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Churchit-(Y)

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Churchit-(Y)
Datei:Churchite-(Y)-102477.jpg
Nadeliger Churchit-(Y) aus der Grube „Leonie I“, Auerbach, Bayern
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1987 s.p.<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Cuh-Y<ref name="Warr" />

Chemische Formel Y[PO4]·2H2O<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/C.25-030<ref name="Lapis" />

8.CJ.50
40.04.06.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe A2/a (Nr. 15, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/15.2<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 6,27 Å; b = 15,01 Å; c = 6,15 Å
β = 126,6°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 3,26; berechnet: 3,11<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}, gut nach {010} und {100}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität muschelig
Farbe farblos bis schneeweiß
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig
Glanz Glasglanz, Perlglanz auf Spaltflächen
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,605 bis 1,623<ref name="Mindat" />
nβ 1,608 bis 1,631<ref name="Mindat" />
nγ 1,645 bis 1,657<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,040<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig positiv
Achsenwinkel 2V = 10° (gemessen); 60° (berechnet)<ref name="Mindat" />

Churchit-(Y) (auch Weinschenkit oder Rogersit) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ mit der chemischen Zusammensetzung Y[PO4]·2H2O<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Yttriumphosphat.

Churchit-(Y) kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Die seltenen Kristalle zeigen einen säuligen bis nadeligen Habitus und sind bis zu 6 mm lang. Oft bilden sie radialstrahlige, flache Mineral-Aggregate. Churchit-(Y) ist farblos bis schneeweiß, seltener auch leicht grau oder blass fleischfarben mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Die Dichte beträgt 3,11 bis 3,26 g/cm3 und die Mohshärte beträgt 3.

Etymologie und Geschichte

Erstmals beschrieben wurde das Mineral 1865 von Arthur Herbert Church in Proben aus Cornwall, England, allerdings mit falscher chemischer Zusammensetzung. 1923 beschrieb Laubmann das wasserhaltige Y-Phosphat unter dem Namen Weinschenkit.

Danas 7. Ausgabe des „System of Mineralogy“ (1951) führte das Y-Phosphat als Weinschenkit und das Ce-Phosphat als Churchit, zu Ehren des englischen Chemikers Arthur Herbert Church. 1966 wurde für Weinschenkit der Name Churchit-(Y) eingeführt.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Churchit-(Y) noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/C.25-030. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, ohne fremde Anionen“, wo Churchit-(Y) zusammen mit Brushit und Pharmakolith sowie den diskreditierten Mineralen Churchit-(Dy) und Churchit-(Nd) eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/C.25 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Churchit-(Y) ebenfalls in die Abteilung „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Ausschließlich mit großen Kationen“ zu finden, wo es zusammen mit Ardealit, Brushit und Pharmakolith die „Churchitgruppe“ mit der Systemnummer 8.CJ.50 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Churchit-(Y) die System- und Mineralnummer 40.04.06.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A3+XO4 × x(H2O)“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 40.04.06.

Kristallstruktur

Churchit-(Y) kristallisiert monoklin im selben Strukturtyp wie Gips in der Raumgruppe A2/a (Raumgruppen-Nr. 15, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/15.2 mit den Gitterparametern a = 6,27 Å; b = 15,01 Å; c = 6,15 Å und β = 126,6° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften

Churchit-(Y) ist löslich in heißen Säuren, in Lauge hingegen unlöslich. Bei vorsichtigen Erhitzen zeigt Churchit Thermolumineszenz.

Bildung und Fundorte

Datei:Churchite-(Y)-102478.jpg
Mehrere kleine Büschel von Churchit-(Y) auf Muttergestein

Churchit-(Y) bildet sich sekundär bei der Verwitterung von Pegmatiten, Karbonatiten und anderen Y-haltigen Gesteinen.

Am Mount Weld in Westaustralien tritt Churchit-(Y) zusammen mit Goyazit, Gorceixit, Florencit, Crandallit, Monazit, Apatit und Cerianit-(Ce) auf.

Auch die Eisenerzgruben Maffei I und II und Leonie in Auerbach in der Oberpfalz sind bekannte Fundstellen des Minerals.

Von anderen Vorkommen werden Paragenesen mit Rhabdophan, Wavellit, Türkis, Variscit, Kakoxen, Beraunit, Dufrénit, Todorokit, Lithiophorit, Hämatit, Limonit, und Tonmineralen beschrieben.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Als seltene Mineralbildung konnte Churchit-(Y) nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 90 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2025).<ref name="Mindat-Anzahl" />

Siehe auch

Literatur

  • B. G. Lottermoser: Churchite from the Mt Weld carbonatite laterite, Western Australia. In: Mineralogical Notes. Band 51, 1986, S. 468–469 (rruff.geo.arizona.edu [PDF; 514 kB; abgerufen am 5. September 2025]).

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Churchite-(Y). In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 5. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Localities for Churchite-(Y). In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 5. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>