Pallenis
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| Pallenis | ||||||||||||
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| Datei:Pallenis spinosa02.jpg
Stechendes Sternauge (Pallenis spinosa) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pallenis | ||||||||||||
| Cass. |
Pallenis ist eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa sechs Arten sind hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreitet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Pallenis-Arten sind Halbsträucher oder ausdauernde bzw. einjährige krautige Pflanzen. Die selbstständig aufrechten bis niederliegenden Sprossachsen sind unregelmäßig oder scheindichotom verzweigt und weich behaart.<ref name="w1985" />
Die wechselständig angeordneten Stängelblätter sind ungestielt und halbstängelumfassend. Die einfache, ganzrandige Blattspreite ist spatelförmig bis länglich und am oberen Ende gerundet bis spitz mit Stachelspitze.<ref name="w1985" />
Generative Merkmale
Die körbchenförmigen Blütenstände stehen endständig einzeln. Die Hülle ist breit glockenförmig bis breit tassenförmig. Die Hüllblätter stehen dachziegelig in ein bis drei Kreisen. Die äußeren Hüllblätter sind laubblattähnlich mit lederigem, strohfarbenem Grund, abstehend, spatelig, schmal länglich oder lanzettlich, ganzrandig mit gerundetem bis spitzem oberen Ende, das eine Stachel- oder stechender Dornspitze besitzt. Der Korbboden ist flach bis konkav. Die Spreublätter sind häutig, gekielt und umfassen die Röhrenblüten. In den Blütenkörben sind Zungen- und Röhrenblüten (= Scheibenblüten) vorhanden.<ref name="w1985" />
Die Zungenblüten sind weiblich und gelb und stehen aufrecht bis ausgebreitet in einer bis drei Reihen. Die dreieckige Blütenröhre ist schwach behaart. Die Zunge ist dreigelappt, länglich bis verkehrt-eiförmig; Staminodien sind sehr klein oder fehlen. Der Griffel ist zylindrisch und gegabelt. Ihre dicht borstig behaarten Achänen sind im Umriss entweder linsenförmig oder verkehrt-eiförmig, gelblich bis bräunlich und enthalten in der Epidermis Kristallsand. Der Pappus besteht aus winzigen, unregelmäßigen Schuppen.<ref name="w1985" />
Die Röhrenblüten sind zwittrig und in Röhre und Saum gegliedert. Die Blütenröhre ist bräunlich und annähernd zylindrisch. Der Saum ist gelb, gleichartig fünfgelappt. Die Staubbeutel sind schmal länglich, am Grund pfeilförmig. Der Griffel ist zylindrisch und gegabelt. Ihre Achänen sind gelblich bis bräunlich, unregelmäßig drei- bis viereckig bis annähernd zylindrisch und oft etwas zusammengedrückt. Der Pappus besteht aus dunkelbraunen bis farblosen, krönchenartig angeordneten, freien, an der Spitze geschwänzten bis unregelmäßig gesägtren Schuppen.<ref name="w1985" />
Alle Pallenis-Arten weisen niedrige Chromosomengrundzahlen auf, entweder x = 5 oder x = 6.<ref name="phyl" />
Systematik, Botanische Geschichte und Verbreitung
Die Gattung Pallenis wurde 1822 durch Alexandre Henri Gabriel de Cassini in Dictionnaire des Sciences Naturelles, 2. Auflage, 23, Seite 566 aufgestellt. Typusart ist Pallenis spinosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Cass.
Die Gattung Pallenis gehört zur Tribus Inuleae und umfasst sechs Arten.<ref name="Greuter1997" /><ref name="Med-Check2" /><ref name="Euro+Med" /> Ihre systematische Geschichte ist äußerst verwickelt. Wiklund typifizierte in den 1980er Jahren die Gattung Asteriscus mit Pallenis spinosa, so dass alle Arten der Gattung Pallenis zu Asteriscus umbenannt werden mussten, während die Arten der heutigen Gattung Asteriscus zu Bubonium oder Nauplius gestellt wurden. Gestützt auf eine frühere und damit gültige Typifizierung der Gattung Asteriscus mit Asteriscus aquaticus trennte Werner Greuter die Gattung Pallenis wieder von Asteriscus ab.<ref name="Greuter1997" />
Molekularbiologische Untersuchungen bestätigten bereits 2002 die Eigenständigkeit der Gattung Pallenis und belegten ihre Monophylie. Die nächstverwandte Gattung ist Asteriscus.<ref name="phyl" />
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Pallenis-Arten sind in Wüsten und Küstenzonen rund um das Mittelmeer bis in den Mittleren Osten verbreitet, sie ist dort häufig<ref name="phyl" />. Das Mannigfaltigkeitszentrum liegt in Nordafrika.<ref name="Med-Check2" /><ref name="Euro+Med" />
Die Gattung Pallenis kann in zwei Untergattungen untergliedert werden und enthält etwa sechs Arten:<ref name="Greuter1997" />
- Untergattung Pallenis:
- Pallenis cuspidata <templatestyles src="Person/styles.css" />Pomel: Heimat Maghreb (Algerien, Tunesien, Marokko).<ref name="Aurich1989" /><ref name="Euro+Med" />
- Pallenis cyrenaica <templatestyles src="Person/styles.css" />Alavi: Heimat Libyen.<ref name="Euro+Med" />
- Stechendes Sternauge (Pallenis spinosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Cass.)<ref name="Greuter1997" />: Sie ist im Mittelmeerraum verbreitet.
- Pallenis teknensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Dobignard & Jacquemoud) Greuter & Jury: Heimat Marokko.<ref name="Med-Check2" /><ref name="Euro+Med" />
- Untergattung Saulcya <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michon) Greuter
- Pallenis hierichuntica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michon) Greuter:<ref name="Med-Check2" /><ref name="Euro+Med" /><ref name="Teppner" />: Sie ist in Nordafrika und Vorderasien verbreitet – meist „Pallenis hierochuntica“ geschrieben.
- Küstenstrandstern (Pallenis maritima <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Greuter): Sie ist im Mittelmeerraum östlich bis Griechenland verbreitet.<ref name="Euro+Med" />
Einzelnachweise
<references> <ref name="Med-Check2"></ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Pallenis. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.</ref> <ref name="w1985"> Annette Wiklund: The genus Asteriscus (Asteraceae-Inuleae). In: Nordic Journal of Botany. Band 5, Nr. 4, 1985, S. 299–314, DOI:10.1111/j.1756-1051.1985.tb01658.x (als Asteriscus).</ref> <ref name="phyl"> Leslie R. Goertzen, Javier Francisco-Ortega, Arnoldo Santos-Guerra, Jeffrey P. Mower, C. Randal Linder, Robert K. Jansen: Molecular Systematics of the Asteriscus Alliance (Asteraceae: Inuleae) II: Combined Nuclear and Chloroplast Data In: Systematic Botany. Band 27, Nr. 4, 2002, S. 815–823, Abstract.</ref> <ref name="Aurich1989"> Ch. Aurich, Dieter Podlech: Zur Gliederung von Asteriscus spinosus (L.) Schultz Bip. sensu lato (Compositae). In: Mitteilungen der Botanischen Staatssammlung München. Band 28, 1989, S. 239–296, Digitalisat.</ref> <ref name="Greuter1997"> Werner Greuter: Save Asteriscus, sink Nauplius (Compositae) In: Flora Mediterranea. Band 7, 1997, S. 41–48, PDF-Datei.</ref> <ref name="Teppner"> Herwig Teppner: The correct name of Asteriscus hierichunticus (Asteraceae: Inuleae), a „False Rose of Jericho“. In: Phyton (Horn). Band 35, Nr. 1, 1995, S. 79–82 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; 1,1 MB; abgerufen am 20. April 2023]).</ref> </references>