Zum Inhalt springen

Fest der 1000 Weine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. Februar 2026 um 18:22 Uhr durch imported>Loimo.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Sechzehntel-Liter-Kostglas Fest der 1000 Weine 1981.jpg
Sechzehntel-Liter-Kostglas vom Fest der 1000 Weine in Eisenstadt, 1981

Das Fest der 1000 Weine (auch bekannt als Burgenländische Weinwoche) war ein 1964 bis 2010 jährlich stattfindendes Weinfest in Eisenstadt im Burgenland. Es war die größte Weinveranstaltung des Burgenlandes und wurde daher auch oft als Landesweinkost bezeichnet.

Geschichte

Die Idee zum Fest der 1000 Weine wurde im Eisenstädter Schlosscafé generiert. Dessen Besitzer, Fritz Kohlmann aus Rheinhessen, vertrat gemeinsam mit Franz Kröpfl die Meinung, dass für Eisenstadt etwas gemacht werden müsse. Daraufhin setzten sie sich im Eisenstädter Schwechaterhof zusammen, „erfanden“ die „Burgenländische Weinwoche“, wie das Fest zunächst hieß, und gründeten den „Ausstellungsverein Eisenstadt“. Außer Fritz Kohlmann und Alois Kröpfl zählten Wilhelm Anderle, Hans Fröhlich, Rudolf Rötzer und Franz Tinhof zu den Gründungsmitgliedern. Im Frühjahr 1964 wurde der Ausstellungsverein gegründet. Bereits am 4. September desselben Jahres wurde das Fest erstmals im Schwechaterhof eröffnet. 1965 wurde sodann die erste burgenländische Weinkönigin gewählt, die beim Fest alljährlich in Erscheinung trat.<ref name="Dipl">Elisabeth Kallinger-Iser: Events – PR Plattform für Kommunalpolitiker? Aufgezeigt am Beispiel der Landeshauptstadt Eisenstadt. Universität Wien, Diplomarbeit, Wien 2009, S. 67 (online).</ref><ref>Alfred R. Tombor Tintera (Hrsg.): Merk-würdiges Eisenstadt. Für alle, die glauben, Eisenstadt schon zu kennen… Eigenverlag, Eisenstadt 2025, S. 114–121.</ref>

Später wurde das Fest in die Orangerie im Schlosspark des Schlosses Esterházy verlegt und „Fest der 1000 Weine“ genannt. Es fand jährlich von Ende August bis Anfang September statt und dauerte zehn Tage. Ausgestellt und verkostet wurden Weine aus sämtlichen Weinbauregionen des Burgenlandes.<ref name="Dipl" /> Noch in den 1980er-Jahren standen beim Fest der 1000 Weine in Eisenstadt auch jede Menge Süßweine zur Verkostung bereit.<ref>Johann Werfring: Süßes Gold Burgenland. In: Wiener Zeitung, 2. November 2012, Beilage „Wiener Journal“, S. 32–33. (Online)</ref>

Die Veranstaltung hatte Volksfestcharakter mit kulinarischem Angebot und Unterhaltungsprogramm, beinhaltend etwa Platzkonzerte und volkstümliche Musik. Der Musiker Bobby Kern<ref>Bobby Kern (* 10. Mai 1921 in Ringelsdorf-Niederabsdorf; † 5. Mai 1999), auch: Robert Kern, leitete das Vindobona Orchester und war zudem Mitglied von Bläserquartett Bobby Kern, Bobby Kern und die lustigen Kern-Musikanten sowie Bobby Kern und sein Solistenensemble. Vgl. Bobby Kern In: rateyourmusic.com, abgerufen am 13. Februar 2026 sowie Vindobona Orchester, Leitung: Bobby Kern. In: musik-austria.at, abgerufen am 13. Februar 2026.</ref> hatte dafür eigens eine „Fest der 1000 Weine-Polka“ und einen „Orangerie-Walzer“ kompononiert.<ref>Alfred R. Tombor Tintera (Hrsg.): Merk-würdiges Eisenstadt. Für alle, die glauben, Eisenstadt schon zu kennen… Eigenverlag, Eisenstadt 2025, S. 118 f.</ref> Ausgeschenkt wurden die Weine in hölzernen Hütten, deren geschwungene Giebel der alten nordburgenländischen Bauweise nachempfunden waren. Der Veranstalter vermietete die Stände nicht an einzelne Winzer, sondern als Gemeinschaftsstände an örtliche Weinbauvereine sowie an Weinhändler und Genossenschaften. Die Verkostung der Weine erfolgte aus Sechzehntel-Liter-Gläsern mit markantem Aufdruck, die gemeinsam mit den Eintrittskarten zu erwerben waren.<ref>Johann Werfring: Der Weinbaupionier Anton Kollwentz. Die Geschichte einer burgenländischen Winzerdynastie. edition lex liszt 12, Oberwart 2021, ISBN 978-3-99016-179-1, S. 136–140.</ref>

Vom 20. bis 29. August 2010 wurde die Veranstaltung zum letzten Mal in der Orangerie im Schlosspark von Schloss Esterházy abgehalten und hernach wegen finanziellen Verlusten eingestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Letztes „Fest der 1000 Weine“ in Eisenstadt (Memento vom 19. August 2010 im Internet Archive) Artikel in der Kleinen Zeitung, Online-Version vom 18. August 2010</ref> Im Jahrzehnt vor der Einstellung hatten sich die meisten namhaften Weingüter des Burgenlandes nicht mehr am Fest der 1000 Weine als Aussteller beteiligt.<ref>Johann Werfring: Blaufränkisch trifft Barolo. In: Wiener Zeitung, 12. April 2013, Beilage „Wiener Journal“, S. 34–35. (Online)</ref> Seit 2011 gibt es anstelle des Festes der 1000 Weine jeweils in der zweiten Augusthälfte in der Eisenstädter Fußgängerzone die Wein- und Genusstage.<ref>Eisenstadt vom Fest der tausend Weine zu den Wein- und Genusstagen 2011 ? Artikel auf meinbezirk.at (Online auf web.archive.org). Abgerufen am 23. Dezember 2023.</ref><ref>eisenstadt.gv.at: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wein- und Genusstage 2011 (Memento vom 26. April 2016 im Internet Archive)</ref><ref>Eröffnung der Wein & Genusstage 2013 Artikel auf meinbezirk.at. Abgerufen am 4. September 2013.</ref>

Einzelnachweise

<references />