Keith Windschuttle
Keith Windschuttle (* 1942 in Sydney<ref name="sydneyline" />; † 8. April 2025 ebenda<ref>Nachruf auf Keith Windschuttle</ref>) war ein australischer Schriftsteller, Historiker und Mitglied des Aufsichtsrates der Australian Broadcasting Corporation. Er war ab 2007 Herausgeber des Quadrant<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Sydney Morning Herald, 24. Oktober 2007; abgerufen am 23. Januar 2010</ref> und Verleger der Macleay Press.
Seine Bücher sind seit den 1970er Jahren entstanden. Sein bedeutendstes und auch umstrittenstes Werk, das ein weiteres Kapitel der History Wars eröffnete, ist {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (2002), das eine Reihe australischer Historiker beschuldigte, die historische Faktenlage bezüglich der Gewalt zwischen weißen Siedlern und Aborigines zu verfälschen. In {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (2004) setzte er sich mit der White Australia Policy auseinander und argumentierte, dass akademische Historiker das Ausmaß des Rassismus in der australischen Geschichte übertreiben würden. In {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) vertrat er die Auffassung, dass das Vorhandensein von "Stolen generations" von schätzungsweise mehreren zehntausend Aborigines-Kindern aus ihren Familien in Jahren von 1910 bis 1970 ein Mythos sei.
Leben
Keith Windschuttle besuchte die {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und die {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) in Sydney.<ref name="sydneyline"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Keith Windschuttle auf sydneyline.com ( vom 9. Februar 2008 im Internet Archive), abgerufen am 23. Januar 2010.</ref> Nach der Highschool arbeitete Windschuttle als Journalist bei verschiedenen Zeitungen u. a. auch beim Daily Telegraph Sydney und Magazinen. Er schloss 1969 mit einem BA ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) in Geschichte) an der University of Sydney ab und erhielt 1978 einen MA ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) in Politik) von der Macquarie University. Eine begonnene Promotion beendete er nicht. 1973 wurde er Tutor für Australische Geschichte an der University of New South Wales (UNSW). 1980 verfasste er Dokumentationsreihen unter dem Titel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) für das Fernsehen, die von ABC Television gesendet wurden. Zwischen 1977 und 1981 war Windschuttle Dozent für Australische Geschichte am New South Wales Institute of Technology, das heute University of Technology, Sydney heißt, um 1983 als Dozent zur UNSW zurückzukehren. 1993 beendete er seine Anstellung an der UNSW und war seither der Verleger von Macleay Press, Eigentümer des Macleay College sowie ein regelmäßiger Gastdozent an amerikanischen Universitäten.
Politische Entwicklung
In den 1960er und 1970er Jahren war Windschuttle der Neuen Linken verbunden, bewegte sich später jedoch nach rechts. Dieser Wandel wurde erstmals sichtbar in seinem Buch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) von 1984, das sich sehr kritisch mit den marxistischen Theorien von Louis Althusser und Stuart Hall auseinandersetzte. Die erste Ausgabe dieses Buches setzte sich allerdings noch für staatliche Regulierung ein und verdammte private Unternehmen und freie Märkte.<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). theage.com.au; abgerufen am 23. Januar 2010.</ref> In der dritten Auflage des Buches nahm er jedoch andere Positionen ein:
“Overall, the major economic reforms of the last five years, the deregulation of the finance sector, and the imposition of wage restraint through the social contract of The Accord, have worked to expand employment and internationalize the Australian economy in more positive ways than I thought possible at the time.”
„Insgesamt haben die ökonomischen Reformen der letzten fünf Jahre, die Deregulierung des Finanzsektors und die Auflage der Gehaltszurückhaltung durch den sozialen Vertrag {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) die Beschäftigung ausgeweitet und die Internationalisierung der australischen Wirtschaft positiver beeinflusst, als ich es damals gedacht hätte.“
Diese politische Entwicklung hielt während der frühen 1990er Jahre an. In {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) verteidigte Windschuttle die Methoden der empirischen Geschichte gegen die Postmoderne und lobte Historiker wie Henry Reynolds. Später meinte er, dass er zwar damals diese Historiker geschätzt habe, aber in der Folgezeit bei der Untersuchung ihrer Primärquellen entdeckt habe, dass sie sich oft nicht an empirischen Methoden orientiert hätten. Stattdessen hätten Geschichtswissenschaftler vom linken wie vom rechten Spektrum die Geschichte verdreht und verfälscht, um ihre jeweiligen politischen Ziele und ideologischen Positionen zu stärken.
Windschuttle stellte auf einer Konferenz konservativer Historiker im Jahre 2000 eine Arbeit vor, in der er die Anzahl von 20.000 getöteten Aborigines in Massakern anzweifelte. Seine Beweisführung legte er anhand von vier Massakern dar und gab an, dass die offiziellen Zahlen den Ergebnissen seiner Untersuchungen nicht entsprächen. Aufgrund der großen öffentlichen Resonanz wollte er ein mehrbändiges Werk verfassen. Es erschien ein einziger Band im Jahre 2002 über die Massaker in Tasmanien, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), der heftigen Widerspruch unter den Historikern auslöste, da Windschuttle darin mit gewagten Spekulationen dem aktuellen Forschungsstand widersprach. Daraufhin erschien ein Sammelband von Historikern, in dem die Darlegungen Windschuttle kritisch hinterfragt und widerlegt wurden.<ref name="Whitewash">Robert Manne (Hrsg.): {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Black Inc., 2003</ref> Windschuttles Thesen führten zu der nunmehr seit fast 20 Jahren in Australien geführten Debatte, die als History Wars bezeichnet wird. In der australischen Öffentlichkeit herrschte allerdings bereits im Jahre 2000 eine Stimmung, die eine Aussöhnung suchte, und diese wurde am Sorry Day 2000 manifest, als dafür über 250.000 Menschen in Sydney auf die Straße gingen. Kleist wertet dies so, dass Windschuttle mit seinen Thesen die angestrebte konservative Geschichtsrevision ins Gegenteil verkehrte.<ref>J. Olaf Kleist: Die australischen History Wars und was dazu gehört: Grenzen historischer Anerkennung und Versöhnung. Abgerufen am 23. Januar 2010.</ref>
In {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und anderen neueren Schriften zur Geschichte der Aborigines hat Windschuttle vor allem linke Historiker kritisiert, die seiner Ansicht nach geschichtliche Beweise fabriziert hätten. Er behauptete, dass die Rechte der Aborigines, einschließlich der Landrechte und der Forderung nach Entschädigung für vergangenes Leid, zu einem Anliegen der politischen Linken geworden und Beweise manipuliert worden seien, um die Ziele der Aborigines zu unterstützen.
Windschuttle meinte, dass es die Aufgabe der Historiker sei, empirische Geschichte „nahe der objektiven Wahrheit“ zu liefern. Die politische Auswirkungen der objektiven, empirischen Forschung lägen nicht in der Verantwortung der Historiker. Ein Historiker könne eine eigene politische Meinung haben, diese sollte aber nie dazu führen, historische Beweise zu fälschen. Kritiker wie die Autoren von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)<ref name="Whitewash" /> sagen, dass Windschuttle seinen eigenen Kriterien nicht folge und seine Ergebnisse stets seinen politischen Ansichten entsprächen.
Als häufiger Autor des konservativen Magazins The New Criterion und des von ihm selbst herausgegebenen Quadrant bestritt Windschuttle, dass weiße Siedler in Australien einen Genozid an Aborigines begangen hätten und bestreitet die Existenz eines Guerillakrieges gegen die britische Besiedlung. Er verneinte, dass die australische Haltung zu Rassen Ähnlichkeiten mit Südafrika während der Apartheid oder in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus aufgewiesen habe, wie er sie in der Darstellung der linken Historiker zu sehen meinte.
Veröffentlichungen
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Penguin, 1979.
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Cassell, 1981.
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). 3. Aufl., Penguin, 1984, 1988.
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). University of Queensland Press, 1986.
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Australian Government Publishing Service, 1987.
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). McGraw-Hill, 1988, 3. Aufl. 1999.
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Macleay Press, Sydney 1994; Macleay Press, Michigan 1996; Free Press, New York 1997; Encounter Books, San Francisco 2000
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Macleay Press, 2002.
- {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). Macleay Press, 2004.
Literatur
- Stephen G. Foster: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Contra Windschuttle ( vom 19. Februar 2008 im Internet Archive). In: Quadrant, März 2003, Vol. 47, Number 3
- P. Francis: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) In: The Journal of Geos, 2000
- Keith Windschuttle: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Quadrant, Oktober 2003.
- Keith Windschuttle: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Quadrant, April 2006.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Windschuttle, Keith |
| KURZBESCHREIBUNG | australischer Schriftsteller und Historiker |
| GEBURTSDATUM | 1942 |
| GEBURTSORT | Sydney |
| STERBEDATUM | 8. April 2025 |
| STERBEORT | Sydney |