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Jodie Foster

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Jodie Foster (2025)
Signatur
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Jodie Foster (* 19. November 1962 als Alicia Christian Foster in Los Angeles, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Filmregisseurin und -produzentin. Ihren internationalen Durchbruch hatte sie bereits als Jugendliche in dem Film Taxi Driver (1976). Zu den wichtigsten Meilensteinen ihrer Karriere zählen das Drama Angeklagt (1988) und der Psychothriller Das Schweigen der Lämmer (1991), für die sie jeweils den Oscar als beste Hauptdarstellerin erhielt. 1991 debütierte sie mit Das Wunderkind Tate als Regisseurin. Weitere Erfolge feierte sie unter anderem mit den Filmen Nell (1994), Contact (1997), Panic Room (2002) und Der Gott des Gemetzels (2011).

Leben

Kindheit und Jugend

Jodie Foster wurde 1962 einige Monate nach der Trennung ihrer Eltern Evelyn Ella „Brandy“ Almond (1928–2019) und Lucius Fisher Foster III (1922–2016) als deren viertes Kind geboren. Anfang des Jahres 1963 zog ihre deutschstämmige Mutter mit den Kindern ins San Fernando Valley im Nordwesten von Los Angeles zu ihrer Lebensgefährtin, die den überwiegenden Beitrag zum Familienunterhalt leistete. Die Beziehung dauerte bis 1976. Zusammen mit ihren Geschwistern, dem Bruder Buddy (* 1957) und zwei Schwestern (* 1954 und 1955), wuchs Foster in Los Angeles auf.<ref>Buddy Foster, Leon Wagener: Foster Child: A Biography of Jodie Foster. E. P. Dutton, Penguin Press, New York 1997, ISBN 0-525-94143-6</ref>

Ihre Mutter arbeitete in der Filmbranche, weshalb Foster bereits im Alter von drei Jahren in einer Fernsehwerbung für die amerikanische Sonnencreme Coppertone auftauchte. Die Mutter hatte eigentlich ihren Bruder zum Vorsprechen vorgesehen, jedoch auch Jodie zum Vorstellungstermin mitgenommen, wo sie den Casting-Agenten auffiel.<ref>Liz Sonneborn: A to Z of American women in the performing arts. Facts on File, New York 2002, ISBN 0-8160-4398-1, S. 73 (archive.org [abgerufen am 12. Dezember 2023] Kapitel über Jodie Foster auf Seite 73).</ref> Dieser Fernsehspot führte zu weiteren Einsätzen in der Werbung und 1968 zu einem kleinen Auftritt in der amerikanischen Sitcom Mayberry R.F.D., in der ihr Bruder die Hauptrolle spielte.<ref>Buddy Foster und Leon Wagner: Jodie Foster. In: Verlagsgruppe Ullstein Buchverlage GmbH (Hrsg.): Biografie. 1. Auflage. Taschenbuch. Econ Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-612-26506-7.</ref> In den folgenden Jahren trat Foster in über 50 Fernsehwerbesendungen auf; sie und ihr Bruder wurden in dieser Zeit zu den Hauptverdienern der Familie.

Karriere

Datei:Jodiefoster at 61st Academy Awards re-cropped.jpg
Jodie Foster (1989)

Foster spielte dann zunächst in Fernsehserien wie Bonanza, Kung Fu, Bob & Carol & Ted & Alice, Love Story, The Addams Family und Paper Moon mit. Ihre erste Kinofilmrolle spielte sie im Alter von zehn Jahren in der Disney-Produktion Flucht in die Wildnis (Originaltitel: Napoleon and Samantha, 1972). Bei den Dreharbeiten wurde sie von einem Löwen zweimal angegriffen und wäre fast getötet worden, was sie noch heute beschäftigt.<ref>Jodie Foster: „Ich wurde fast von einem Löwen gefressen“. In: InTouch. 24. März 2024, abgerufen am 18. Juni 2025.</ref>

In den 1970er Jahren drehte sie als Kinderdarstellerin weitere Disney-Filme. 1974 gab ihr der damals noch unbekannte Regisseur Martin Scorsese eine Nebenrolle in Alice lebt hier nicht mehr. Überzeugt von ihrem Talent, besetzte er sie auch in seinem nächsten Film Taxi Driver (1976) als minderjährige Prostituierte. Damit wurde die 13-Jährige weltberühmt; neben einer Nominierung für den Oscar als beste Nebendarstellerin erhielt sie für die Rolle zwei British Academy Film Awards und den David di Donatello.

Im selben Jahr spielte sie in den Komödien Bugsy Malone und Ein ganz verrückter Freitag. Für Bugsy Malone wurde Foster erneut mit zwei British Academy Film Awards ausgezeichnet und für Ein ganz verrückter Freitag erhielt sie eine Golden-Globe-Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie. In Das Mädchen am Ende der Straße (ebenfalls 1976) spielte sie eine unabhängig lebende hochtalentierte Jugendliche, wofür sie mit dem Saturn Award ausgezeichnet wurde.

Neben der Schauspielerei machte Foster an der renommierten zweisprachigen Privatschule Le Lycée Français de Los Angeles ihren Abschluss als Jahrgangsbeste. Von 1980 bis 1985 studierte sie an der Yale University im Fach Literatur und schloss das Studium mit magna cum laude ab. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie über die afroamerikanische Autorin Toni Morrison. Durch ihre ausgezeichneten Französischkenntnisse machte sie schließlich auch in Frankreich von sich reden: Im Filmdrama Das Blut der Anderen (Originaltitel: Le Sang des autres) von Claude Chabrol aus dem Jahr 1984 spielte sie die Hauptrolle.

In ihrer Studienzeit schrieb Foster einige Artikel für Zeitschriften und interviewte u. a. Nastassja Kinski. Die beiden Frauen wurden Freundinnen und suchten nach einer Möglichkeit für eine Zusammenarbeit. Die Gelegenheit ergab sich 1984 in dem Film Hotel New Hampshire, basierend auf einem Roman von John Irving, der in dem kleinen Städtchen Tadoussac in der kanadischen Provinz Québec gedreht wurde. Vier Jahre später übernahm Foster in Angeklagt die Rolle einer vergewaltigten Frau, für die sie ihren ersten Oscar erhielt.

1991 debütierte sie mit Das Wunderkind Tate als Regisseurin. Über die Situation von Frauen in Hollywood sagte sie, diese Branche sei Frauen nicht besonders wohlgesinnt, aber sie brauche sie. „Doch die weiblichen Pioniere müssen zehnmal besser sein als jeder Mann. Vielleicht gründen wir ja eines Tages ein ‚Old Girls Netzwerk‘ […].“<ref>Jodie Foster: Zum Glück nicht normal. In: Emma. Abgerufen am 18. Mai 2016.</ref> Im selben Jahr spielte Foster – anstelle von Michelle Pfeiffer – eine FBI-Agentin in Das Schweigen der Lämmer; die Zusammenarbeit mit Anthony Hopkins brachte beiden einen Oscar ein. 2001 löste sie ihre Produktionsfirma Egg Pictures aus familiären Gründen auf. Zu den Werken gehören – neben ihren eigenen – Lost Heaven, Waking the Dead und Baby Blues.

Sie übernahm gelegentlich Sprechrollen, so 1996 und 1997 in den Serien Frasier und Akte X in jeweils einer Episode als Anruferin und als Stimme in einer Halluzinationssequenz. In einer Episode der Simpsons ist sie im US-amerikanischen Original als Stimme von Maggie Simpson zu hören. 1997 verlieh ihr die Yale University einen Ehrendoktortitel.<ref>Yale Bulletin & Calendar - Commencement 1997. Abgerufen am 23. Juli 2019.</ref>

Datei:Jodie Foster.4785.jpg
Jodie Foster (2007)

Foster gehört zu den bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods. 2007 belegte sie in einer Rangliste des Hollywood Reporter mit einer Gagenforderung von zehn bis zwölf Millionen US-Dollar pro Film den neunten Platz.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Top actress salaries are quoteworthy (Memento vom 21. November 2008 im Internet Archive) bei hollywoodreporter.com, 30. November 2007</ref> Im Juli 2008 belegte sie in einer Forbes-Rangliste mit Gagen von 23 Millionen US-Dollar (zwischen Juni 2007 und Juni 2008) hinter Cameron Diaz, Keira Knightley, Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und Gwyneth Paltrow den sechsten Platz.<ref>Wesley Johnson: Hollywood’s Top Earners. Press Association Newsfile, 23. Juli 2008, 4:38 PM BST</ref>

Im selben Jahr spielte sie im Film Die Fremde in dir eine Journalistin, die durch ein brutales Verbrechen in die Position eines Racheengels gedrängt wird. Sie beschrieb ihre Rolle wie folgt: „Es geht dabei nicht um Rache. Es geht um eine Frau, die ihr Leben zurückwill. Dabei muss sie dem Drang folgen, immer wieder abzudrücken. Sie entdeckt eine grausame Seite in sich und lebt sie aus, um zu überleben. Sie hat erfahren, wie sich Machtlosigkeit anfühlt. Mit der Waffe in der Hand ergreift sie die Macht. Sogar über Leben und Tod.“<ref>Jodie Foster: Die Unantastbare. In: stern.de. Abgerufen am 18. Mai 2016.</ref>

Während der Dreharbeiten in Frankreich zu Roman Polańskis Filmversion von Yasmina Rezas Theaterstück Der Gott des Gemetzels übernahm Foster 2011 den Vorsitz der César-Verleihung 2011. 2013 erhielt sie bei der Verleihung der Golden Globes den Cecil B. DeMille Award für ihr Lebenswerk.<ref>Jodie Foster to receive the Cecil B. De Mille Award. In: goldenglobes.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. November 2012; abgerufen am 2. November 2012.</ref>

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2021 wurde ihr die Goldene Ehrenpalme zuerkannt.<ref>Jodie Foster, special guest of the Opening Ceremony and the Honorary Palme d'or of the 74th Festival de Cannes. In. festival-cannes.com, 2. Juni 2021 (abgerufen am 3. Juni 2021).</ref> Drei Jahre später wurde sie für die Nebenrolle der Schwimmtrainerin Bonnie Stoll in dem Sportlerdrama Nyad (2023) erneut für den Oscar und den Golden Globe nominiert.

Privatleben

Foster hat zwei Söhne (* 1998 und 2001). Im Dezember 2007 bekannte sich Foster erstmals öffentlich zu ihrer langjährigen Lebensgefährtin Cydney Bernard; im Mai 2008 gab sie die Trennung bekannt. Seit 2013 ist sie mit der Schauspielkollegin Alexandra Hedison zusammen; im April 2014 hat das Paar geheiratet.<ref>Jodie Foster Marries Girlfriend Alexandra Hedison. Abgerufen am 21. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Synchronstimme

Die Standardsprecherin für Fosters deutsche Synchronstimme ist die Schauspielerin Hansi Jochmann, in den Filmen Nell und Lost Heaven wurde sie von Heidrun Bartholomäus synchronisiert. Foster spricht und versteht etwas Deutsch.<ref>Muskeln brauche ich nicht. Spiegel Online, 10. Oktober 2005, abgerufen am 19. November 2012.</ref> In französischen Versionen ihrer Filme synchronisierte sie sich bis 2011 bis auf wenige Ausnahmen selbst, da sie fließend Französisch spricht.

Sonstiges

John Hinckley jr. verübte 1981 ein Attentat auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, um Fosters Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Nach der Tat fand man bei ihm einen Brief an Foster; er hatte sie bereits früher mit Briefen und Telefonanrufen belästigt. Sie schilderte die Ereignisse noch Jahre später als traumatisierend.

Der Asteroid (17744) Jodiefoster wurde nach ihr benannt. 2026 wurde sie zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Filmografie (Auswahl)

Darstellerin

Filme

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Fernsehserien

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  • 1968, 1970: Mayberry R.F.D. (2 Folgen)
  • 1969: Doris Day in … (The Doris Day Show, Folge 1x23 The Baby Sitter)
  • 1969: Julia (Folge 2x09 Romeo and Julia)
  • 1969–1971: Eddies Vater (The Courtship of Eddie’s Father, 5 Folgen)
  • 1969–1972: Rauchende Colts (Gunsmoke, 3 Folgen)
  • 1970: Nanny und der Professor (Nanny and the Professor, Folge 1x04 The Scientific Approach)
  • 1970: Disneyland (2 Folgen)
  • 1970: Daniel Boone (eine Folge)
  • 1970: Adam-12 (eine Folge)
  • 1971–1972: Meine drei Söhne (My Three Sons, 6 Folgen)
  • 1972: Der Chef (Ironside, eine Folge)
  • 1972: Bonanza (A Place to Hide, eine Folge)
  • 1972: The New Scooby-Doo Moovies (eine Folge, Synchronstimme)
  • 1972: The Paul Lynde Show (eine Folge)
  • 1972: Ghost Story (eine Folge)
  • 1972: The Amazing Chan and the Chan Clan (14 Folgen, Synchronstimme)
  • 1973: Die Partridge Familie (The Partridge Family, eine Folge)
  • 1973: Kung Fu (Staffel 1x10 Alethea)
  • 1973: Die Addams Family (The Addams Family, eine Folge)
  • 1973: The New Perry Mason (eine Folge)
  • 1973: Bob & Carol & Ted & Alice (2 Folgen)
  • 1973: Love Story (eine Folge)
  • 1973–1975: Junge Schicksale (ABC Afterschool Specials, 3 Folgen)
  • 1974: Paper Moon (13 Folgen)
  • 1975: Medical Center (eine Folge)
  • 1984: Ein Engel auf Erden (Highway to Heaven, 2 Folgen)
  • 1996: Frasier (eine Folge, Stimme)
  • 1997: Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI (The X-Files, eine Folge, Stimme)
  • 2009: Die Simpsons (The Simpsons, eine Folge, Synchronstimme)
  • 2024: True Detective

Regisseurin

Produzentin

Auszeichnungen (Auswahl)

Oscar

  • Auszeichnungen:
1989: Beste Hauptdarstellerin für Angeklagt
1992: Beste Hauptdarstellerin für Das Schweigen der Lämmer
  • Nominierungen:
1977: Beste Nebendarstellerin für Taxi Driver
1995: Beste Hauptdarstellerin für Nell
2024: Beste Nebendarstellerin für Nyad

British Academy Film Award

  • Auszeichnungen:
1977: Vielversprechendste Newcomerin für Taxi Driver und Bugsy Malone
1977: Beste Nebendarstellerin für Taxi Driver und Bugsy Malone
1992: Beste Hauptdarstellerin für Das Schweigen der Lämmer

Golden Globe Award

  • Auszeichnungen:
1989: Beste Darstellerin in einem Drama für Angeklagt
1992: Beste Darstellerin in einem Drama für Das Schweigen der Lämmer
2013: Cecil B. deMille Award für ihr Lebenswerk
2021: Beste Nebendarstellerin für The Mauritanian
2025: Beste Hauptdarstellerin – Miniserie, Anthologie-Serie oder Fernsehfilm für True Detective: Night Country
  • Nominierungen:
1977: Beste Darstellerin in einem Musical oder einer Komödie für Ein ganz verrückter Freitag
1995: Beste Darstellerin in einem Drama für Nell
1998: Beste Darstellerin in einem Drama für Contact
2008: Beste Darstellerin in einem Drama für Die Fremde in dir
2012: Beste Darstellerin in einem Musical oder einer Komödie für Der Gott des Gemetzels
2024: Beste Nebendarstellerin für Nyad

Screen Actors Guild Award

  • Auszeichnungen:
1995: Beste Hauptdarstellerin für Nell

Goldene Palme

  • Auszeichnungen:
2021: Ehrenpreis für ihr Lebenswerk

Literatur

  • Louis Chunovic: Jodie Foster. Ein Porträt. VGS, Köln 1997, ISBN 3-8025-2416-0.
  • Robert Fischer: Jodie Foster. 2., erweiterte Auflage. Heyne Verlag, München 1995, ISBN 3-453-05975-1.
  • Buddy Foster: Jodie Foster. Eine Biographie. Econ-Verlag, Düsseldorf/München 1997, ISBN 3-430-12882-X
  • Adolf Heinzlmeier: Jodie Foster. Paul-Zsolnay-Verlag, Wien 1993, ISBN 3-552-05041-8.
  • Sonja Kochius: Jodie Foster. Mit eisernem Willen von Erfolg zu Erfolg. Bastei/Lübbe, Bergisch Gladbach 1996, ISBN 3-404-61371-6.
  • Ralph Geisenhanslüke: Ich habe einen Traum. Jodie Foster erzählt von den Filmen, die sie im Traum dreht. In: Die Zeit, 20. Oktober 2005, Nr. 43/2005.
  • Nils Minkmar: Wegbegleiterin durch die Geschichte. Die Hollywood-Ikone Jodie Foster wird 60. In: Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 43/2022. 27. Oktober 2022;.

Dokumentation

  • Jodie Foster – Hollywoods Alleskönnerin. Regie: Camille Juza, Yal Sadat. In: ARTE F, Frankreich 2021, Laufzeit 54 min

Weblinks

Commons: Jodie Foster – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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