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Zinkcyanid

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Strukturformel
Zinkion    2 Cyanidion
Allgemeines
Name Zinkcyanid
Andere Namen
  • Zyanzink
  • Cyanzink
  • Zinkdicyanid
  • Adams-Reagenz
Summenformel Zn(CN)2
Kurzbeschreibung

farbloser bis weißer Feststoff mit bittermandelartigem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 209-162-9
ECHA-InfoCard 100.008.331
PubChem 2734669
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 117,43 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,852 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

800 °C (Zersetzung)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser (5 mg·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.759">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+310+330​‐​410
EUH: 032
P: 301+310​‐​280​‐​361​‐​302+352+310​‐​304+340​‐​273<ref name="GESTIS" />
MAK

2 mg·m−3<ref name="GESTIS" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Zinkcyanid ist eine anorganische chemische Verbindung, die sich aus Zink und Cyanid zusammensetzt.

Vorkommen

Zinkcyanid ist ein Beiprodukt bei der Extraktion von Gold, wobei Zink zu einer Goldcyanidlösung zugesetzt wird, um reines Gold zu erhalten.

Gewinnung und Darstellung

Zinkcyanid kann aus einer Zinksulfat- oder Zinkchloridlösung durch Zusatz einer Lösung von Kaliumcyanid oder Natriumcyanid ausgefällt werden.

<math>\mathrm{ZnSO_4 + 2 \ KCN \longrightarrow Zn(CN)_2 + K_2SO_4}</math>

Eigenschaften

Zinkcyanid kann je nach Herstellungsart als weißes, amorphes Pulver oder in Form von glänzenden Prismen gewonnen werden. In Wasser und Ethanol ist es unlöslich, in Alkalicyaniden und wässrigem Ammoniak löslich. In verdünnten Säuren löst es sich unter Cyanwasserstoff-Entwicklung. Es zersetzt sich langsam an feuchter kohlendioxidhaltiger Luft, besonders bei erhöhter Temperatur.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1036.</ref>

Zinkcyanid besitzt eine polymere Struktur, bei der das tetraedrisch koordinierte Zink über Brücken aus Cyanid-Liganden verbunden ist. Alternativ kann die Struktur auch als zwei sich überlappende Adamantane gesehen werden. Die Verbindung weist einen der größten negativen Längenausdehnungskoeffizienten auf.

Verwendung

Zinkcyanid wird in der Galvanotechnik zur elektrolytischen Abscheidung von Zink und Messing verwendet. Es dient weiterhin als Katalysator bei der Cyanosilylation von Aldehyden und Ketonen<ref>J. K. Rasmussen, S. M. Heilmann: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 62, 1984, S. 196, doi:10.15227/orgsyn.062.0196; Coll. Vol. 7, 1990, S. 521 (PDF).</ref> sowie zur Einführung von Formylgruppen in der Gattermann-Adams-Reaktion. So wird zum Beispiel 2-Hydroxy-1-naphthaldehyd durch Reaktion von 2-Naphthol, Zinkcyanid und Chlorwasserstoff gewonnen. Nach dem Entdecker wird Zinkcyanid in dieser Reaktion auch Adams-Reagenz genannt.<ref>Roger Adams, I. Levine: Simplification of the Gattermann Synthesis of Hydroxy Aldehydes. In: Journal of the American Chemical Society, 1923, 45, S. 2373–2377, doi:10.1021/ja01663a020.</ref><ref>R. C. Fuson, E. C. Horning, S. P. Rowland, M. L. Ward: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 23, 1943, S. 57, doi:10.15227/orgsyn.023.0057; Coll. Vol. 3, 1955, S. 549 (PDF).</ref>

Sicherheitshinweise

Bei Kontakt von Zinkcyanid mit Säuren wird Cyanwasserstoff (Blausäure) freigesetzt. Bei Kontakt mit Magnesium besteht Explosionsgefahr.

Literatur

  • Kosaku Masaki: Galvanische Abscheidung von Legierungen aus Metallcyaniden in Cyanidlösung. In: Bulletin of the Chemical Society of Japan. 7, 1932, S. 158, doi:10.1246/bcsj.7.158.

Einzelnachweise

<references />