Wommelshausen
Wommelshausen Gemeinde Bad Endbach
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(873)&title=Wommelshausen 50° 46′ N, 8° 30′ O
{{#coordinates:50,766111111111|8,4944444444444|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Wommelshausen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 343 (268–510) m | |||||
| Fläche: | 5,94 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 873 (Mai 2011)<ref name="Z2011E" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 147 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Februar 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 35080 | |||||
| Vorwahl: | 02776 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Wommelshausen (mundartlich Wommelshause) ist ein Dorf im Südwesten des Hessischen Hinterlandes und als solches ein Ortsteil der Gemeinde Bad Endbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Zu Wommelshausen gehört der Ortsteil Hütte (mundartlich Wommelshäuser Hedde).
Seit dem 20. Dezember 1962 ist Wommelshausen mit dem Prädikat staatlich anerkannter Erholungsort ausgezeichnet.<ref>Prädikate auf dem Prüfstand – Erwachen aus dem Dornröschenschlaf In: Oberhessische Presse. aufgerufen am 25. März 2016.</ref> Wommelshausen nahm 5-mal am Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ teil und erzielte 1990 den 2. Platz im Landesentscheid.<ref>Horst W. Müller: 50 Jahre Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen, Wommelshausen als Fremdenverkehrsort, Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V., Wommelshausen 2003, S. 7.</ref>
Geografische Lage
Wommelshausen liegt (Ortskern 350 m ü. NN) in einem linken Seitental am Oberlauf der Salzböde, ca. 1 km nördlich von Endbach, in Nestlage in einem nur nach Süd-Ost offenen Talkessel der Südabdachung der Bottenhorner Hochflächen zum oberen Salzbödetal. Seine Ortslage im Gladenbacher Bergland, einem östlichen Ausläufer des Westerwaldes überschneidet sich hier mit dem Südausläufer des Rothaargebirges. Südöstlich vom Hauptort in ca. 1,5 km Entfernung liegt an der Salzböde der Ortsteil „Hütte“.
Der Ort liegt in einer wechselhaften Mittelgebirgslandschaft zwischen den Städten Marburg (östlich), Dillenburg (westlich) und nördlich von Wetzlar im südwestlichen Hessischen Hinterland.
Durch Wommelshausen verläuft die Landesstraße 3049, die im Ortsteil Hütte von der L 3050 abzweigt.
Von 1902 bis 2001 war der Ort über die Aar-Salzböde-Bahn erschlossen.
Geschichte
Vorgeschichte, Trapezbeil und Doppelaxt
In der Gemarkung Wommelshausen wurden auf einem Acker auf der Äwwelt (Flurname) ein etwa neun Zentimeter langes Trapezbeil aus dem Neolithikum gefunden.
Steinerne Doppelaxt aus dem Jungneolithikum, „Amazonenaxt“, der südlichste Fund
Als Besonderheit gilt der Fund einer im Schaftloch alt zerbrochenen steinernen halben Doppelaxt aus Diorit, einer Amazonenaxt, einem Statussymbol mit kultischer Bedeutung, die bei Ausschachtungsarbeiten 1973 im Gewenn (Flurname) entdeckt wurde.<ref>Horst W. Müller: Wommelshausen 1336–1986 – Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, OCLC 174007311. Seiten 9, 10 u. Bildseite, Beitrag von Albrecht Jockenhövel.</ref><ref>Norbert Gebauer: Das Fragment einer Doppelaxt der norddeutschen Trichterbecherkultur bei Bad Endbach-Wommelshausen, Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 1, März 1991, S. 58 u. 59.</ref> Diese Doppelaxt aus dem frühen dritten Jahrtausend v. Chr. (Jungneolithikum, Trichterbecherkultur, Megalithgräber, Hünengräber) ist der südlichste Fund einer mit Rillen verzierten Steinaxt und das einzige Exemplar in Hessen.
Nahezu ähnliche, aber unzerbrochene doppelschneidige Äxte – wohl auch Statussymbole – fand man als Beigabe in einem Einzelgrab in Wertle/Emmeln im Landkreis Emsland<ref>Spuren der Jahrtausende, Archöologie und Geschichte in Deutschland, Hrsg. Uta von Freeden, Siegmar von Schnurbein, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2002, Abb. 256, Seite 149; ISBN 3-8062-1337-2.</ref> und zwei weitere bei Buxtehude im Landkreis Stade und bei Lembruch im Landkreis Diepholz.
Mittelalter
Zwischen 500 und 600 n. Chr. wurde Mittelhessen in den fränkischen Staatsverband eingegliedert. Die „‑hausen‑Orte“ in diesem Raum entstanden danach im Zuge der fränkischen Staatskolonisation, in der Zeit vom 6. bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. Die frühmittelalterliche Siedlungsform bestand aus verstreut liegenden Einzelgehöften und Siedlungen in Weilerform am Oberlauf kleiner Bäche bzw. in der Nähe von Quellen. Höfe fränkischer Grundherren und Einzelhöfe freier Bauern legte man nach und nach aus strategischen Gründen zusammen zu Hofgruppen, bachabwärts an windgeschützte Stellen, auch der besseren Wasserversorgung wegen.
Doppelort: Ober- und Nieder-Wommelshausen, älter als von Urkunden belegt
Erstmals wird Wommelshausen am 10. August 1336 als „villa Womoldisdhusin superior et inferio“, als Doppelort Ober- und Nieder-Wommelshausen in einer zufällig erhaltenen Urkunde des Deutschen Ritterordens der Kommende Marburg erwähnt, was aber nichts über das wirkliche Alter der Siedlung aussagt.
An der Alten Kirche Wommelshausen (Marien-Kapelle, 1100 bis 1200 Jahre alt) wurden jedoch bereits 1268 (dendrochronologisch belegt) Renovierungen am Giebel und an der Südwand vorgenommen. Daraus lässt sich schließen, dass der Ort zu dieser Zeit schon längere Zeit bestand.
In erhaltenen Urkunden späterer Zeit wurde der Ort dann unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern jeweils das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Womulshusen (1340), Wommeldishoffen (ungenaue Datierung), Waneboltshusen (1400), Wamelzshusen (1435), Wommelzhusen (1460), Womelshusen (1500), Wumolzhusen (1536), Womeltzhausen (1570), Wolmershausen (1577), Wommeltzhausen (1586) und Womelshausen (1707).
Der Ortsname ist abgeleitet vom fränkischen Vornamen Womhold oder Wombold, dem Besitzer des ersten, ehemals dominanten Hofes.
Nieder-Wommelshausen wüst infolge klimatischer und kriegerischer Einwirkungen
Das Dorf Nieder-Wommelshausen fiel bereits Mitte des 14. Jahrhunderts wüst,<ref>Horst W. Müller: Wüstungen im Raum Bad Endbach, Wo lagen Elwertshausen und Niederwommelshausen?, Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 1, April 2009, S. 66–68.</ref> vermutlich zerstört und aufgegeben infolge klimatischer Veränderungen / Einwirkungen, u. a. durch ein extremes Starkregenereignis (Magdalenenhochwasser 1342) und kriegerischer Auseinandersetzungen wie der 100-jährigen Dernbacher Fehde, Ende 1336. Das Dorf wird nach 1350 nicht mehr schriftlich erwähnt. Ober-Wommelshausen mit der Marien-Kapelle, nördlich im Talkessel liegend, blieb bestehen.
Der ehemalige Standort von Nieder-Wommelshausen, südlich an der Einmündung des Dorfbachs (Wommelshäuser Bach) in die Dernbach, ca. 250 m westlich der Neuen Siedlung, ist bekannt und belegt durch Flurnamen (z. B. „im Höfchen“) und Bodenfunde (Keramik).
Ein einzelner, nordöstlich am Rand/Ende des ehemaligen Standortes gelegener Hof, „Menn Hoob“ (Flurname) genannt, (Name entstanden aus „am End“ > Amend, verkürzt zu > Menn) hat vermutlich dort noch über längere Zeit existiert, wie die Legende berichtet.
Burg Neu Dernbach auf ehemaliger Wommelshäuser Gemarkung
Mit dem Bau der Burg Neu-Dernbach wurde ab 1350 auch neue die Gemarkung Dernbach gebildet, die man aus der Gemarkung von Wommelshausen herausschnitt. Als Entschädigung erhielt Wommelshausen vom hessischen Landgrafen im Süden ein Teilgebiet der um 1340 aufgegebenen Ortschaft Seibertshausen, und zwar meist Wald am Hang (daher Flurname „Hessen“ oder genannt „die Hessen“) mit zugehörigen Wiesen im Salzbödetal.<ref>Horst W. Müller: Wommelshausen 1336–1986 – Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, S. 30 bis 33.</ref>
22 landgräfliche Lehnhöfe
Wommelshausen war ab 1336, nach dem Ende der Dernbacher Fehde, ein landgräflich-hessisches Dorf und unterstand keinem weiteren Ortsherren. Den größten Grundbesitz als hessische Lehensinhaber hatten hier die „Herren von und zu Dernbach“ (Dernbach (Adelsgeschlecht)) auf „Burg Neu-Dernbach“, deren Lehen bis 1707 von den Landgrafen erneuert wurde. Ihr Lehensbesitz wurde z. B. 1577 von elf Beständern (Bauern) bewirtschaftet, der Besitz der „Rode von Dernbach“ (Sitz in Marburg, wurden nur „Rode“ genannt) von drei. Der Deutsche Ritterorden in Marburg besaß hier vier Güter als Lehen, die „Herren von Schwalbach“ und der Gladenbacher Amtmann „Daniel Lynker“ (auf Hülshof) hatten je zwei Lehnhöfe im Ort.
Gemeindegrenze im Osten
Ab der östlichen Gemarkungsgrenze von Dernbach, die dem Verlauf der „Innenheege“ (Mittelhessische Landheegen) entspricht, verläuft auch die Ostgrenze von Wommelshausen entlang der „Innennheege“, die Landgraf nHeinrich I. zwischen 1297 und 1307 anlegen ließ. An der Grenze zwischen den Gemarkungen Wommelshausen und Weidenhausen (Gladenbach) (am Hiemerk, Fln.) weicht der Grenzverlauf von der Innenheege ab und zieht von der Salzböde südwestlich ab durch den Wald über die Hessen (Flurname) bis zur „Endbacher Platte“. Dieser Verlauf der Ostgrenze war gleichzeitig auch die Grenze zwischen den Verwaltungsbezirken „Obergericht“ und „Untergericht“ des ehemaligen Amtes Blankenstein und zugleich Grenze zwischen den beiden früheren Kirchspielen Hartenrod (Obergericht) und Gladenbach (Untergericht). Heute ist dies die Grenze zwischen Bad Endbach und Gladenbach.
Die Ostgrenze ist auch eine Mundartscheide (z. B. Hink (westl.) / Huink (östl.) für „Honig“, Emer (westl.) / Äimer (östl.) für „Eimer“, Läder (westl.) / Lädder (östl.) für „Leiter“) und war auch eine Trachtengrenze z. B. bei der ehemaligen weiblichen Kopfbedeckung, und zwar zwischen der „Dellmutsche“ (westl.) und „Schneppekapp“ (östl.) (siehe Hinterländer Trachten).
Die „Hüttner-Hütte“
Im ca. 1,5 km südöstlich des Hauptorts liegenden Ortsteil Hütte wurde 1496 eine Waldschmiede genannt.<ref>Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Urkunde W 171 C 825, 826 f. 475 u. 478.</ref> Dort gab es ein spätmittelalterliches Hüttenwerk, die „Hüttner-Hütte“.<ref>Horst W. Müller: Die „Hüttner Hütte“, Ein Beitrag zur Siedlungsgeschichte von Wommelshausen-Hütte. Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 1, März 1983, S. 23; Nachtrag Nr. 2, Juni 1983, S. 32.</ref> Der ehemalige Standort ist identisch mit dem Gelände der „Hüttner-Mühle“, an der Einmündung der „Dernbach“ in die Salzböde und wurde durch Schlackenfunde belegt. Das Hüttenwerk bestand etwa ab Mitte des 15. bis Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts (siehe hierzu auch Lahn-Dill-Gebiet).
Man nimmt an, dass das Hüttenwerk aufgegeben wurde, weil der Preis für Stabeisen zu dieser Zeit rapide fiel und außerdem die Holzkohle vor Ort durch Übernutzung der Waldungen knapp wurde. Um eine Tonne Eisen zu erzeugen, benötigte man vier Tonnen Holzkohle, für die ca. die 8-fache Menge an Holz verkohlt werden musste, rund 30 Tonnen. Etwa 8000 m² gut bestückter Niederwald (Stock-Ausschlagswald) waren dafür abzuholzen. Die Landesherrschaft sah sich daher gezwungen, kleinere Eisenschmelzen zu schließen und die Produktion an wenigen Stellen zu konzentrieren, in der Nähe großer Wälder. Das Erz wurde zum Holz gebracht.
Aus der Ansiedlung der Hüttenarbeiter entstand der Ortsteil „Hütte“. Zwei ältere Ortsnamen sind bekannt, und zwar ab 1570 „uff der Hutten“ und ab 1703 „Die Hütte“.
Eisensteinfahrten
Bereits 1660 wurde Eisenerz aus Wommelshausen zur Aufrechterhaltung des Hüttenbetriebes zur „Bieberhütte“ bei Rodheim-Bieber gefahren.<ref>Ph. E. Klippstein: Mineralogische Briefe. Gießen 1781, S. 57.</ref> Die Hüttner-Hütte bestand demnach zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Auch die Ludwigshütte bei Biedenkopf musste ab 1668/1677 anfangs im Frondienst und später gegen „billigste Entlohnung“ (mit Ochsen- und Kuhgespannen) mittels sogenannter „Eisensteinfahrten“ mit Erz aus Wommelshausen und aus den umliegenden Ortschaften beliefert werden. Eine Eisensteinfahrt zur Ludwigshütte dauerte länger als einen Tag und eine Nacht (eingerechnet Fütterung, Tränke, Wiederkäuen, Ruhezeit und Nachtruhe).<ref>Karl Huth: Die Gemeinde Bad Endbach und ihre 8 Ortsteile im Wandel der Jahrhunderte. Hrsg. Gemeindevorstand der Gemeinde Bad Endbach. 1985. S. 303.</ref>
Erzbergbau
Wommelshausen hat eine weit ins Mittelalter zurückreichende Bergbaugeschichte vorzuweisen. Die zahlreichen Flurnamen mit der Endung -griww (Grube) deuten darauf hin. Roteisenstein tritt heute noch an vielen Stellen zutage. Ab 1654 wurde der Eisenerzbergbau wieder verstärkt betrieben. 1733 ließ der Landgraf hier eine neue Grube anlegen (Lage und Name nicht bekannt). Mündlich überliefert sind mehrere ehemalige Abbaustellen. Namentlich bekannt sind aber nur die Gruben „Ruremark“ und „Rainborn“. Ab 1865/66 wurde in zwei Stollen „am Brühl“ (Flurname), am westlichen Fuß des „Räschert“ (Flurname), im Ortsteil „Hütte“ Nickelerz und Kupfererz abgebaut (Stollen noch erhalten, Eingang zugefallen), aber wegen des geringen Ertrags nach wenigen Jahren wieder eingestellt.
Steinbrüche
Gegen Ende des 19. bzw. am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden drei Steinbrüche begonnen (z. B. die beiden Steinbrüche „Zimmermann“, östlich der Straße nach Bottenhorn und südlich der Straße nach Dernbach, jeweils im Jahr 1898 und der Steinbruch „Hahnkopf“ im Jahr 1902 – noch in Betrieb –), in denen man Diabas abbaute. Diese Diabas-Varietät ist unter dem Namen „Hinterländer Grünstein“ bekannt. Sie besteht hauptsächlich aus den Mineralien Olivin und Augit.
Historische Beschreibungen 1830
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Wommelshausen:
„Wommelshausen (L. Bez. Gladenbach) evangel. Filialdorf; liegt in einer rauhen Gegend, 1 1⁄2 St. von Gladenbach, hat 45 Häuser und 269 Einwohner, die alle evangelisch sind. Man findet 3 Mahlmühlen, mit welchen 1 Oelmühle verbunden ist, und die Einwohner beschäftigen sich sehr stark mit dem Stricken (siehe „Trachtenbilder“) und Verkaufe von Strümpfen. Dieser Gewerbszweig, der hier so wie auch zu Römershausen, Dernbach, Schlierbach, Hartenrod, Endbach und Günterod getrieben wird, und der dortigen armen Gegend vieles Geld zuführt, ist wahrhaft bedeutend; denn die durch den unausgesetzten Fleiß der Bewohner geschaffene Waaren werden von einheimischen Handelsleuten aufgekauft, sofort auf die Messen und Märkte zu Frankfurt, Offenbach, Aschaffenburg, Mainz, Darmstadt, Worms, Manheim etc. gebracht, größtentheils aber auf Jahrmärkten, so wie durch Hausirhandel im Inland, in den Preussischen, Bairischen und Badischen Staaten untergebracht. Dieser wichtige Industriezweig verdient um so mehr der besondern Pflege des Staats empfohlen zu werden, als die Stockung desselben die Einwohner der genannten Orte bettelarm machen würde. Zu Wommelshausen gehört die sogenannte Hütte, welche 5 Minuten davon entfernt liegt. Im Jahr 1660 wurden hier Eisensteine gebrochen. Auch Kupfererze wurden früher hier gewonnen. Der Ort gehörte im 15. Jahrhundert zum Gladenbacher Kirchengebiet.“<ref name="GW2">Vorlage:BibOCLC</ref>
Zum Weiler Hütte:
„Hütte (L. Bez. Gladenbach) Weiler; gehört zu Wommelshausen, von welchem Orte er nur 5 Minuten entfernt ist, und liegt an der Salzböthe. Dieser Weiler hat mit Einschluß von 2 Mühlen, 16 Häuser und 100 evangelische Einwohner. Hier stand vor alten Zeiten eine Eisenhütte, von welcher der jetzige Namen des Orts herzuleiten ist.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Einheimische Wanderhändler („Strumpfmänner“) kauften im Herbst die Strickwaren auf und vertrieben sie während der Wintermonate von Haus zu Haus (Hausierhandel). Die Strickwarenhändler aus dem südwestlichen Hinterland beschickten mit ihren Produkten (Strümpfe, Handschuhe, Kamisole (Westen)) auch die Wollmärkte in Mainz, Worms, Mannheim, bis nach Speyer und Heidelberg.<ref>Kerstin Werner: Spinnen, Weben und Stricken, Geschichten aus dem Hessischen Hinterland. Hinterländer Geschichtsblätter, Nr. 4, Dezember 2006, Geschichtsbeilage Hinterländer Azeiger, Biedenkopf, S. 179–184.</ref> Dadurch hat sich hier und in der näheren Umgebung bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Tradition des Hausierhandels erhalten.
Schule
Als erster Lehrer in Wommelshausen wird 1665 Lorenz Hoppmann genannt, der bis 1697 den Dienst versah.<ref>Horst W. Müller: Von der Kirchspielschule zur MPS, Ein Beitrag zur Schulgeschichte im ehemaligen Kirchspiel Hartenrod, heute Bad Endbach. In: Hinterländer Geschichtsblätter. 97. Jhg., Nr. 2, Juli 2018, Biedenkopf.</ref> Auch die Schüler von Dernbach und Hülshof (bis 1926) gingen jahrzehntelang in Wommelshausen zur Schule bzw. wurden in Personalunion von Wommelshäuser Lehrern unterrichtet. 1837/39 baute man ein eigenes Schulgebäude, welches heute als Wohnhaus genutzt wird. Vorher fand der Unterricht im Dachraum des Backhauses statt bzw. in angemieteten Privaträumen. Als die Schülerzahlen nach 1900 über 110 anstiegen, baute die Gemeinde 1903/04 ein neues Schulhaus (Standort: heutiges Dorfgemeinschaftshaus) mit einer zweiten Lehrerwohnung. Auch dies reichte bei über 150 Schüler bald nicht mehr aus, die Schule wurde um einen dritten Saal erweitert, aufgestockt (ehemalige Lehrer-Dienstwohnung).
Nach über 300 Jahren wurde die Schule in Wommelshausen 1969 geschlossen.<ref>Chronik der Schule zu Wommelshausen 1870–1969 handschriftlich, Bearbeitung und Textübertrag der Faksimile-Ausgabe: Volker Schneider, Wolfgang Pfeifer; Hrsg. Arbeitsgruppe Chronik Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V. Bad Endbach 2011.</ref>
Kirchliche Zugehörigkeit
Kirchlich gehörte Wommelshausen spätestens ab 1367 bis 1969 zur Pfarrei Hartenrod, ab 1969 zu Endbach. Seit 1971 hat Wommelshausen den Status einer eigenen Kirchengemeinde.<ref>Festschrift 50 Jahre, 1965–2015, Neue Evangelische Kirche Wommelshausen, Hrsg. Evangelische Kirchengemeinde Wommelshausen, Bad Endbach 2015.</ref>
Seit 1965 zwei evangelische Kirchen
In Wommelshausen gibt es seit 1965 zwei evangelische Kirchenbauwerke, und zwar die 1000 bis 1100 Jahre alte renovierte Alte Kirche (eine ehemalige Marienkapelle), in der noch regelmäßig in größeren zeitlichen Abständen Gottesdienste gehalten werden und die 1965 eingeweihte „Neue Kirche“ mit ihrem eigenwilligen Ei-förmigem Grundriss, die in eindrucksvoller Hanglage, das Ortsbild prägend am südöstlichen Dorfeingang steht.<ref>Eine nahezu baugleiche Kirche steht seit 1953 mit der Kreuzkirche Hirschegg im Kleinwalsertal.</ref>
-
Neue Kirche mit „Ei-förmigem“ Grundriss, 1965 eingeweiht.<ref>Horst W. Müller: Evangelische Kirche Wommelshausen. Baubeschreibung und Geschichte der Neuen Kirche, Hrsg. Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Wommelshausen, Wommelshausen 2008.</ref>
-
Alte Kirche Wommelshausen, 1000 bis 1100 Jahre alt
-
Kirchtürme der alten und der neuen Kirche
Bürgermeisterei Wommelshausen, Gemeindeordnung 1821, Vorläuferin der Großgemeinde
Mit der Umsetzung einer neuen hessischen Gemeindeordnung entstanden 1821 im neuen Landratsbezirk Gladenbach auch neue Verwaltungseinheiten, Vorläuferinnen der heutigen Großgemeinden. Dabei wurden u. a. die Gemeinden Dernbach, Schlierbach und Wommelshausen mit Hütte zu einer Bürgermeisterei mit Sitz in Wommelshausen zusammengefasst. 1848/49 löste man den Zusammenschluss wieder auf.
Arbeiterbauerndorf
Bis weit hinein in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Wommelshausen ein typisches Hinterländer Arbeiterbauerndorf mit Auspendlern, geprägt von der Nebenerwerbslandwirtschaft,<ref>Georg Wagner: Eine vielseitige Landwirtschaft – Nebenerwerb schon in alter Zeit. In: Erich Landgrebe (Hrsg.): Hessen – Mensch und Raum – Der Landkreis Marburg Biedenkopf. Verlag Moderne Gemeinde Erich Landgrebe, Offenbach/Main 1965, S. 97–113.</ref><ref>Horst W. Müller: Lebensverhältnisse im Hinterland – Das südwestliche Hinterland Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, Nr. 1, März 2016, S. 97–101.</ref> der sogenannten „Feierabend-Landwirtschaft“ bei der oft Frauen tagsüber Feldarbeit ausführen mussten, da die Männer erst nach Rückkehr von ihrer Berufsarbeit hier tätig sein konnten.<ref>Horst W. Müller: Lebensbilder aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. In: 675 Jahre Wommelshausen 1336–2011. Hrsg. Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V. Bad Endbach 2011, S. 31–47.</ref><ref>Jochen Becker: Die Geschichte der Landwirtschaft in Weidenhausen und im südlichen Hinterland, Hrsg. Heimatverein Weidenhausen e. V.; Hartenrod(Bad Endbach), 2015, 116 S.</ref>
Zusammenschluss mit Endbach
Zum 1. Februar 1971 fusionierten die bisher selbstständigen Gemeinden Endbach und Wommelshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen freiwillig zur erweiterten Gemeinde Endbach.<ref>Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 51 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,2 MB]).</ref> Damit kam auch der Ortsteil Hütte unter eine einheitliche Verwaltung. Bis dahin gehörte dessen östlicher, älterer und größerer Teil mit den beiden Mühlen (Plocke-Mühle und Hüttner-Mühle) zu Wommelshausen und der westliche zu Endbach.
Günterod schloss sich am 1. April 1972 der neuen Gemeinde Endbach an.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref> Für alle drei ehemals eigenständigen Gemeinden von Bad Endbach wurden Ortsbezirke gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 27 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Bad Endbach, abgerufen im Oktober 2020.</ref>
Das Prädikat Bad 1973
Am 11. Oktober 1973 verlieh der hessische Innenminister der Gemeinde Endbach, die zu diesem Zeitpunkt aus den drei Ortsteilen Endbach, Günterod und Wommelshausen bestand, das Prädikat Bad.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982" /> Die neue Gemeinde nannte sich ab dann Bad Endbach.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Wommelshausen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- ab 1336: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, nach dem Ende der Dernbacher Fehde
- um 1360/65: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Blankenstein
- um 1400: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Blankenstein
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Blankenstein
- 1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Blankenstein
- ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Blankenstein, Obergericht Gladenbach<ref name="PR" /><ref name="AB">Vorlage:BibOCLC</ref>
- ab 1806: Großherzogtum Hessen,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Oberhessen, Amt Blankenstein<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Blankenstein<ref name="NLVK" />
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Gladenbach<ref group="Anm.">Trennung von Justiz (Landgericht Gladenbach) und Verwaltung</ref>
- ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf
- ab 1867: Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis)<ref name="AB" />
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf
- ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg
- ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Biedenkopf
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Biedenkopf
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Biedenkopf
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Biedenkopf
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Biedenkopf
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Biedenkopf
- ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Biedenkopf, Gemeinde Bad Endbach<ref group="Anm.">Am 1. Februar 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Bad Endbach.</ref>
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Bad Endbach
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Bad Endbach
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Wommelshausen 873 Einwohner. Darunter waren 24 (2,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 147 Einwohner unter 18 Jahren, 366 zwischen 18 und 49, 174 zwischen 50 und 64 und 189 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 366 Haushalten. Davon waren 96 Singlehaushalte, 102 Paare ohne Kinder und 123 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 75 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 228 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
- 1502: 16 Haushaltungen
- 1577: 25 Hausgesesse
- 1630: 25 Untertanen; 10 zweispännige, 6 einspännige Ackerleute, 9 Einläuftige.
- 1648: 16 Haushalte, 10 Hofstätten zerstört/verlassen
- 1668: 141 Einwohner (Seelenliste, Pfr. Achenbach)
- 1742: 71 Haushalte
- 1791: 280 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
- 1800: 290 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
- 1806: 282 Einwohner, 40 Häuser (Hütte: 71 Einw., 10 Häuser)<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- 1829: 269 Einwohner, 45 Häuser<ref name="GW" />
| Wommelshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1791 | 280 | |||
| 1800 | 290 | |||
| 1829 | 269 | |||
| 1834 | 350 | |||
| 1840 | 410 | |||
| 1846 | 438 | |||
| 1852 | 419 | |||
| 1858 | 454 | |||
| 1864 | 395 | |||
| 1871 | 384 | |||
| 1875 | 461 | |||
| 1885 | 466 | |||
| 1895 | 466 | |||
| 1905 | 519 | |||
| 1910 | 566 | |||
| 1925 | 696 | |||
| 1939 | 793 | |||
| 1946 | 1.033 | |||
| 1950 | 1.068 | |||
| 1956 | 924 | |||
| 1961 | 926 | |||
| 1967 | 926 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 1995 | 927 | |||
| 2011 | 873 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
- 1830: 269 evangelische (= 100 %) Einwohner
- 1885: 466 evangelische (= 100 %) Einwohner
- 1961: 838 evangelische (= 90,50 %), 81 katholische (= 8,75 %) Einwohner
Erwerbstätigkeit
- 1867: 94 Landwirtschaft, 6 Bergbau und Hüttenwesen, 12 Gewerbe und Industrie, 1 Verkehr, 1 Gesundheitspflege, 1 Erziehung und Unterricht, 3 Gemeindeverwaltung, 3 Personen ohne Berufsausübung, 26 Personen ohne Berufsangabe.<ref name="lagis" />
- 1961: 148 Land- und Forstwirtschaft, 243 produzierendes Gewerbe, 47 Handel und Verkehr, 39 Dienstleistungen und sonstiges.<ref name="lagis" />
Politik
Für Wommelshausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Wommelshausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 46,33 %. Alle Kandidaten gehörten der „Gemeinschaftsliste Wommelshausen“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Wommelshausen. In: Votemanager. Gemeinde Bad Endbach, abgerufen im Oktober 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Andreas Debus zum Ortsvorsteher.<ref>Politische Gremien. In: Rathausinformationssystem. Gemeinde Bad Endbach, abgerufen im Oktober 2023.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Alte Kirche Wommelshausen, die sog. „Marien-Kapelle“,<ref>Horst W. Müller: Alte Kirche Wommelshausen, Baugeschichte und Rekonstruktion des Bauentwurfs. In: Hinterländer Geschichtsblätter. Biedenkopf, 91. Jahrgang, Nr. 4, Dezember 2012, S. 185, 186, 191, 192 und 92. Jahrgang, Nr. 1, April 2013, Teil II, S. 1, 2.</ref>
- Neue evangelische Kirche auf Ei-förmigem Grundriss, ortsbildprägend am südöstlichen Ortseingang
- Heimatmuseum im ehemaligen Backhaus mit Rathaus
- Zwei Backhäuser, in Wommelshausen und im Ortsteil Hütte
- Viadukt der Aar-Salzböde-Bahn im Ortsteil Hütte
Naturdenkmäler
- Schmetterlingspfad
- vier markante Bäume: die „Heul-Eiche“<ref>Horst W. Müller: Heul-Eiche und Dicke Eiche, Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 3, Oktober 2002, S. 49–51</ref>, die „Dicke-Eiche“, die „Kaiserlinde“ und die „Fächerlinde“
- ein Naturdenkmal „Stein am Stein“ mit Schutzhütte<ref>Horst W. Müller: Wilhelmsteine und Ellerchen, Sagenumwobene und merkwürdige Steine und Felsen im südwestlichen Hinterland. In: Hinterländer Geschichtsblätter.
Biedenkopf, 93. Jahrgang, Nr. 3, September 2014, S. 50, Stein am Stein</ref>
-
Grenzbaum „Heul-Eiche“, am alten direkten Höhenweg (siehe Westfalenweg) aus dem Hinterland nach Gießen
-
Naturdenkmal Dicke-Eiche, ca. 450 bis 500 Jahre alt, markierte einst Wegegabelung; > Osten über Gladenbach nach Marburg, > Süden über Zollbuche nach Gießen
-
Kaiserlinde, 1888 im Dreikaiserjahr gepflanzt
-
„Fächerlinde“ am Gefallenenehrenmal Wommelshausen
-
Naturdenkmal „Stein am Stein“ (vermutlich vorgeschichtlicher Kultplatz), im Hintergrund die Schutzhütte
Trachtenbilder
Der Marburger Orientalist, Volkskundler und Trachtenforscher Ferdinand Justi hat im August 1881 in Wommelshausen insgesamt sieben Trachtenbilder<ref>Horst W. Müller: Wommelshausen 1336–1986 – Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und undVerschönerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, S. 184 ff.</ref> mit Personen in der Hinterländer Tracht gemalt und bei seinem zweiten Besuch 1899 auch Teilansichten vom Dorf und/oder einem Gehöft gemalt, die aber nicht mehr auffindbar sind. Vermutlich ist die relativ große Zahl der Bilder auf die Initiative des damaligen Dorflehrers Christian Baum und des Bürgermeisters Johann-Jakob Scheld zurückzuführen, die den Kontakt zu Justi hergestellt und gepflegt haben.
-
Wommelshausen, Sommerliche Sonntagstracht mit „Dellmutsche“ als Kopfbedeckung
-
Wommelshausen, Trauertracht mit weißer Haube und Trauermantel
-
Wommelshausen, Strumpfstrickerin in Alltagstracht mit „Dellmutsche“
-
Wommelshausen, Strickerin und Katze mit „Dellmutsche“
-
Wommelshausen, Mädchentracht
-
Wommelshausen, Jungmädchentracht
-
Wommelshausen, Kuhhirte in Arbeitstracht mit „Ringelstecken“ (siehe hierzu Hülshof), im Hintergrund eine Simmentaler Fleckvieh Kuh
Infrastruktur
- Waldfriedhof/Bestattungswald, gegenüber dem Gefallenenehrenmal auf dem alten Friedhof
- Kindergarten im Dorfgemeinschaftshaus der umgebauten ehemaligen neuen Schule
Persönlichkeiten
- Albrecht Jockenhövel (* 1943), Professor em. Prähistoriker, Universität Münster
Literatur
- Hans Immel: Die Frauentracht in Wommelshausen. Semesterarbeit Herbst 1937 am PI Weilburg (Pädagogisches Institut), Maschinenschrift, 49 Seiten, mit zahlreichen Fotos, Schnittmustern und Karten, unveröffentlicht.
- Horst W. Müller: Wommelshausen 1336–1986 – Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, OCLC 174007311.
- Horst W. Müller: 50 Jahre Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen, Wommelshausen als Fremdenverkehrsort, Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V., Wommelshausen 2003.
- Horst W. Müller: 675 Jahre Wommelshausen. Hinterländer Geschichtsblätter, Biedenkopf, Nr. 3, September 2011, S. 145–150.
- Rudolf Klein erg. Jakob Pfeifer: Dorfchronik der Gemeinde Wommelshausen 1964, handschriftlich, Bearbeitung und Textübertrag der Faksimile-Ausgabe: Volker Schneider, Wolfgang Pfeifer, Layout: Volker Schneider, Hrsg. Arbeitsgruppe Chronik, Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V. Bad Endbach 2011.
- Chronik der Schule zu Wommelshausen 1870–1969, handschriftlich, Bearbeitung und Textübertrag der Faksimile-Ausgabe: Volker Schneider, Wolfgang Pfeifer, Layout: Volker Schneider, Hrsg. Arbeitsgruppe Chronik, Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V. Bad Endbach 2011.
- 675 Jahre Wommelshausen 1336–2011, Geschichtlicher Überblick und Lebensbilder aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Hrsg. Dorfgemeinschaft Wommelshausen e. V., Arbeitsgruppe „Chronik“. L&W Druck, Bad Endbach 2011.
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Wommelshausen. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Ortsteil Wommelshausen. In: Webauftritt. Gemeinde Bad Endbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im März 2020.
- Wommelshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Wommelshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 416 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 189 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 202 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 245 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 24 und 64, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020.</ref> </references>
Bottenhorn | Dernbach | Endbach | Günterod | Hartenrod | Hülshof | Schlierbach | Wommelshausen
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Zitat
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Ortsteil von Bad Endbach
- Staatlich anerkannter Erholungsort in Hessen
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Marburg-Biedenkopf)
- Gemeindeauflösung 1971
- Ort im Landkreis Marburg-Biedenkopf