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Beth Ditto

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Beth Ditto, 2011

Beth Ditto (* 19. Februar 1981 in Searcy, Arkansas als Mary Beth Patterson) ist eine amerikanische Sängerin, Songwriterin und seit der Gründung 1999 Sängerin und Frontfrau der Band Gossip.

Leben

Kindheit und Jugend

Mary Beth Ditto wuchs in einer Wohnwagensiedlung am Rande der Kleinstadt Searcy in Arkansas auf.<ref name="Zeit 18. Juni 2009" /> Ihre Mutter war Velmyra Estel, die durch mehrere Ehen unterschiedliche Nachnamen trug und zum Zeitpunkt der Geburt von Mary Beth Velmyra Patterson hieß. Kurz nach ihrer Geburt trennten sich ihre Mutter und ihr Vater wieder und Mary Beth wurde von ihrem Ziehvater Homer Edward Ditto angenommen und bekam dessen Namen.<ref name="Ditto 2012 30" /> Homer Ditto war zudem der Vater ihrer drei älteren Geschwister Benny, Robbie und Akasha, ihre jüngeren Geschwister Jacob und Kendra stammten dagegen von anderen Vätern.<ref name="Ditto 2012 30" /> Ihren leiblichen Vater lernte Beth Ditto erst als Jugendliche kennen, konnte zu diesem jedoch keine Beziehung aufbauen,<ref name="Ditto 2012 46 ff" /> ihre Jugend verbrachte sie teilweise bei ihrer Mutter, ihrer Tante „Jannie“ und bei ihrem Ziehvater. Als Kind wurde Beth Ditto nach eigener Aussage von ihrem Onkel regelmäßig sexuell missbraucht und vergewaltigt.<ref name="Ditto 2012 63 ff" />

Beth Ditto lebte mit ihrer Familie in Judsonia, wo sie als Außenseiterin aufwuchs und sich mehr und mehr dem Punk- und Grungestil zuwandte. Sie sang in einem Chor und gemeinsam mit ihrem Highschoolfreund Anthony und dem Schlagzeuger Joey Story gründete sie die Band Little Miss Muffet<ref name="Ditto 2012 74" /> als sie etwa 15 war<ref name="billboard.com 7. März 2013" /> und trat mit dieser lokal auf.<ref name="Ditto 2012 74" /> Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde ihre Musik von Bands des Riot Grrrl und vor allem von Kathleen Hanna und Tobi Vail von Bikini Kill beeinflusst.<ref name="billboard.com 7. März 2013" /> Little Miss Muffet trat gemeinsam mit anderen örtlichen Bands auf, darunter vor allem Room Fulloff Thirteen sowie Mrs. Garrett, der Band von Nathan Howdeshell, den Space Kadetts / Boy Pussy USA von Nathan und Jeri Beard sowie PooPoo Icee, in der Jeri Beard und Kathy Mendonca spielten.<ref name="Ditto 2012 76" />

Beth Ditto freundete sich mit Nathan Howdeshell, Kathy Mendonca und Jeri Beard an und folgte ihnen nach der Highschoolzeit nach Olympia in Washington, wo sie sich eine Wohnung teilten.<ref name="Ditto 2012 123" />

Gossip

Datei:Beth Ditto performing with Gossip at the Commodore Ballroom.jpg
Ditto bei einem Auftritt mit Gossip, 2009

Olympia war zu diesem Zeitpunkt geprägt von der Punkkultur und der musikalischen Entwicklung des Riot Grrrl sowie dem Grunge aus Seattle. 1999 gründeten Nathan, Kathy und Ditto aus einer Laune heraus die Band Gossip und hatten ein paar Auftritte. Bei dem Independent-Label K Records veröffentlichte die Band eine EP als Debüt, später wechselte sie zum Riot-Grrrl-Label Kill Rock Stars, wo sie 2001 ihr erstes Album That's Not What I Heard aufnahm.<ref name="U_mag">Carsten Schrader: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Feminismus goes Fashion (Memento vom 30. Mai 2015 im Internet Archive), Artikel im U mag vom 20. Juli 2009, abgerufen am 1. Mai 2019.</ref>

Die örtliche bekannte Punkband tourte mit renommierteren Gruppen des Labels wie Sleater-Kinney, konnte sich in den Vereinigten Staaten musikalisch jedoch auch nach dem zweiten Album The Movement 2003 nicht durchsetzen. Wie ihre Bandkollegen hielt sich Beth Ditto finanziell vor allem mit Nebenjobs zwischen den Touren über Wasser. Sie zogen nach Portland, wo Beth Ditto unter Depressionen sowie unter den ersten Symptomen einer chronischen Sarkoidose litt.<ref name="Ditto 2012 172" /> 2005 beschloss Kathy Mendonca, aus der Band Gossip auszusteigen und ein geregeltes Leben zu führen. Ditto hatte zu diesem Zeitpunkt entschieden, sich mehr auf die Band zu konzentrieren, und sie hatten ein Angebot mit Le Tigre zu touren. Als neue Schlagzeugerin wurde Hannah Blilie, die vorher bei Shoplifting spielte, aufgenommen.<ref name="Ditto 2012 185" />

Im Jahr 2006 spielte die Band das Album Standing in the Way of Control mit dem gleichnamigen Titeltrack ein. Das Album wurde vor allem in Großbritannien ein großer Erfolg und im gleichen Jahr wurde Beth Ditto Gewinnerin der von der englischen Musikzeitschrift New Musical Express veröffentlichten NME Cool List. Sie war die erste Frau, die in dieser Liste gewann, aber es gab noch kein Coverbild von ihr auf der Zeitschrift. Die NME überredete Beth Ditto daraufhin, sich im Jahr darauf nackt für das Cover der Zeitschrift ablichten zu lassen.<ref name="Ditto 2012 190" /> So erschien ihr Foto mit der Schlagzeile „Kiss my ass“ und einem Artikel, in dem es unter anderem um Enthüllungen der Regenbogenpresse und „Size Zero“ (Kleidergröße 32) ging.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Naked Ditto Most Controversial Mag Cover? (Memento vom 17. April 2010 im Internet Archive), advocate.com, 15. April 2010</ref> Neben ihrer Musikkarriere schrieb die Sängerin ab 2007 eine Kolumne für die britische Zeitung The Guardian, die Reihe trug den Titel What would Beth Ditto do?

Datei:Beth Ditto Cannes 2010.jpg
Beth Ditto 2010 in Cannes

Im Februar 2009 war sie ebenfalls nackt auf dem Cover des englischen Mode-Hochglanzmagazins Love<ref name="Zeit 18. Juni 2009"/> zur Schlagzeile „Icons of our generation“ zu sehen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Coverwatch: LOVE Magazine mit Beth Ditto (Memento vom 3. April 2010 im Internet Archive), lesmads.de, 13. Februar 2009</ref> Im April 2009 erschien sie auf dem Titelblatt der Modezeitschrift Dazed & Confused.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dick in Mode (Memento vom 25. April 2009 im Internet Archive), Artikel in der Vogue vom 16. April 2009, abgerufen am 2. Juli 2009.</ref><ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Coverwatch: Beth Ditto auf der Dazed & Confused (Memento vom 18. April 2009 im Internet Archive), lesmads.de, 14. April 2009</ref> Für die britische Bekleidungskette Evans entwarf Ditto eine eigene Kollektion für Übergrößen, die im Juli 2009 erschien.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />bethdittoatevans.co.uk. (Memento vom 20. Juni 2009 im Internet Archive), abgerufen am 1. Mai 2019.</ref>

2024 erschien mit Real Power das Comeback-Album von Gossip, nachdem sie als Band zuletzt 12 Jahre zuvor Musik herausgebracht hatten. Das Album wäre eigentlich zuerst als Solo-Album von Ditto gedacht gewesen.<ref>Vanja Kadic: Gossip-Sängerin Beth Ditto: «Im Aktivismus fehlt mir heute das Mitgefühl». 9. April 2024, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>

Privatleben

Ditto lebte lange offen lesbisch, sie ist bekannt für ihre feministischen Kommentare und unterstützt die LGBT-Bewegung.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig What would Beth Ditto do?] The Guardian, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> 2012 veröffentlichte Beth Ditto gemeinsam mit der feministischen Autorin Michelle Tea ihr autobiografisches Buch Coal to Diamonds: A Memoir (auf Deutsch erschienen unter dem Titel Heavy Cross), in dem sie vor allem ihre Kindheit und Jugend sowie die ersten Jahre der Bandgeschichte von Gossip bis zum Erscheinen des Albums Music for Men darstellt.

Im Juli 2013 heiratete Beth Ditto ihre Lebensgefährtin Kristin Ogata auf Hawaii.<ref> Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Beth Ditto heiratet ihre Lebensgefährtin.] stern.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Am 31. Dezember 2014 vollzogen sie die Trauung auch im US-amerikanischen Oregon. Dort war im Mai 2014 die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert worden. Im Frühjahr 2018 erklärte Ditto im Interview, dass sie und ihre Frau sich getrennt hätten, und sie nun mit dem Musiker und Transgender-Mann Ted Kwo zusammenlebe.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Gossip’s Beth Ditto goes for guitars on solo album.] The San Francisco Examiner, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Beth Dittos Freund war mal eine Frau.] n-tv.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 26. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Trivia

In Deutschland erregte Beth Ditto am 27. März 2010 Aufmerksamkeit, als sie in Wetten, dass..? als Wettpatin auftrat. Nach Betreten des Studios begrüßte sie zunächst mehrere andere Gäste (u. a. Anna Netrebko) mit einem Kuss auf die Wange. Auf Hansi Hinterseer warf Ditto sich dann rücklings mit ihrem gesamten Körpergewicht (damals 95 Kilo) und blieb einige Sekunden<ref>ZDF. Wetten Dass..? vom 27.03.2010. In: Youtube. Abgerufen am 25. Juni 2022.</ref> auf ihm liegen. Das Motiv hierfür ist nicht bekannt, eine Stellungnahme gab es weder von ihr noch von dem österreichischen Schlagersänger. Auch der Moderator Thomas Gottschalk äußerte sich nicht zu dem skurrilen Vorfall.<ref>Beth Ditto plättet Hansi Hinterseer. In: B.Z., 28. März 2010.</ref><ref>Rock-Wumme Beth Ditto setzt sich auf Hansi Hinterseer. In: Kronen Zeitung, 28. März 2010.</ref>

Diskografie

Studioalben

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EPs

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Singles

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Weitere Singles

  • 2017: Fire
  • 2017: We Could Run
  • 2018: I’m Alive

Weitere Veröffentlichungen

Auszeichnungen

  • 2006 – NME – Coolest Person in Rock
  • 2007 – NME Awards – Sexiest Woman of the Year – Nominierung
  • 2008 – Glamour Awards – International Artist of the Year

Literatur

  • Heavy Cross (mit Michelle Tea), deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012, ISBN 978-3-453-26675-9. (Original: Coal to Diamonds: A Memoir with Michelle Tea. Spiegel & Grau, New York City 2012, ISBN 978-0-385525916.)

Weblinks

Quellen

<references> <ref name="Ditto 2012 30">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 30 ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="Ditto 2012 46 ff">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 46 ff. ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="Ditto 2012 63 ff">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 63 ff. ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="Ditto 2012 74">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 74. ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="Ditto 2012 76">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 76. ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="Ditto 2012 123">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 123. ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="Ditto 2012 172">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 172. ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="Ditto 2012 185">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 185–186. ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="Ditto 2012 190">Beth Ditto, Michelle Tea: Heavy Cross, deutsch von Conny Lösch. Wilhelm Heyne Verlag, München 2012; S. 190–191. ISBN 978-3-453-26675-9.</ref> <ref name="billboard.com 7. März 2013">Ray Rogers: The Music That Made Me: Beth Ditto. Interview mit Beth Ditto auf billboard.com, 7. März 2013; Abgerufen am 10. Januar 2015.</ref> <ref name="Zeit 18. Juni 2009">Thomas Gross: Herein, ohne anzuklopfen, Artikel in der Zeit vom 18. Juni 2009, abgerufen am 2. Juli 2009.</ref> </references>

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