Beesewege
Beesewege Stadt Bismark (Altmark)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(52)&title=Beesewege 52° 39′ N, 11° 37′ O
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| Höhe: | 46 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,7 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 52 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 14 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 2. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Garlipp | |||||
| Postleitzahlen: | 39606, 39629 | |||||
| Vorwahlen: | 039089, 039324 | |||||
Lage von Beesewege in Sachsen-Anhalt
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Beesewege gehört zur Ortschaft Hohenwulsch und ist ein Ortsteil der Stadt Bismark (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie
Beesewege, ein kurzes Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt 4½ Kilometer östlich der Stadt Bismark (Altmark) und 2 Kilometer südöstlich von Hohenwulsch in der Altmark am Beesegraben, einem Quellbach des Flüsschens Biese.
Nachbarorte sind Bismark (Altmark) im Westen, Arensberg und Hohenwulsch im Nordwesten, Friedrichsfleiß und Friedrichshof im Nordosten, Bülitz im Osten, Kläden im Südosten und Garlipp im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Im Jahr 1273 wurde das Dorf als ville Biswede in einer Urkunde erwähnt, als die Markgrafen Johann II., Otto IV. und Konrad an Dekan und Kapitel von St. Nikolaus in Stendal einen Teil des Dorfes verkauften.<ref name="Krabbo Regesten" /><ref name="Riedel-5 S.40" /> Am 16. August 1344 übergab Markgraf Ludwig, Rechte auf Einnahmen aus Biswede, die Nikolas von Bismarck ihm geschenkt hatte, an das Domkapitel von Stendal.<ref name="Riedel-5 S.94" /> 1345 heißt das Dorf Byssewolde.<ref name="Riedel-6 S.464" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Bysewede mit 15 Hufen aufgeführt.<ref name="Landbuch" /><ref name="Germania Sacra NF 49" /> Weitere Nennungen sind 1540 Bisewe, 1608 und 1687 Biesewege,<ref name="HOB-12" /> sowie 1804 Beesewege, Biesewege, ein Dorf mit zwei Leinewebern.<ref name="Bratring-1" />
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 24 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 354 Hektar, eine Kirchenbesitzung umfasste 1 Hektar Land.<ref name="HOB-12" />
Am 1. Mai 1958 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Gute Hoffnung“.<ref name="HOB-12 S.733" /><ref name="Pieper 2019" />
Andere Ersterwähnung
In einer Chronik des Ortes heißt es, die erste urkundliche Erwähnung geht auf den Bau der Kirche 1261/1262 zurück.<ref name="Pieper 2019" /><ref name="Kirchen-IV" /> Daher feierte das Dorf im Jahr 2011 sein 750-jähriges Jubiläum.<ref name="VS 2011" /> Um welche Urkunde es sich dabei handelt, ist nicht veröffentlicht worden.
Archäologie
Das Großsteingrab Beesewege aus der Jungsteinzeit liegt unweit des Ortes in südöstlicher Richtung. Johann Christoph Bekmann beschrieb es 1751.<ref name="Beckmann-1" /> Dessen Steine wurden 1870 für den Bau der Eisenbahnlinie Bremen–Berlin, der sogenannten Amerikalinie verwendet. Die Grabanlage wurde dadurch fast vollständig zerstört.<ref name="Bock 2006" />
Herkunft des Ortsnamens
Heinrich Sültmann führt die Ortsnamen 1375 bysewede, 1540 besewede, besewedhe zurück auf die Wörter „beese“ für „Binse“ und „wede“ für „Watt“, als eine „flache Stelle im Wasser“ und übersetzt den Namen zu „Furt am Beesegraben“.<ref name="Sültmann-1932" /><ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /> Andere meinen, der Ortsname bedeutet „Weide an der Beese“.<ref name="Kirchen-IV" />
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörte das Dorf zum Stendalischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Kanton Bismark im Distrikt Stendal auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />
Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Beesewege nach Garlipp eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />
Am 1. Juli 1973 wurde der Ortsteil Beesewege der Gemeinde Hohenwulsch zugeordnet.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Mit der Eingemeindung von Hohenwulsch in Bismark (Altmark) am 1. Januar 2010 wurde Beesewege schließlich ein Ortsteil von Bismark (Altmark).<ref name="AB SDL 2009-17" />
Einwohnerentwicklung
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| Jahr | 1895 | 1905 |
|---|---|---|
| Dorf Beesewege | 143 | 128 |
| Jakobsche Dampfziegelei | 6 | 5 |
| Neubauersche Dampfziegelei | 4 | 2 |
| Mühle | 5 |
Quelle, wenn nicht angegeben bis 1946:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Beesewege, die früher zur Pfarrei Garlipp bei Bismark gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Garlipp im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Beesewege stammen aus dem Jahre 1868, ältere Einträge bei Garlipp ab 1674<ref name="Machholz" /> oder 1703.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Dorfkirche
Die evangelische Dorfkirche Beesewege, eine frühgotische Saalkirche mit Westquerturm, wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts als Feldsteinbau errichtet.<ref name="Altmarkkirchen" /> Das Turmuntergeschoss ist mit einem querliegenden Tonnengewölbe geschlossen. Ein spitzbogiges Portal erschließt das Bauwerk auf der Südseite. An der Ostseite sind noch Fensteröffnungen in der bauzeitlichen Form erhalten, die übrigen wurden im 19. Jahrhundert neugotisch vergrößert. Die Innenausstattung, Altar, Kanzel, Gestühl und Empore stammen aus dem 19. Jahrhundert, die Orgel etwa aus dem Jahre 1900.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /> Die Glocke von 1572 wurde vor Ende des Ersten Weltkrieges eingeschmolzen, die zweite, 1923 in Apolda gegossene Glocke, musste zum Ende des Zweiten Weltkrieges entfernt werden,<ref name="Kirchen-IV" /> kam aber zurück und steht heute vor der Kirche.<ref name="Pieper 2019" /> 2001 wurde in Lauchhammer eine neue Bronzeglocke gegossen, die „Heilige Elisabeth“.<ref name="Altmarkkirchen" />
Umgebung
- Die Kirche steht auf dem Ortsfriedhof, der mit einer Feldsteinmauer umgeben ist.
- Im Dorf steht ein Postmeilenstein, der als Kleindenkmal ausgewiesen ist.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref><ref name="Pieper 2019" />
Verkehr
Das Dorf ist über die Kreisstraße K 1079, eine im Ort endende Stichstraße, an das Straßennetz angebunden. Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Fahrplan der Linie 932. In: stendalbus.de. Abgerufen am 3. November 2021.</ref>
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark): Hohenwulsch, Beesewege, Friedrichsfleiß und Friedrichshof. In: stadt-bismark.de. 4. Dezember 2019.
- Beesewege im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF).</ref>
<ref name="AB SDL 2009-17">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag Einheitsgemeinde Stadt Bismark. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 17, 12. August 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 192–201 (landkreis-stendal.de [PDF; 7,0 MB; abgerufen am 30. Oktober 2021]).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Beckmann-1">Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Band 1. Berlin 1751, 1. Band, 2. Teil, II. Kapitel, Spalte 348 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 31. Oktober 2021.</ref>
<ref name="Bock 2006">Hartmut Bock, Barbara Fritsch, Lothar Mittag: Großsteingräber der Altmark. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle (Saale) 2006, ISBN 3-8062-2091-3, S. 42–43.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 257 (Digitalisat).</ref>
<ref name="EW-2021">Axel Junker: Positive Tendenz bei Umzügen. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 14. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 18.</ref>
<ref name="EW-2022">Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.</ref>
<ref name="EW-2023">Axel Junker: Bismark verliert weiter Einwohner. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker (E-Paper). 13. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 20.</ref>
<ref name="Germania Sacra NF 49">Christian Popp: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Halberstadt 1. Das Stift St. Nikolaus in Stendal (= Germania Sacra, Neue Folge. Band 49). S. 160–162 (Digitalisat).</ref>
<ref name="HP 2017">Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark): Hohenwulsch, Beesewege, Friedrichsfleiß und Friedrichshof. In: stadt-bismark.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Oktober 2017; abgerufen am 3. November 2021.</ref>
<ref name="HP">Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark): Hohenwulsch, Beesewege, Friedrichsfleiß und Friedrichshof. In: stadt-bismark.de. 4. Dezember 2019, abgerufen am 3. November 2021.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Einheitsgemeinde Bismark (Altmark), §15 Ortschaftsverfassung. 31. Oktober 2018, abgerufen am 30. Oktober 2021.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="HOB-12 S.733">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Kirchen-IV">Gudrun Walinda: Kirchen in der Altmark. Ausflüge zu steinernen Zeugen der Geschichte. Hrsg.: Landkreis Stendal, Amt für Wirtschaftsförderung. IV. Region Bismark, Kläden, Stendal, Mittlere Uchte, 1996, S. 24–25.</ref>
<ref name="Krabbo Regesten">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung Verlag=Duncker & Humblot. Leipzig 1910, S. 262–263, Nr. 1048 (Online).</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Stendal">Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 16–17.</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 312.</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Garlipp. In: ekmd.de. Abgerufen am 28. Juli 2024.</ref>
<ref name="Pieper 2019">Renate Pieper: Geschichtliches aus 39 Orten der Einheitsgemeinde Stadt Bismark (Altmark). Bismark 2019, S. 30–34, Beesewege.</ref>
<ref name="Riedel-5 S.40">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-5 S.94">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-6 S.464">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Sültmann-1932">nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.</ref>
<ref name="VS 2011">Kristin Schröder: 750-Jahrfeier in Beesewege mit Festumzug, Landtechnikschau und Disko. In: Volksstimme Magdeburg. 22. August 2011 (volksstimme.de [abgerufen am 3. November 2021]).</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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