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Rauer Kranzenzian

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Rauer Kranzenzian
Datei:Gentianella aspera Hochanger 20210821.jpg

Rauer Kranzenzian (Gentianella aspera)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Kranzenziane (Gentianella)
Art: Rauer Kranzenzian
Wissenschaftlicher Name
Gentianella aspera
(Hegetschw. & Heer) Dostál ex Skalický, Chrtek & J.Gill

Der Raue Kranzenzian (Gentianella aspera), auch Rauer Enzian<ref name="InfoFlora" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kranzenziane (Gentianella) in der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Beschreibung

Datei:Gentianella aspera in Totes Gebirge.jpg
Blüte im Detail

Vegetative Merkmale

Der Raue Kranzenzian ist eine zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern. Die Stängel sind einfach oder verzweigt. Die Stängelglieder sind kurz und wenig zahlreich (meist 3 bis 5).<ref name="Hegi1966" />

Die gegenständigen Laubblätter sind in grundständigen Rosetten und am Stängel verteilt angeordnet. Die Grundblätter und unteren Stängelblätter sind eiförmig bis spatelförmig mit gerundetem oberen Ende.<ref name="Hegi1966" /> Die mittleren Stängelblätter sind dreieckig-eiförmig oder eilanzettlich und höchstens dreimal so lang als breit. Die oberen Stängelblätter sind gegen den Grund zu am breitesten und spitz. Sie sind am Rand und manchmal auch auf den Blattnerven oder nur am Mittelnerv kurz bewimpert.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Hegi1966" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai oder Juni bis September.<ref name="InfoFlora" /> Die Blüten sind in einem rispigen, manchmal trugdoldigen Blütenstand angeordnet.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind bis weniger als die Hälfte ihrer Länge verwachsen. Die Kelchröhre ist schmal geflügelt. Die Buchten zwischen den lanzettlichen Kelchzähnen sind spitz.<ref name="Hegi1966" /> Ein bis drei Kelchzipfel sind etwas breiter als die übrigen, einzelne sind länger als die Kronzipfel.<ref name="InfoFlora" /> Die Kelchzähne sind am schwach nach außen gerollten Rand<ref name="InfoFlora" /> und auf der Mittelrippe von 0,1 Millimeter langen Papillen rau. Die violetten oder lilafarbenen gefärbten Blütenkronen besitzen einen auffällig weißbärtige Schlund.<ref name="Hegi1966" /> Die Blütenkrone ist bis 4 Zentimeter lang.<ref name="Hegi1966" /> Die fünf Kronzipfel sind 5 bis 10 Millimeter breit.<ref name="InfoFlora" /> Der Fruchtknoten ist ziemlich lang gestielt.<ref name="Hegi1966" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Gentianella aspera in Totes Gebirge2.jpg
Habitus und Blüten im Habitat
Datei:Gentianella obtusifolia subsp. sturmiana (5).JPG
Habitus und Blüten im Habitat

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Rauen Enzians umfasst die Ostalpen westwärts bis zum Gotthardmassiv. Es gibt Fundortangaben für die Länder Tschechien, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Schweiz und Slowenien.<ref name="Euro+Med" />

In Österreich ist der Raue Kranzenzian häufig in den nördlichen Kalkalpen und in den Hohen Tauern; er fehlt in Wien und im Burgenland.

Er gedeiht in Höhenlagen von 700 bis 2500 Metern.<ref name="Hegi1966" /> In den Allgäuer Alpen steigt er in Bayern am Rauhhorn bis zu einer Höhenlage von 2200 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Standorte sind Böden, Schutt und Magerrasen, Halb- sowie Kalktrockenrasen. Der Raue Kranzenzian kommt in Mitteleuropa in den Pflanzengesellschaften der Verbände Mesobromion, Molinion oder der Ordnung Seslerietalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung erfolgte 1839 unter dem Namen (Basionym) Gentiana aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />Hegetschw. & Heer durch Johannes Jacob Hegetschweiler und Oswald Heer in Flora der Schweiz, Seite 210.<ref name="Euro+Med" /> Die Neukombination zu Gentianella aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hegetschw. & Heer) Skalický, Chrtek & J.Gill wurde 1966 durch Josef Dostál in Vladimír Skalický, Jindřich Chrtek und Jirí Gill: Preslia, Band 38, Seite 92 veröffentlicht.<ref name="Euro+Med" />

Für Gentianella aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hegetschw. & Heer) Dostál ex Skalický, Chrtek & J.Gill gibt es zahlreiche Synonyme: Gentiana aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />Hegetschw. & Heer, Gentiana sturmiana <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Kern. & Jos. Kern., Gentiana norica <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Kern. & Jos. Kern., Gentiana sturmiana <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Kern. & Jos. Kern., Gentiana amarella subsp. chlorifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Nees) Arcang., Gentiana amarella subsp. obtusifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Arcang., Gentiana aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />Hegetschw. & Heer subsp. aspera, Gentiana aspera subsp. norica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos. Kern.) Vollm., Gentiana aspera subsp. sturmiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos. Kern.) Vollm., Gentiana germanica subsp. obtusifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willd.) Rouy, Gentiana polymorpha subsp. aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hegetschw. & Heer) Dostál, Gentianella aspera subsp. norica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos. Kern.) Dostál, Gentianella aspera subsp. sturmiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern. & Jos. Kern) Skalický, Chrtek & J. Gill.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Gentiana aspera Hegetschw. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 350. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2035–2036. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): Gentianaceae: [Marhold, K. (2011+): Gentianaceae. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Gentianella aspera In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.] </ref> </references>

Weblinks

Commons: Rauer Kranzenzian (Gentianella aspera) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien