Max Berk
Max Berk (* 14. November 1907; † 31. März 1993 in Mannheim) war ein deutscher Fußballspieler und Gründer des Modeunternehmens Betty Barclay.
Werdegang
In den 1920er und 1930er Jahren war Berk als Fußballspieler erfolgreich. In der Mannschaft des VfR Mannheim gewann der Stürmer an der Seite von Sepp Herberger elf Mal die badische Landesmeisterschaft und wurde 1925 Süddeutscher Meister.<ref name=":2">Gunhild Freese: Der sanfte Diktator. In: Die Zeit. 24. Mai 1974, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 28. April 2024]).</ref><ref name=":3">Max Berk, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. April 1993.</ref> Mit Hannover 96 wurde er 1935 Meister der Gauliga Niedersachsen.<ref name=":2" />
Im Juli 1938 konnte Max Berk im Zuge der „Arisierung“ günstig die Mannheimer Wäschefabrik Eppstein & Gerstle kaufen, in der er selbst Lehrling gewesen war.<ref name=":0">Betty Barclay - Geschichte. In: bettybarclay.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Januar 2016; abgerufen am 28. April 2024.</ref><ref>ausgeplündert – deportiert – ermordet. In: Rhein-Neckar-Industriekultur e.V. 13. Oktober 2020, abgerufen am 28. April 2024.</ref> Stiller Gesellschafter wurde der Dozent Walter Schmidt aus Heidelberg, Nachfolger des entlassenen jüdischen Arztes Albert Fraenkel.<ref>Eppstein & Gerstle, Wäschefabrik Mannheim, Käufer: Max Berk Heidelberg. In: landesarchiv-bw.de. 1938, abgerufen am 29. April 2024.</ref> In einem Schreiben des Kreiswirtschaftsberaters der NSDAP Baden vom 15. Dezember 1938 heißt es dazu: „In der Anlage lege ich einen Kaufvertrag vor, wonach das Grundstück Band 172 Blatt 17 in Mannheim D 7,1 aus jüdischem Besitz an den Kaufmann Max Berk in Mannheim übergehen soll. Es handelt sich dabei um einen Nachtrag zu der Arisierung der jüdischen Firma Eppstein u. Gerstle, die Herr Berk im Juli d.J. vorgenommen hat.“<ref name=":4">Zwang, Siegbert, Kaufmann in Chikago früher Mannheim und Martin Mayer, Kaufmann in Mannheim, Käufer: Max Berk, Kaufmann in Mannheim, Lagerbuch-Nr. 2458 Mannheim. In: landesarchiv-bw.de. 1939, abgerufen am 28. April 2024.</ref> Berk gab damals an, NSDAP-Mitglied zu sein.<ref name=":4" />
Max Berk stellte die Produktion auf Damenbekleidung um.<ref name=":02">Betty Barclay - Geschichte. In: bettybarclay.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Januar 2016; abgerufen am 28. April 2024.</ref> 1945 lancierte er in Heidelberg eine Damenkollektion unter dem Namen Berk. 1955 reiste Berk in die USA und stieß dort auf die Werbefigur Betty Barclay, eine junge Frau mit Pferdeschwanz und Petticoat.<ref name=":2" /> Berk kaufte von der US-amerikanischen Jonathan-Logan-Gruppe die Vertriebsrechte für Europa an der Marke Betty Barclay<ref name=":1">Betty Barclay. In: wer-zu-wem.de. Abgerufen am 28. April 2024.</ref> und gründete die Betty Barclay Kleiderfabrik GmbH in Heidelberg.<ref name=":02" /> 1982 zog er sich aus der Geschäftsführung zurück und übergab sie an seinen Schwiegersohn Jürgen H. Winter.<ref name=":03">Betty Barclay - Geschichte. In: bettybarclay.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Januar 2016; abgerufen am 28. April 2024.</ref>
1978 kaufte Berk in Ziegelhausen eine Kirche und eröffnete darin das Museum Textilsammlung Max Berk, das seit 2002 zum Kurpfälzischen Museum Heidelberg gehört.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Textilsammlung Max Berk ( vom 10. Juli 2018 im Internet Archive) museum-heidelberg.de, abgerufen am 28. April 2024.</ref>
Max Berk war langjähriger Vorsitzender und Präsident des Tennis-Club Schwarz-Gelb Heidelberg. Er baute für den Club Anfang der 1950er Jahre unter anderem die erste reine Tennishalle Deutschlands.<ref name=":3" />
Max Berk starb am 31. März 1993 in Mannheim.
Ehrungen
- 1952: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
- 1966: Ehrenbürger der Gemeinde Nußloch<ref>Zur Erinnerung an Max Berk – Ehrenbürger der Gemeinde Nußloch. In: leimenblog.de. 17. November 2017, abgerufen am 28. April 2024.</ref>
- 1977: Verdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
- 1993: Richard-Benz-Medaille für Kunst und Wissenschaft
- Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Große Universitätsmedaille der Universität Heidelberg
Einzelnachweise
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Berk, Max |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer und Fußballspieler |
| GEBURTSDATUM | 14. November 1907 |
| STERBEDATUM | 31. März 1993 |
| STERBEORT | Mannheim |
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- Unternehmer (Baden-Württemberg)
- Fußballspieler (VfR Mannheim)
- Fußballspieler (Hannover 96)
- NSDAP-Mitglied
- Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Ehrensenator der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Ehrenbürger im Rhein-Neckar-Kreis
- Deutscher
- Geboren 1907
- Gestorben 1993
- Mann