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Irnsing

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Irnsing
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Einwohner: 630 (1. Jan. 2024)<ref>Einwohnerzahlen: Neustadt an der Donau. Abgerufen am 15. März 2025.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1978
Postleitzahl: 93333
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Irnsing ist ein Gemeindeteil von Neustadt an der Donau im Landkreis Kelheim in Niederbayern.

Lage

Das Kirchdorf liegt in einem Steilhang des nördlichen Donauufers gegenüber der Stadt Neustadt. Während der untere Teil des Ortes noch an den Altwassern der Donau liegt, befindet sich der obere Teil bereits auf den Anhöhen des hier beginnenden Jura. Regensburg ist in östlicher Richtung etwa 45 km, Ingolstadt in westlicher 30 km entfernt. München liegt ungefähr 95 km südlich des Ortes.

Geschichte

Zum ersten Mal wurde der Ort im Jahre 900 als „Eringisingun“ erwähnt, dies bedeutet bei den Angehörigen des „Eringis“. „Eringisingun in pago Kelescove“ war im Kelsgau und in der Grafschaft des ersten Wittelsbacher Otto I. von Scheyern gelegen.<ref name="Freilinger"> Hubert Freilinger, Historischer Atlas von Bayern, Heft 46, S. 297–298, Hrsg. Kommission für bayerische Landesgeschichte München, 1977</ref> Die zweite urkundliche Erwähnung folgte 1012, als der im nahen Bad Abbach geborene König Heinrich II., wie schon zuvor die Ortschaft Pförring, den Ort seinem neu gegründeten Bistum Bamberg mit allem Zubehör schenkte.<ref name="Freilinger"/>

Irnsing war über die Jahrhunderte Sitz eines adeligen Hauses sowie eine eigenständige Hofmark, zu der eine stark befestigte Burg gehörte.<ref name="Hompage Neustadt"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage Stadt Neustadt (Memento vom 7. Februar 2009 im Internet Archive)</ref> Die Herren von Irnsing, welche sich nach „Irensingen“ und „Pferingen“ (Pförring) benannten, sind urkundlich von 1109 bis 1470 nachweisbar.<ref name="Freilinger"/> Auf die „Irnsinger-Pförringer“ folgte das ritterbürtige Geschlecht der Prantl.<ref name="Freilinger"/> Durch Heirat der Witwe des Hofoberrichters Franz Adam Prantl gelangte der Besitz um 1690 an Marquard Ludwig Ferdinand Freiherr von Nothaft.<ref name="Freilinger"/> Nach dessen Tod ging der Güterkomplex auf die Cammerloher von Weiching über, welche die Niedergerichtbarkeit auch über den Ort Hienheim ausübten.<ref name="Freilinger"/> Unter Josef Freiherr von Speidel von Adlerskron, der Erbe des 1774 verstorbenen Marquard Eustachius von Cammerloher, gingen die Gerichtsbefugnisse kurzfristig an die Gerichte Kelheim und Neustadt verloren.<ref name="Freilinger"/> 1783 erwarb der Kämmerer und Pfleger von Mindelheim, Reichsfreiherr von Lerchenfeld, die Sitze Irnsing und Hienheim und erhielt damit die damit verbundenen Jurisdiktionsbefugnisse zurück.<ref name="Freilinger"/> Durch Vermählung mit Anna Reichsfreiin von Lerchenfeld ging der Besitz an Major Joseph Freiherrn von Schleich über, welcher im Russlandfeldzug von 1812 in russische Kriegsgefangenschaft geraten war.<ref name="Freilinger"/> Im Jahre 1822 kaufte der königliche Kämmerer Franz Freiherr von Gruben die Hofmark Irnsing. Bis zur Aufhebung der gutsherrlichen Gerichtsbarkeit im Jahre 1848 blieb sie in seinem Besitz.<ref name="Freilinger"/>

Die Burg Irnsing wurde im 17. Jahrhundert abgetragen und an deren Stelle die jetzige Dorfkirche errichtet. Durch Umbau des danebenstehenden Sedelhofes entstand das Schloss Irnsing, welches heute noch als stattliches dreigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach die Silhouette des Ortes überragt. Die Burgumfassungsmauern sind im unteren Teil des Kirchenhügels noch erhalten.

Eine nordöstlich auf einer Anhöhe unmittelbar an der Donau gelegene, etwa drei Hektar große Wallanlage, die so genannte Bürg oder Irnsinger Römerschanze wurde lange Zeit für die Überreste eines Römerkastells gehalten. Die Reichs-Limeskommission fand im Rahmen von Grabungen jedoch keinen einzigen Hinweis auf einen römischen Ursprung und vermutete, dass die Bürg eine Fliehburg gegen die Ungarn aus dem 9. oder 10. Jahrhundert darstellt. Wegen der Mörtelung der im Inneren des Walles vorgefundenen Mauer wird die Anlage derzeit in das beginnende Hochmittelalter datiert; ferner wird, weil die Befestigung bis auf Donauniveau hinabreicht, auf die Möglichkeit der Nutzung als Hafenanlage hingewiesen.<ref>Boos/Schmotz, Vorträge 30. Niederbayerischer Archäologentag, Seite 172, Verlag Marie Leidorf GmbH 2012</ref>

Im ausgehenden Mittelalter war Irnsing für seinen Weinanbau bekannt. Terrassenförmig angelegte Felder in den Donauhängen und Flurbezeichnungen erinnern noch daran.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage des Ortes (Memento vom 25. November 2010 im Internet Archive)</ref>

Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde in die Stadt Neustadt an der Donau eingegliedert.<ref> </ref>

Kirche

Die Expositurkirche Mariä Geburt<ref>Eduard Albrecht: Kirchenführer. Die Kirche Maria Geburt zu Irnsing. Stadt Neustadt an der Donau</ref> entstand im frühgotischen Stil und wurde im 18. Jahrhundert mit barocken Elementen versehen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Dorf beheimatet einige Handwerksbetriebe, ist ansonsten jedoch stark land- und forstwirtschaftlich geprägt. In den vergangenen Jahren wurden Wohngebiete ausgewiesen.

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Commons: Irnsing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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