Aedes Architekturforum
Aedes ist eine gemeinnützige Kulturinstitution in Berlin. Seit 1980 widmet sich das öffentlich zugängliche Programm Fragen zu Architektur, Stadt und Gesellschaft – in Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen. Aedes kooperiert dabei mit einem internationalen Netzwerk aus Kultur, Forschung, Politik und Industrie.
Zielsetzung
Aedes sieht seine Aufgabe darin, Baukultur und Architektur in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken sowie architektonische Visionen, nachhaltige urbane Konzepte, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur darzustellen und zu vermitteln. Aedes wird sowohl mit den großen Namen der Architekturwelt verbunden als auch mit der kontinuierlichen Unterstützung junger, aufstrebender Generationen von Architekten. In mehr als 600 Ausstellungen und begleitenden Katalogen hat Aedes namhafte Architekten und heutige Pritzker-Preisträger wie Zaha Hadid, Thom Mayne, Daniel Libeskind, Frank Gehry, Rem Koolhaas oder Diébédo Francis Kéré und ihre Arbeiten vorgestellt, lange bevor sie Weltruhm erlangten. Neben 10–16 Ausstellungen pro Jahr unterstützen begleitende Symposien, Vortragsreihen und Diskussionsabende den Dialog nach außen – sowohl mit dem Fachpublikum als auch mit der interessierten Öffentlichkeit.
Geschichte
Gegründet wurde die „Galerie Aedes“ 1980 in der Grolmanstraße in Berlin von Kristin Feireiss (1942–2025) und Helga Retzer. „In memoriam Kongresshalle Berlin“ war der Titel der Eröffnungsausstellung in Charlottenburg, die dem Vorbild der 1975 gegründeten „Spaced Gallery“ der New Yorker Architektin und Autorin Judith Newman York folgte. Am 3. Juni 1989 zog die damalige Galerie Aedes in die Stadtbahnbögen am Savignyplatz.
Die zweite viel beachtete Ausstellung im Rahmen Berlins als Kulturstadt Europas 1988 war „Berlin – Denkmal oder Denkmodell? – Architektonische Entwürfe für den Aufbruch in das 21. Jahrhundert“, die kurz vor dem Fall der Mauer die Risiken und Chancen einer geteilten Stadt thematisierte. Beteiligt an dieser „offenen Gestaltungskonzeption“ der ehemaligen Hauptstadt, die als Wanderausstellung im Rahmen Berlins als Kulturstadt Europas in Kiew, Wien und Paris gezeigt wurde, waren bedeutende deutsche und ausländische Künstler und Architekten wie Christoph Ingenhoven, Daniel Libeskind, Gottfried Böhm, Coop Himmelb(l)au, Rob Krier, Zaha Hadid, Otto Steidle, Franco Stella, Peter Cook, Gustav Peichl, Axel Schultes, Claus Bury und Lebbeus Woods. Die Ausstellung mit 82 Teilnehmern wurde vom Berliner Senator für Bau- und Wohnungswesen veranstaltet und in der Staatlichen Kunsthalle Berlin und im Neuen Berliner Kunstverein gezeigt.<ref>Manfred Sack: Der Himmel unter Berlin. In: Die Zeit, Nr. 37 vom 9. September 1988, S. 53.</ref>
Ab 1995 hatte Aedes eine zweite Dependance im Osten, die Kristin Feireiss gemeinsam mit Hans-Jürgen Commerell 1995 unter dem Namen Aedes East in den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte eröffnete.
2001 wurde Kristin Feireiss für ihr Engagement bei der Vermittlung von Architektur und die Verstärkung bilateraler Beziehungen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. 2024 erhielt sie den prestigeträchtigen Fritz-Schumacher-Preis der Stadt Hamburg für Städtebau und Baukultur.
Seit Juni 2006 befindet sich das Architekturforum Aedes am Pfefferberg im Ortsteil Prenzlauer Berg. Seit 2026 firmiert Aedes unter Aedes-Architektur und Raum als gemeinnützige GmbH.<ref>Aedes gGmbH, Berlin. Abgerufen am 1. März 2026.</ref> Nach dem Tod von Kristin Feireiss wird Aedes von einem Team aus Geschäftsführern geleitet.
Aedes strebt heute unverändert danach herausragende Beispiele zeitgenössischer architektonischer und urbanistischer Visionen einem breiten Publikum zu veranschaulichen. Für die erfolgreiche Vermittlung von Architektur und Baukultur wurde die Arbeit von Aedes mehrfach mit internationalen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet.<ref>Aedes Architekturforum. Abgerufen am 28. Februar 2026.</ref>
Ausstellungen
Das Architekturforum hat bis heute mehr als 600 Ausstellungen gezeigt. Darunter:
- ArchiAid: Rethinking-Reconstruction zum Wiederaufbau nach dem Tsunami 2011 in Japan.<ref>Das Beste ist Helfen an Ort und Stelle. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3. Dezember 2013, S. 32.</ref>
- Human Scale Remeasured. Neue Maßstäbe für eine Architektur des räumlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Zusammenlebens.<ref>HUMAN SCALE REMEASURED - Aedes Architecture Forum. Abgerufen am 28. Februar 2026.</ref>
- Democratic Design. Raum für Kooperation, Kollaboration und Kompromiss.<ref>Ausstellung Democratic Design. Abgerufen am 1. März 2026.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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