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Christoph Leitl

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Christoph Leitl (2016)
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Leitl empfängt den russischen Präsidenten, Wladimir Putin und eine russische Wirtschaftsdelegation in der Wirtschaftskammer-Zentrale (2001)

Christoph Leitl (* 29. März 1949 in Linz, Oberösterreich) ist ein österreichischer Unternehmer und Politiker (ÖVP). Von 2000 bis 2018 war er Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) und von 2018 bis 2021 Präsident der europäischen Wirtschaftskammer Eurochambres.<ref>WKÖ-Mahrer: Dank an Christoph Leitl für 4 Jahre starke Eurochambres-Präsidentschaft im Dienst der europäischen Unternehmen, auf ots.at, abgerufen am 11. Februar 2022.</ref>

Leben

Nach Besuch des Bundesrealgymnasium Linz Fadingerstraße studierte Christoph Leitl Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz. 1973 wurde er zum Dr. rer. soc. oec. promoviert. Von 1977 bis 1990 war er Geschäftsführer der Firma Bauhütte Leitl-Werke Ges.m.b.H in Eferding,<ref>Geschichte, auf leitl.at, abgerufen am 1. November 2020.</ref> die sein Vater Karl Leitl nach dem Krieg aufgebaut hatte.

In der Nacht vom 13. auf den 14. September 1979 entkam Leitl knapp einem Entführungsversuch. Die von der linksterroristischen RAF in der Bundesrepublik Deutschland inspirierten Entführer wollten gegen die Marktwirtschaft und den Kapitalismus protestieren. Sie wurden zwei Jahre später festgenommen.<ref>Unternehmer leben gefährlich – Leitl kann ein Lied davon singen, Die Presse, 16. März 2012.</ref> Später stellte sich heraus, dass auch die Entführung der Leitl-Kinder geplant war. Ein Mittäter hatte dieses Vorhaben jedoch vereitelt, da er kein Kind entführen wollte. Zum Dank besuchte Leitl den Mann mehrmals im Gefängnis und verschaffte ihm anschließend eine Stelle als Elektriker im Familienbetrieb.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rolle rückwärts aus Lebensgefahr (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive), Die Furche, 18. September 2007.</ref>

In mediale Kritik kam Leitl, da er neben seiner Funktion als Wirtschaftskammerpräsident von 2004 bis Juni 2018 auch Obmann der gesetzlich vorgeschriebenen, monopolistisch agierenden Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) war.<ref name="orf2443872">orf.at: Mahrer löste Leitl auch als SVA-Obmann ab. Artikel vom 20. Juni 2018, abgerufen am 21. Juni 2018.</ref><ref>Die Grüne Wirtschaft - Verein zur Förderung einer ökosozialen Wirtschaft: WKO – Wahnsinnig Komplizierte Organisation. Abgerufen am 21. Mai 2017.</ref> Dies würde laut Kritik einen Gewissenskonflikt darstellen. Im Juni 2018 folgte ihm Harald Mahrer als Obmann der SVA nach.<ref name="orf2443872"/>

Die Juristin und Präsidentin des Oberlandesgerichtes Wien Katharina Lehmayer ist seine Schwester, die Rechtswissenschaftlerin Barbara Leitl-Staudinger ist seine Tochter.<ref name="art411,213671">Neue Leitl-Generation. In: Oberösterreichische Nachrichten. 2. Juli 2009, abgerufen am 18. Mai 2020.</ref>

Politik

Von 1990 bis 2000 war Leitl Abgeordneter zum Oberösterreichischen Landtag und Wirtschaftslandesrat von Oberösterreich; von 1995 bis 2000 Landeshauptmannstellvertreter. Von 1999 bis 2017 war er Bundesobmann bzw. Präsident des Österreichischen Wirtschaftsbundes, einer Teilorganisation der ÖVP. Am 18. Dezember 2017 folgte ihm der bisherige Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Harald Mahrer in diesem Amt nach.

2000 trat er als sein Amt als Präsident der Wirtschaftskammer Österreich an (Nachfolger von Leopold Maderthaner). In dieser Funktion wurde er zweimal, 2004 und 2009, wiedergewählt. Am 18. Mai 2018 übergab er das Amt an Harald Mahrer.<ref>Agenturen: Leitl plädiert als "Alt-68er" fürs "Zusammenstreiten". In: kurier.at. k-digital Medien GmbH & Co KG, 3. Mai 2018, abgerufen am 3. Mai 2018.</ref> Von 2002 bis 2005 bekleidete er außerdem in zwei Perioden das Präsidentenamt der Europäischen Handelskammerverbands Eurochambres (seit 2006 Ehrenpräsident). Im Oktober 2017 wurde er zum zweiten Mal zum Präsidenten von Eurochambres gewählt, für eine zweijährige Funktionsperiode ab 1. Jänner 2018.<ref>Kurier: Leitl wurde zum zweiten Mal Eurochambres-Chef. Artikel vom 27. Oktober 2017, abgerufen am 27. Oktober 2017.</ref> Im Oktober 2019 wurde er als Präsident von Eurochambres für zwei weitere Jahre wiedergewählt.<ref>Christoph Leitl als Präsident von EUROCHAMBRES bestätigt. 9. Oktober 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019.</ref>

Von 2004 bis Juni 2018 war er Obmann der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft.<ref name="orf2443872"/>

Für Aufsehen sorgte Leitls Äußerung im Wahlkampf Anfang September 2013, Österreich sei „abgesandelt“ (heruntergekommen, abgewirtschaftet), sei im internationalen Vergleich lediglich noch Mittelmaß. Er bezog sich dabei auf das verschlechterte Ranking des Schweizer Wirtschaftsinstituts IMD.<ref>Alois Vahrner: Weder abgesandelt noch in Topform. Leitartikel in der Tiroler Tageszeitung, 5. September 2013.</ref> Die Äußerung wurde innerhalb und außerhalb der ÖVP kontrovers aufgenommen. Trotz ähnlicher Aussagen (Maria Fekter bezeichnete den Standort Österreich als „ramponiert“) gab es auch viel Kritik, auch aus der eigenen Partei. Im internationalen Ranking stehe Österreich gut da, sei wettbewerbsfähig, es mangele allerdings an der Reformbereitschaft der Politik und an zukunftsfähigen Investitionen und Arbeitsmarkteffizienz. Damit sei Leitls Äußerung „zum Teil richtig.“<ref>Fakten-Check: „Österreich ist abgesandelt“ Die Presse, 4. September 2013.</ref>

Im Dezember 2019 wurde er als Nachfolger von Jörg Leichtfried zum Präsidenten der Europäischen Bewegung Österreich (EBÖ) gewählt.<ref>APA: Leitl neuer Präsident der Europäischen Bewegung Österreich. In: Salzburger Nachrichten. 20. Dezember 2019, abgerufen am 21. Dezember 2019.</ref>

Ehrungen und Auszeichnungen

Negativpreise

Publikationen (Auswahl)

  • Österreich für Optimisten, gemeinsam mit Heinz Fischer, Ecowin-Verlag, Salzburg 2017, ISBN 978-3-7110-0158-0
  • China am Ziel! Europa am Ende?, Ecowin-Verlag, Wals 2020, ISBN 978-3-7110-0256-3

Weblinks

Commons: Christoph Leitl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Julius Raab (1946–1953) | Franz Dworak (1953–1961) | Julius Raab (1961–1964) | Rudolf Sallinger (1964–1990) | Leopold Maderthaner (1990–2000) | Christoph Leitl (2000–2018) | Harald Mahrer (seit 2018)

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