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Heinrich Obersteiner

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Datei:Obersteiner klein Unterschrift.jpg
Heinrich Obersteiner
Datei:Professorenkollegium Wien, 1908–1910.png
Das Professorenkollegium der medizinischen Universität Wien, Kreidezeichnung von Olga Prager, Wien 1908–1910. Im Dekanatszimmer der medizinischen Fakultät der Universität Wien. Edmund von Neusser, Siegmund Exner-Ewarten, Isidor Schnabel, Ferdinand Hochstetter, Alfons Edler von Rosthorn, Anton Weichselbaum, Leopold Schrötter von Kristelli, Heinrich Obersteiner, Julius Wagner-Jauregg, Viktor von Ebner-Rofenstein, Carl Toldt, Gustav Riehl, Ottokar von Chiari, Anton von Frisch, Ernst Fuchs, Anton Freiherr von Eiselberg, Hans Horst Meyer, Ernst Ludwig, Rudolf Chrobak, Theodor Escherich, Alexander Kolisko, Julius von Hochenegg, Arthur Schattenfroh, Carl von Noorden, Emil Zuckerkandl, Richard Paltauf, Gustav Gärtner, Leopold Oser, Josef Moeller, Alois Monti, Julius Mauthner, Viktor Urbantschitsch, August Leopold von Reuss, Adolf von Strümpell, Ernest Finger, Adolf Lorenz, Friedrich Schauta<ref>Das Professorenkollegium der medizinischen Fakultät der Universität Wien, Wien 1908–1910. Bildnachweis: Sammlungen der Medizinischen Universität Wien – Josephinum, Bildarchiv; Zugehörige Personenidentifikation.</ref>

Heinrich Obersteiner (* 13. November 1847 in Wien; † 19. November 1922 ebenda) war ein österreichischer Neurologe.

Leben

Nach der 1865 am Wiener Schottengymnasium mit Auszeichnung abgelegten Matura<ref>Albert Gatscher (Red.): Verzeichnis der Abiturienten. In: Jahres-Bericht des kaiserlich königlichen Ober-Gymnasiums zu den Schotten in Wien, Jahrgang 1866, S. 67. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/jsg</ref> studierte Obersteiner an der Universität Wien bei Josef Hyrtl, Carl von Rokitansky, Josef von Škoda, Theodor Meynert sowie Ernst Wilhelm von Brücke Medizin.<ref name="nfp 20 11 1922 06">Otto Marburg: Heinrich Obersteiner †. In: Neue Freie Presse, Nachmittagblatt, Nr. 20906/1922, 20. November 1922, S. 6 f. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp</ref> 1870 promovierte er zum Dr. med., 1871 zum Dr. chir.

1873 habilitierte er sich als Privatdozent für Physiologie und Pathologie des Gehirnes. Mitte der 1870er-Jahre übernahm er die Leitung der ab 1860 von seinem Vater, Heinrich Obersteiner (1820–1891), und Max Leidesdorf in (Wien-)Oberdöbling, Hirschengasse 47 (später benannt: Krottenbachstraße 4; heute: Obersteinergasse 22) geführten, 1831 von Bruno Görgen gegründeten privaten Heilanstalt für Gemüths- und Nervenkranke,<ref>Heilanstalten. (…) b) Privat. (…) Leidesdorf Max (…). In: Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger (…) für (…) Wien. Teil II: Nachweis. Behörden, öffentliche Institute und Gebäude, Privatanstalten und Vereine. Achter Jahrgang (1870). Hölder, Wien 1869, S. 25 (wienbibliothek.at).</ref> die während des Ersten Weltkriegs, 1917, in eine Heilanstalt für Kopfverletzte und Nervenkranke überging.<ref>Kleine Chronik. (…) Hofrat Professor Obersteiner. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 15532/1907, 17. November 1907, S. 9, unten rechts. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp sowie
Brand in der Heilanstalt für Kopfverletzte und Nervenkranke. In: Deutsches Volksblatt / Deutsches Volksblatt. Radikales Mittelstandsorgan / Telegraf. Radikales Mittelstandsorgan / Deutsches Volksblatt. Tageszeitung für christliche deutsche Politik, Morgen-Ausgabe, Nr. 10831/1919 (XXXI. Jahrgang), 1. März 1919, S. 5, Mitte links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dvb</ref><ref group="Anm.">Gemäß Lehmann 1899 offerierte die Heilanstalt (unter Billrothstraße 69) Betten für 70 Kranke. (wienbibliothek.at).</ref>

1880 wurde Obersteiner an der Universität Wien zum außerordentlichen Professor für Physiologie und Pathologie des Zentralnervensystems ernannt. 1882 gründete er das (internationalen Ruf erlangende)<ref name="nfp 20 11 1922 06" /> Universitätsinstitut für Anatomie und Physiologie des Zentralnervensystems (heute Klinisches Institut für Neurologie am Medizinischen Universitätscampus Wien), ab 1900 Neurologisches Institut, mit morphologischer Hirnforschung als Schwerpunkt. 1885 wurde er in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen.<ref>Mitgliedseintrag von Heinrich B. Obersteiner bei der Deutschen Akademie der Naturforscher LeopoldinaVorlage:Abrufdatum</ref> 1898 erfolgte die Ernennung zum Ordinarius für Physiologie und Pathologie des centralen Nervensystems. 1906 wurde ihm der Titel Hofrat verliehen,<ref>Kleine Chronik. (…) Hofrat Obersteiner. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 15126/1906, 1. Oktober 1906, S. 7, Mitte oben. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp</ref> 1919 trat er in den Ruhestand.

Obersteiner, Eigentümer der von seinem Vater übernommenen privaten Heilanstalt in Oberdöbling, wohnte mit seiner Familie bis zum Verkauf der Liegenschaft (um 1916) im Anstaltsgebäude, wo er über Jahrzehnte eine zigtausend Bände umfassende, von Fachkollegen zu nutzende Bibliothek aufgebaut hatte (und die er letztwillig dem Institut für Neurologie überließ). Infolge des Ersten Weltkriegs verlor Obersteiner fast sein gesamtes Vermögen. Nach seinem Tode musste die neben der Privatklinik errichtete, kaum bezogene Villa veräußert werden, um der Witwe, Helene († 1941), einer Tochter Leidesdorfs, eine würdigere Existenz zu sichern.<ref>Erwin Stransky: Erinnerungen an Heinrich Obersteiner zum 31. Juli 1957. In: Wiener Klinische Wochenschrift. Nr. 30/1957, 26. Juli 1957, ISSN 0043-5325, S. 537 f. – <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Volltext online (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ub.meduniwien.ac.at (PDF; 1,4 MB).</ref>

Obersteiner war u. a. 1909 Gründungsmitglied<ref>Anonym (die Secretäre): Errichtung einer Internationalen Liga gegen Epilepsie. In: Epilepsia. Band 1, 1909, S. 232–234.</ref> und 1909–15 Mitglied des Schirmherrengremiums (Patronats) der Zeitschrift „Epilepsia“ der Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE). Er verfasste u. a. die erste deutschsprachige Publikation zum Status epilepticus.<ref>Obersteiner H.: Ueber den Status epilepticus. In: Wien Med Wchschr. Band 23, 1873, S. Sp 544–547.</ref>

Heinrich Obersteiner wurde am 22. November 1922 auf dem Döblinger Friedhof in einem von der Stadt Wien ehrenhalber gewidmeten Grab (Gruppe 6, Nr. 1) zur letzten Ruhe bestattet.<ref>Hedwig Abraham: Obersteiner Heinrich, Univ. Prof. Dr. Abgerufen am 14. Juli 2013.</ref>

Im Jahr 1938 wurde in Wien-Döbling (19. Bezirk) die Obersteinergasse nach ihm benannt.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Commons: Heinrich Obersteiner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Anmerkungen

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