Zum Inhalt springen

Kreis Eupen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 19. März 2026 um 11:23 Uhr durch imported>Eriosw (fix url genealogy.net).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Basisdaten
Preußische Provinz Rheinprovinz
Regierungsbezirk Aachen
Verwaltungssitz Eupen
Fläche 176 km² (1910)
Einwohner 26.156 (1910)
Bevölkerungsdichte 149 Einw./km² (1910)
Gemeinden 9 (1910)
Bestandszeitraum 1816–1921
Lage des Kreises Eupen (1905)
Datei:Eupen 1905.png

Der Kreis Eupen war ein Landkreis, der von 1816 bis 1920 zur preußischen Rheinprovinz gehörte. Der Kreissitz war in Eupen. Der größte Teil des früheren Kreisgebiets gehörte ab 1920 zum Gouvernement Eupen-Malmedy und seit 1925 im Bezirk Verviers der belgischen Provinz Lüttich.

Geschichte

Der Kreis Eupen wurde 1816 im preußischen Regierungsbezirk Aachen aus den acht Bürgermeistereien Eupen, Eynatten, Hergenrath, Kettenis, Lontzen, Preußisch Moresnet, Raeren und Walhorn gebildet.<ref>Karte Kreis Eupen</ref> Das Gebiet gehörte ursprünglich zum Herzogtum Limburg und wurde infolge des Wiener Kongresses 1815 preußisch. Heute noch erinnern die alten Belgisch-Preußischen Grenzsteine an den ehemaligen Verlauf der Grenze. Mit der Einführung der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz von 1845 wurde die Bürgermeisterei Hergenrath in die beiden Gemeinden Hauset und Hergenrath untergliedert. Die übrigen Bürgermeistereien bildeten jeweils eine einzige Gemeinde. Eupen erhielt 1856 die Rheinische Städteordnung. Im Kreis Eupen bestanden damit zuletzt eine Stadt und acht weitere Gemeinden:<ref name="terri" />

Durch den Versailler Vertrag fiel zunächst das gesamte Kreisgebiet am 10. Januar 1920 an Belgien und wurde Teil des heutigen Ostbelgiens.<ref>Versailler Vertrag, Artikel 27</ref> Bis 1925 gehörte das Kreisgebiet zum provisorischen Verwaltungsbezirk Gouvernement Eupen-Malmedy. Der Kreis Eupen wurde zum Ende des Jahres 1921 aufgelöst.<ref>Wörterbuch des Völkerrechts und der Diplomatie. (Digitalisat) Julius Hatschek, 1924, S. 293, abgerufen am 1. Januar 2015 (Lemma "Eupen-Malmedy").</ref> In Nachverhandlungen wurden zwischen dem Deutschen Reich und Belgien mehrere Grenzkorrekturen vereinbart. Dadurch kehrten die Ortschaften Bildchen, Lichtenbusch und Sief, die zum Kreis Eupen gehört hatten, ins Deutsche Reich zurück und wurden am 1. November 1922 in die Stadt Aachen eingegliedert.

Während der deutschen Besetzung Belgiens im Zweiten Weltkrieg (Mai 1940 bis 1944/45) wurde das 1919 abgetretene Gebiet vom Deutschen Reich zusammen mit den plattdeutschen Gemeinden, die vor 1920 zu Belgien gehört hatten, annektiert und als Landkreis Eupen wieder dem Regierungsbezirk Aachen zugeschlagen.<ref name="terri">Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland. Abgerufen am 22. Mai 2009.</ref><ref>"Erlaß des Führers" vom 18. Mai 1940</ref>

Einwohnerentwicklung

Datei:Eupen (Karte des Deutschen Reiches, 455. Eupen) - urn-nbn-de-0128-1-12764.jpg
Der Raum Eupen auf einer Karte aus dem Jahr 1910

Kreis

Jahr Einwohner
1825 18.599<ref name="s1827">Statistik des Regierungsbezirks Aachen. 1827, S. 112 (genealogy.net).</ref>
1852 22.630<ref>Statistik des Regierungsbezirks Aachen. 1852, S. 108 (genealogy.net).</ref>
1871 25.299<ref name="gelex">Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885, S. 248.</ref>
1880 25.888<ref name="gelex" />
1890 27.132<ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1900 26.083<ref name="demand" />
1910 26.156<ref name="demand" />

Gemeinden

Die Gemeinden des Kreises Eupen (Stand 1. Dezember 1910):<ref>Landkreis Eupen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. April 2023; abgerufen am 5. März 2026.</ref>

Gemeinde Einwohner
Eupen 13.544
Eynatten 1373
Hauset 944
Hergenrath 1343
Kettenis 1306
Lontzen 2156
Preußisch Moresnet 582
Raeren 3801
Walhorn 1107

Landräte

Amtszeit Landrat
1816–1837 Bernhard von Scheibler
1837–1849 August von Reiman
1849–1866 Amand von Harenne
1866 Julius The Losen
1866 Otto Jaeger (komm.)
1866–1868 Robert von der Heydt
1868 Julius The Losen
1868–1871 Edwin Gülcher
1871–1883 Alfred Sternickel
1883–1908 Alfred Gülcher
1909–1914 Walter The Losen
1914–1916 Herbert Rohde
1916–1917 Friedrich von Zitzewitz
1917–1920 Friedrich von Kesseler
1941–1944 Felix Seulen

Weblinks

Literatur

  • Christian Quix: Beiträge zu einer historisch-topographischen Beschreibung des Kreises Eupen nebst einem Anhange: Die ehem. Herrschaft Mesch. J. A. Mayer, Aachen 1837 (MDZ München [abgerufen am 15. August 2015]).

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein