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Zottiger Mannsschild

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Zottiger Mannsschild
Datei:Androsace villosa.jpeg

Zottiger Mannsschild (Androsace villosa) in den Pyrenäen im Gebiet Formigal

Systematik
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Primuloideae
Gattung: Mannsschild (Androsace)
Art: Zottiger Mannsschild
Wissenschaftlicher Name
Androsace villosa
L.

Der Zottige Mannsschild (Androsace villosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mannsschild (Androsace) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae).<ref name="Ferguson1972" />

Beschreibung

Datei:Androsace villosa var jacquemontii.JPG
Habitus und Laubblätter
Datei:Androsace villosa RF.jpg
Habitus und Blütenstände
Datei:Androsace villosa Atlas Alpenflora.jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora

Vegetative Merkmale

Der Zottige Mannsschild ist eine ausdauernde krautige Pflanze,<ref name="Ferguson1972" /> die Wuchshöhen von 2 bis 10 Zentimetern erreicht. Sie bildet dichte Rasen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind stark behaart.

Die Laubblätter sind in halbkugeligen Rosetten angeordnet. Die einfachen Blattspreiten sind bei einer Länge von 4 bis 8 Millimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 3 Millimetern schmal-lanzettlich bis eiförmig mit stumpfem oberen Ende. Die Blattoberseite ist kahl, der Blattrand und die Blattunterseite sind mit zahlreichen 1 bis 2 Millimeter langen Seidenhaaren und kurzen Drüsenhaaren bedeckt, an der Blattspitze sind sie oft pinselig gehäuft.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Auf einem 2 bis 6 Zentimeter langen Blütenstandsschaft sind in mehrere Blüten in einem gedrängten, doldigen Blütenstand angeordnet. Die Tragblätter sind schmal-lanzettlich und länger als die Blütenstiele. Die Blüten sind sitzend oder kurz gestielt.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf behaarten Kelchblätter sind bis zur Hälfte ihrer Länge verwachsen. Die Krone weist einen Durchmesser von 6 bis 10 Millimetern auf, ist weiß oder rötlich gefärbt und hat einen gelbroten Schlund.

Die Kapselfrucht ist länglich eiförmig, etwas kürzer als der Kelch und enthält sehr wenige Samen. Die Samen sind 2 bis 3 Millimeter lang.<ref name="Hegi1966" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="FloraHelvetica1996" /><ref name="Ferguson1972" />

Ökologie

Der Zottige Mannsschild ist ein Helophyt, der gut an physiologische und physische Trockenheit angepasst ist.

Futterpflanze der Larven der Schmetterlingsart Polymommatus pyrenaicus (Syn.: Agriades pyrenaicus) sowie dem nahverwandten Polyommatus dardanus (Syn.: Agriades dardanus) ist der Zottige Mannsschild auf flachgründigen Felswiesen.

Vorkommen

Der Zottige Mannsschild kommt in Spanien, den Pyrenäen, den Westalpen und Südostalpen, im Schweizer Jura, im Apennin, in den Karpaten und auf dem Balkan vor. In Mitteleuropa ist der Zottige Mannsschild selten und fehlt gebietsweise.<ref name="Aichele2000"/> In der Schweiz kommt er nur an La Dôle im Jura vor.

Der Zottige Mannsschild wächst auf Kalk in steinigen Rasen, auf Schutt und auf Fels in der subalpinen und alpinen Höhenstufe in Höhenlagen von 1200 bis 3000 Metern.<ref name="Finkenzeller1996" /> Der Zottige Mannsschild ist eine Rosettenpflanze steiniger Kalkrasen der subalpinen und alpinen Höhenstufe der Alpen, Balkanländer sowie Kleinasiens.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

In den Alpen und Karpaten wird sie in der pflanzensoziologischen Ordnung Seslerietalia variae (Blaugrashalde) angetroffen. In den Dinariden in den vikariierenden Ordnungen Seslerietalia juncifoliae und Crepidetalia dinaricae sowie in den serbischen und bulgarischen Gebirgen in der Ordnung Edraiantho-Seslerietalia.

Datei:Polyommatus pyrenaicus 02.jpg
Larvalhabitat von Polyommatus dardanus ist ausschließlich der Zottige Mannsschild

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Androsace villosa erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, S. 142.<ref name="Euro+Med" /> Synonyme für Androsace villosa <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Androsace arachnoidea <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Nyman & Kotschy, Androsace koso-poljanskii <templatestyles src="Person/styles.css" />Ovcz., Androsace penicillata <templatestyles src="Person/styles.css" />Schott, Nyman & Kotschy, Androsace taurica <templatestyles src="Person/styles.css" />Ovcz., Androsace villosa subsp. arachnoidea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schott, Nyman & Kotschy) Nyman.<ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es von Androsace villosa Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Androsace villosa <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. villosa
  • Androsace villosa subsp. koso-poljanskii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ovcz.) Fed. (Syn.: Androsace koso-poljanskii <templatestyles src="Person/styles.css" />Ovcz.): Sie kommt in Russland und in der Ukraine vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Androsace villosa subsp. taurica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ovcz.) Fed. (Syn.: Androsace taurica <templatestyles src="Person/styles.css" />Ovcz.): Sie ist ein Endemit auf der Krim.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Androsace villosa L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Finkenzeller1996"> </ref> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="FloraHelvetica1996"> Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 444. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Primulaceae.: Datenblatt Androsace villosa In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. </ref> <ref name="Ferguson1972"> Ian Keith Ferguson: Androsace L., S. 20–23. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Band 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press, Cambridge, 1972, ISBN 0-521-08489-X. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1804–1806. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Zottiger Mannsschild (Androsace villosa) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien