Cheinitz
Cheinitz Stadt Kalbe (Milde)
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(90)&title=Cheinitz 52° 42′ N, 11° 15′ O
{{#coordinates:52,70336|11,25297|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Cheinitz | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 37 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,21 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 90 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 14 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1973 | |||||
| Eingemeindet nach: | Zethlingen | |||||
| Postleitzahl: | 39624 | |||||
| Vorwahl: | 039001 | |||||
Lage von Cheinitz in Sachsen-Anhalt
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Cheinitz ist ein Ortsteil der Ortschaft Zethlingen und der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Cheinitz, ein Rundplatzdorf mit Kirche ist als wendischer Rundling angelegt, der in dieser Form bis heute gut erhalten ist. Das Dorf liegt zwischen Apenburg, Zethlingen und Winterfeld in der Altmark an der Bundesstraße 71. Im Süden fließen die Untermilde (früher auch Obere Milde genannt) und der Moorgraben nach Osten in die Milde.<ref name="Top50CD" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Das Dorf Cheinitz wird erstmals 1370 urkundlich erwähnt als Markgraf Otto der Witwe des Busso von Alvensleben ein Leibgedinge in dem dorfe zu Cheinize verschreibt.<ref name="Riedel-17, S. 77" /> Weitere Erwähnungen sind 1397 cheinitz, 1506 Chonitze, 1687 Cheinitz<ref name="HOB-12"/> und 1804 Cheinitz, Dorf mit einem Zimmermann.<ref name="Bratring-1" /> Die Familien von Alvensleben und die von der Schulenburg hatten hier Einkünfte.<ref name="HOB-12"/>
Der Ort wurde noch um 1900 vom Postamt Kalbe betreut.
Nordwestlich des Dorfes an der Landesstraße 11 am Waldrand stand eine Abdeckerei. Noch im Jahre 1986 war dort der VEB Fleischkombinat Salzwedel Schlachthof, Notschlachtung Cheinitz aktiv.<ref name="HOB-12"/> Das Gelände gehört heute zu Apenburg und wird als Sportplatz genutzt.
Rundwall
Wilhelm Zahn zufolge könnte auf dem Wiesenterrain namens Borgstette 750 Meter südöstlich des Dorfes ein slawischer Rundwall gelegen haben. Auf Wüstungskarte 1680 ist die Stelle mit H. verzeichnet.<ref name="Zahn-Wüstungen" /> Paul Grimm beschrieb 1958 die Borgstellen im ehemals versumpften Gelände 300 Meter östlich der Südostecke des Dorfes. Bereits vor der Separation war das Gelände als Langstreifenflur eingeteilt.<ref name="Grimm-Burgwälle" />
Namensherkunft
Heinrich Sültmann deutet 1370 Cheinitze, 1506 Chonitze als wendisch, „goine, gain, gayn“ bedeutet „Gehölz, Hain“, in der gemeinsamen Bedeutung mit und „witze“ also „Haindorf“.<ref name="Mertens-Gardelegen" /><ref name="Sültmann 1931" />
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Kanton Groß Apenburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde ab 1816 zum Landkreis Salzwedel.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 1. August 1973 wurde Cheinitz in die Gemeinde Zethlingen eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Am 1. Januar 2011 wurde der Ortsteil Cheinitz der neu gebildeten Ortschaft Zethlingen und der Stadt Kalbe (Milde) zugeordnet.
Einwohnerentwicklung
|
|
|
|
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1971<ref name="HOB-12" /> und 2015 bis 2018<ref name="EW-Kalbe-2015-2018" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Cheinitz, die früher zur Pfarrei Zethlingen gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Kalbe-Kakerbeck im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Cheinitz stammen aus dem Jahre 1894, ältere Einträge sind bei Badel und Zethlingen zu finden.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Cheinitz ist ein im Kern mittelalterlicher (romanischer) Feldsteinsaal, der an der Südseite ein vermauertes Spitzbogenportal trägt. 1907 wurde ein quadratischer Westturm aus Backstein angebaut.<ref name="HOB-12"/> Portale und Rundbogenfenster stammen aus neuerer Zeit.
- Der Ortsfriedhof liegt im nördlichen Teil des Rundlings.
Wirtschaft und Infrastruktur
Es gibt einen Fahrzeughändler im Ort und etliche Windkraftanlagen einer Bremer Firma.
Sage aus Cheinitz
Aus der mündlichen Überlieferung berichten Kuhn und Schwartz im Jahre 1848 in einer Sage über eine Laus, die rechts des Weges von Apenburg und Cheinitz auf dem jetzt mit Tannen bewachsenen Lüsberg
{{#coordinates:52,70702|11,23368|
|dim=
|globe=
|name=Lüsberg
|region=DE-ST
|type=landmark
}} in Ketten gelegen habe. Sie sei zu einem benachbarten Teich zum Saufen gangen.<ref name ="Kuhn-Schwartz" /> Die Sage ähnelt der von der „Goldenen Laus“ in Bismark (Altmark).
Hanns H. F. Schmidt verlegt die Sage nördlich von Cheinitz auf den Badeler Berg
{{#coordinates:52,71765|11,24149|
|dim=
|globe=
|name=Badeler Berg
|region=DE-ST
|type=landmark
}}, damals Baadelscher Berg genannt. Dort stand noch 1850 eine Fichte, die sehr krumm nach entgegengesetzten Seiten gewachsen war. Der Sage nach waren dort eine Laus und ein Floh festgemacht worden. Die riesigen Insekten zogen und zerrten nach entgegengesetzten Seiten, um die Menschen zu erreichen, daher wuchs der Baum nicht gerade.<ref name="Schmidt-Sagen-T1" />
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Einheitsgemeinde Kalbe (Milde): Ortsteile. In: stadt-kalbe-milde.de.
- Cheinitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 30. Oktober 2022.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 339 (Digitalisat).</ref>
<ref name="EW-Kalbe-2015-2018">Einwohnermeldeamt der Stadt Kalbe (Milde): Einwohnerdaten zum 31.12. der Jahre 2015 bis 2018. 4. März 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Doreen Schulze: Geburten steigen, Sterbefälle sinken. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 12. Januar 2022, DNB 954815971, S. 19.</ref>
<ref name="EW-2023">Conny Kaiser: Kalbe verliert 69 Einwohner. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 16. Januar 2024, DNB 954815971, S. 20.</ref>
<ref name="Grimm-Burgwälle">Paul Grimm: Handbuch der vor- und frühgeschichtlichen Wall- und Wehranlagen. Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg (= Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte. Band 6). 1958, ZDB-ID 1410760-0, S. 401, Nr. 1139. (zitiert nach Rohrlach)</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Kuhn-Schwartz">Adalbert Kuhn, Wilhelm Schwartz: Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Pommern, der Mark, Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Westfalen. Leipzig 1848, Nr. 147 Der Lüsberg bei Cheinitz (Digitalisat).</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Mertens-Gardelegen">Franz Mertens: Heimatbuch des Kreises Gardelegen und seiner näheren Umgebung. Hrsg.: Rat des Kreises Gardelegen. Gardelegen 1956, DNB 1015184308, S. 213.</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Kalbe-Kakerbeck. Abgerufen am 30. Oktober 2022.</ref>
<ref name="Riedel-17, S. 77">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Schmidt-Sagen-T1">Hanns H. F. Schmidt: Das große Sagenbuch der Altmark. Teil 1 von A wie Abbendorf bis K wie Kläden. dr. ziethen verlag, Oschersleben 1994, ISBN 3-928703-40-4, S. 21, Laus und Floh.</ref>
<ref name="Sültmann 1931">Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Salzwedel (= Wochenblatt-Schriften. Folge IX.). 1931, DNB 362852693, S. 11.</ref>
<ref name="Top50CD">Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50.000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>
<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 300, Nr. 109 Burgstette bei Cheinitz (uni-jena.de).</ref> </references>
Ortschaften und Ortsteile: Altmersleben | Badel | Beese | Brunau | Brüchau | Butterhorst | Bühne | Cheinitz | Dolchau | Engersen | Faulenhorst | Güssefeld | Hagenau | Jeetze | Jeggeleben | Jemmeritz | Kahrstedt | Kakerbeck | Kalbe (Milde) | Karritz | Klein Engersen | Mehrin | Mösenthin | Neuendorf am Damm | Packebusch | Plathe | Sallenthin | Siepe | Thüritz | Vahrholz | Vienau | Vietzen | Wernstedt | Winkelstedt | Wustrewe | Zethlingen | Zierau – Wohnplätze: Alt Jemmeritz, Dammkrug, Feine Sache, Molkerei, Neu Wernstedt, Neue Mühle, Ziegelei Abbau Ader, Ziegelei Brüchau