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Amiblu

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Amiblu Holding GmbH
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Sitz Klagenfurt, OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich
Leitung Wolfgang Stangassinger, Regina Zorn, Tomas Andersson
Mitarbeiterzahl ~ 1800
Branche Bauzulieferer
Website www.amiblu.com
Stand: 2021
Datei:Amiblu logo R claim 300dpi.jpg
Logo Amiblu
Datei:HOBAS Trinkwassertank.jpg
Trinkwasserleitung in Pürgg, Österreich
Datei:HOBAS Pipe in Las Vegas.jpg
Hobas Pipe in Las Vegas, USA
Datei:HOBAS 3-m-Rohre.jpg
Hobas-3-m-Rohre

Die Amiblu Holding GmbH mit Sitz in Klagenfurt ist ein Hersteller von glasfaserverstärkten Kunststoffrohren; das Unternehmen ist 2017 aus einer Fusion von Hobas Europe (Teil des österreichischen Mischkonzerns Wietersdorfer) und Amiantit Europe (Teil der saudischen Amiantit Gruppe) hervorgegangen. Zusammen mit der Zentrale in Klagenfurt betreibt Amiblu Produktionsstätten in Deutschland, Spanien, Polen, Rumänien, Australien und Marokko. Amiblu beschäftigt rund 1800 Mitarbeiter. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Norwegen ist ein offiziell akkreditiertes Prüflabor für GFK-Rohre.<ref name="ÜU">Über uns. In: Hobas. Abgerufen am 20. Mai 2019.</ref>

Produkte

Amiblu produziert glasfaserverstärkte Kunststoffrohre mit Hilfe zweier Verfahren: Schleuder- und Wickelverfahren.<ref>Amiblu ist der weltweit größte Anbieter von GFK-Rohrsystemen und -Lösungen. In: Amiblu. Abgerufen am 5. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Durch diese beiden Verfahren können nicht nur kreisrunde, sondern auch nicht-kreisrunde (non circular, NC) Rohre, Formteile, Schächte, Behälter und Zubehör wie beispielsweise Kupplungen aus glasfaserverstärkten Kunststoff hergestellt werden. Die Produkte finden Einsatz als Trinkwasser-, Abwasser-, Be- und Entwässerungsleitungen, als Wasserkraftwerks-, Schutz- und Lüftungsleitungen; sie werden im Schachtbau, Hochwasserschutz und in verschiedenen industriellen Applikationen verwendet.<ref>Amiblu Anwendungen. In: Amiblu. Abgerufen am 5. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Verlegt werden können die Rohre im offenen Graben, grabenlos durch Vortrieb oder Relining, oberirdisch und im Wasser (Süß- oder Salzwasser).

Unternehmensgeschichte

In den 1950er Jahren suchte man in der Basler Stückfärberei nach einer Alternative zum traditionellen Färben von Stoffen. Gesplitterte und verfärbte Holzzylinder, um die die Stoffe gewickelt wurden, gefährdeten die Textilien. Entwickelt wurde ein Schleuderprozess für GFK, der bis dato hauptsächlich im Automobil-, Flugzeug- und Schiffbau eingesetzt wurde. Aufgrund der Korrosions- und Chemikalienbeständigkeit eignete sich das Material optimal für die gestellten Anforderungen. Schnell wurde erkannt, dass die Vorteile auch bei weiteren Anwendungen nützlich sein könnten, wie den Transport für Wasser. So entstand das Patent für geschleuderte GFK-Rohrsysteme.<ref>hobas.com. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 29. November 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.hobas.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> 1957 wurde daraufhin das Unternehmen Hobas in Basel gegründet, 1977 erwarb die Wietersdorfer Gruppe die Lizenz für die Rohrproduktion in Österreich und war ab dem Jahr 1984 zu 50 % an Hobas beteiligt. Seit 2011 ist Hobas im vollständigen Besitz der Wietersdorfer Gruppe.<ref name="ÜU" />

2016 verkündeten Wietersdorfer (Inhaber der Hobas Gruppe) und Amiantit Europe die Absicht eines Zusammenschlusses ihrer europäischen Aktivitäten. Amiblu wurde 2017 gegründet und vertreibt auch die Hobas Produkttechnologie; die beiden Aktionäre halten jeweils 50 % an der neu gegründeten Amiblu-Gruppe.<ref name="ÜU" /><ref>Plastic News Europe: Hobas, Amiantit complete European merger, 15. September 2017 (englisch)</ref>

Hobas Schleuderprozess und chemische Zusammensetzung

Die Produkte bestehen im Wesentlichen aus ungesättigten Polyesterharzen (UP), geschnittenen Glasfasern (GF) und mineralischen Verstärkungsstoffen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Centrifugal Casting, hobas.com (Memento vom 8. November 2011 im Internet Archive), abgerufen am 29. November 2011.</ref> In einer rotierenden Matrize wird das Rohr von außen nach innen aufgebaut. Nachdem das gesamte Material in die Matrize eingebracht wurde, wird die Rotationsgeschwindigkeit erhöht, wodurch die Rohstoffe mit einer Beschleunigung von bis zu 75 g (75-fache Erdbeschleunigung) gegen die Matrizenwand gepresst, entgast, verdichtet und ausgehärtet werden. Dieser Prozess ermöglicht es, die Wanddicke bei hoher Längsdruckfestigkeit durchgehend gleichmäßig zu gestalten. Die dreidimensionale chemische Verbindung des Harzes verhindert eine Verformung (Duroplast).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />GRP Material, hobas.com (Memento vom 8. November 2011 im Internet Archive), abgerufen am 29. November 2011.</ref>

Literatur

  • Peter Grombach, Klaus Haberer, Gerhard Merkl, Ernst U. Trueb: Handbuch der Wasserversorgungstechnik. Oldenbourg Industrieverlag, 1999, ISBN 978-3-8356-6394-7.
  • GWE EXTRA 2008 – Das Jubiläumsheft von GWF Wasser/Abwasser und GWF Gas/Erdgas zum 75-jährigen Jubiläum des Oldenbourg Verlags.
  • Karl Pahl: Wasserwirtschaft – Die Bedeutung der Wasserwirtschaft gestern, heute, morgen. Steffen Verlag, 2005, ISBN 3-937669-53-1.
  • Victor Vladimirov: "Vergleich der CO2-Emissionen bei grabenloser und offener Verlegung von Vortriebsrohren De 3000 für das Projekt Czajka, Warschau, Polen", in: GSTT – German Society for Trenchless Technology E.V.: "Informationen – Ökologie und Ökonomie", 1. Auflage, Books on Demand GmbH, 2012, ISBN 978-3-8448-2075-1.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />