom 26. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1094–1103)</ref> Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Landgerichts in Amtsgericht Gladenbach. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Dillenburg und das Appellationsgericht Wiesbaden.<ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 26. Juni d. J. in dem vormaligen Herzogthum Nassau und den vormals Großherzoglich Hessischen Gebietstheilen, mit Ausschluß des Oberamtsbezirks Meisenheim, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 218–220http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D234~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20218%E2%80%93220~PUR%3D)</ref>

Vom 1. Oktober 1944<ref>Erlaß zur Änderung von Oberlandesgerichtsbezirken vom 20. Juli 1944 (RGBl. I S. 163)</ref> bis 1. Januar 1949<ref>Betrifft: Gerichtsorganisation (Änderung von Landgerichtsbezirken) vom 14. Dezember 1948. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1948 Nr. 52, S. 563, Punkt 728 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,4 MB]).</ref> gehörte das Amtsgericht Gladenbach zum Landgerichtsbezirk Limburg, danach aber wieder zum Landgerichtsbezirk Marburg. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Aufhebung des Amtsgerichts Gladenbach<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210-16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 6 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>, welches fortan nur noch als Zweigstelle des Amtsgerichts Biedenkopf fungierte.<ref>Betrifft: Gerichtsorganisation (Errichtung von Zweigstellen der Amtsgerichte) vom 1. Juli 1964. In: Der Hessische Minister Justiz (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1968 Nr. 28, S. 1037, Punkt 777: § 1 Abs. 5 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,8 MB]).)</ref> Am 1. November 2003 wurde diese Zweigstelle schließlich aufgelöst.<ref>Dritte Verordnung zur Anpassung gerichtsorganisatorischer Regelungen (Ändert GVBl. II 210–33; GVBl. II 210–86) vom 10. Oktober 2003. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2003 Nr. 16, S. 291, Artikel 1, Abs. 3) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 531 kB]). bezieht sich auf Anordnung über die Errichtung und Zuständigkeit von gerichtliche Zweigstellen (Ändert GVBl. II 210-33) vom 24. Mai 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 18, S. 539 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,6 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Sinkershausen 306 Einwohner. Darunter waren 6 (=2,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 54 Einwohner unter 18 Jahren, 126 zwischen 18 und 49, 60 zwischen 50 und 66 und 105 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 30 Paare ohne Kinder und 42 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 72 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1502: 008 Männer
• 1577: 011 Hausgesesse
• 1630: 010 Untertanen (3 dreispännige, 6 zweispännige Ackerleute, 1 Einläuftiger)
• 1742: 032 Haushalte
• 1791: 162 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 185 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 178 Einwohner, 26 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 230 Einwohner, 32 Häuser<ref name="GW" />
Sinkershausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
162
1800
  
185
1806
  
178
1829
  
230
1834
  
227
1840
  
259
1846
  
290
1852
  
284
1858
  
269
1864
  
244
1871
  
231
1875
  
225
1885
  
218
1895
  
223
1905
  
241
1910
  
261
1925
  
238
1939
  
239
1946
  
409
1950
  
407
1956
  
302
1961
  
288
1967
  
284
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
320
2006
  
300
2011
  
306
2015
  
307
2020
  
305
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS:<ref name="lagis" />; Ab 2000 Stadt Gladenbach (webarchiv)<ref name=EinwZ />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1829: 229 evangelische, ein römisch-katholischer Einwohner<ref name="GW" />
• 1885: 217 evangelische, 1 katholischer Einwohner
• 1961: 271 evangelische (= 94,10 %), 17 römisch-katholische (= 5,90 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

• 1867: Erwerbspersonen: 41 Landwirtschaft, 2 Verkehr, 1 Erziehung und Unterricht.<ref name="lagis" />
• 1961: Erwerbspersonen: 80 Land- und Forstwirtschaft, 59 produzierendes Gewerbe, 13 Handel und Verkehr, 16 Dienstleistungen und sonstiges.<ref name="lagis" />

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Commons: Sinkershausen (Gladenbach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Sinkershausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 189 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 201 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 244 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name=EinwZ> Einwohnerzahlen aus Webarchiv: 2004, 2006, 2010–2012, ab 2014 </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 68, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

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