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Gerrothorax

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Gerrothorax
Datei:Gerrothorax BW.jpg

Zeichnung Gerrothorax pulcherrimus

Zeitliches Auftreten
Mitteltrias bis Obertrias
230 bis 200 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Wirbeltiere (Vertebrata)
Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Temnospondyli
Trematosauria
Plagiosauroidea
Gerrothorax
Wissenschaftlicher Name
Gerrothorax
Nilsson, 1934

Gerrothorax war ein amphibienähnliches, primitives Landwirbeltier aus der Gruppe der Temnospondylen. Seine fossilen Überreste wurden in Schweden, in Ostgrönland und in den Lettenkeupersümpfen Süddeutschlands gefunden („Esslinger Urlurch“). Es gibt nur eine bekannte gültige Art: Gerrothorax pulcherrimus, syn. G. pustulogomeratus.<ref>Hanna Hellrung: Gerrothorax pustulogomeratus, ein Temnospondyle (Amphibia) mit knöcherner Bronchialkammer aus dem Unteren Keuper von Kupferzell. In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B. Nr. 330 vom 31. Januar 2003, Stuttgart</ref>, wissenschaftlich nicht mehr gültig: Gerrothorax rhaeticus, Nilsson (1934).<ref>Nilsson, T.: Gerrothorax rhaeticus - Vorläufige Mitteilung über einen Stegocephalenfund. In: Acta Universitatis Lundensis. Nova series, 1939, S. 15 ff.</ref>

Merkmale

Datei:Gerrothorax pustuloglomeratus.JPG
Fossiles Fragment von Gerrothorax pulcherrimus

Gerrothorax wurde ausgewachsen etwa 100 cm lang.<ref>Hans-Dieter Sues & Nicholas C. Fraser (2010): Triassic Life on Land: The Great Transition· Columbia University Press, New York, page 85.</ref> Er besaß einen abgeflachten Kopf mit großen, nach oben ausgerichteten Augen; einen flachen, gedrungenen Körper sowie, auch als adultes Tier, drei Paar äußere Kiemenblätter. Der Lurch lebte permanent im Wasser. Wie bei vielen Temnospondylen verfügten die Kiefer über Dutzende scharfer Zähne. Auch auf dem Gaumen befanden sich mehrere große palatinale Zähne. Sein Biss war vermutlich immer tödlich. Fische stellten wohl die hauptsächliche Ernährungsgrundlage dar.

Gerrothorax lauerte, verborgen auf dem Gewässergrund liegend, auf vorbeischwimmende Beute. Wie andere flachköpfige Temnospondylen konnte er den Unterkiefer nicht senken, sondern musste dafür den Oberkiefer anheben. Das wurde durch eine besondere Ausbildung des Gelenks zwischen Hinterhauptsbein und Atlas ermöglicht.<ref>Prehistoric Wildlife. Abgerufen am 14. Oktober 2020.</ref> Beim Öffnen des Mauls wurde der Unterkiefer leicht vorgeschoben. Aufgerissen nahm das Maul wie bei einer Schnappschildkröte einen Winkel von ca. 50° ein.

Literatur

  • Farish A. Jenkins Jr., Neil H. Shubin, Stephen M. Gatesy & Anne Warren: Gerrothorax pulcherrimus from the Upper Triassic Fleming Fjord Formation of East Greenland and a Reassessment of Head Lifting in Temnospondyl Feeding. Journal of Vertebrate Paleontology 28(4):935-950. 2008 doi:10.1671/0272-4634-28.4.935
  • Hanna Hellrung: Gerrothorax pustulogomeratus, ein Temnospondyle (Amphibia) mit knöcherner Bronchialkammer aus dem Unteren Keuper von Kupferzell. In: Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B. Nr. 330 vom 31. Januar 2003, Stuttgart.
  • Schoch, R.R. & Witzmann, F.: Cranial morphology of the plagiosaurid Gerrothorax pulcherrimus as an extreme example of evolutionary stasis, Lethaia Bd. 45, 2012, S. 371–385.

Weblinks

Commons: Gerrothorax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />