Stefansfeld (Salem)
Stefansfeld Gemeinde Salem
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Stefansfeld 47° 47′ N, 9° 17′ O
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| Höhe: | 440 m ü. NHN | |||||
| Postleitzahl: | 88682 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Stefansfeld ist ein Dorf im Ortsteil Salem der gleichnamigen Gemeinde Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.<ref>https://www.salem-baden.de/fileadmin/Dateien/Dateien/Satzungen/hauptsatzung2017.pdf | Hauptsatzung Gemeinde Salem </ref>
Geografie
Stefansfeld liegt zentral im Salemertal. Gegen Norden wird die Siedlung durch das Salemer Ried und nach Süden durch den Schlosssee Salem begrenzt.
Der östliche Teil der Gemarkung wird vom Hardtwald bedeckt. Hier befindet sich die Salemer Flugsanddüne, ein geologisches Naturdenkmal und Geotop. Die Düne entstand vor rund 10.000 Jahren auf einer Schotterfläche des würmzeitlichen Rheingletschers durch Windablagerungen. Heute existiert nur noch ein Teil davon, da der Sand ein begehrter Rohstoff war.
Geschichte
Im Hardtwald befinden sich 20 Hügelgräber aus der frühkeltischen Zeit etwa 700–500 v. Chr. Der Standort der zugehörige Siedlung ist nicht bekannt.
Das Dorf Stefansfeld erhielt seinen Namen zu Ehren des Salemer Abtes Stephan Jung (1698–1725). Dieser ließ um 1710 die Marien-Kapelle erbauen. Das Gebiet linker Hand des Stefansfelder Kanals war bis dato nur dünn besiedelt. Neben der sogenannten „Stuterei“, heute „Stefansfelder Hof“, und einer Ziegelei waren um 1700 fünf Häuser verzeichnet. Im Jahr 1834 waren 87 Personen für Stefansfeld dokumentiert. Auch im 19. Jahrhundert wuchs der Ort nur langsam. Erst nach 1900 beschleunigte sich die Bevölkerungszunahme. Stefansfeld entwickelte sich zu einem Ort mit guter Infrastruktur. Der Bau der Sparkassenzentrale, der Anschluss an das Eisenbahnnetz und die gute Verkehrslage haben dazu beigetragen.<ref> Karl Dreher, Peter Frick, Eberhard Stengele, Annegret und Helmut Ziegler: Salem-Stefansfeld – Geschichte und Geschichten. 2017. ISBN 978-3-00-057507-5.</ref>
Verkehr
Für den Straßenverkehr des Salemer Tales stellt der Kreisel in Stefansfeld das Zentrum dar. Die Landstraße L201 verläuft in Nord-Süd-Richtung von Meersburg nach Heiligenberg durch den Ort. Nach Westen zweigt die L204 nach Überlingen und nach Osten die L205 ins Deggenhausertal ab. Von der L204 zweigt in Höhe des Schlosses die L200a nach Tüfingen in Richtung Überlingen ab. Die L205 wird im Hardtwald-Kreisel von der K7759 gekreuzt, die Neufrach direkt mit Weildorf verbindet.
Mehrere Buslinien des Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbunds (7681, 7697, 7698, 7679) sowie der Erlebnisbus und der Nachtbus N4 fahren Stefansfeld an.
Mit dem Bau der Salemertalbahn erhielt Salem 1905 einen eigenen Bahnanschluss. Der Personenverkehr wurde bereits 1953 eingestellt. Die Gesamtstilllegung wurde aber erst 1990 verfügt. Der Bahnhof Salem, seit 1971 Salem-Nord, erlebte 1965 einen besonderen Tag, als Queen Elisabeth II. mit dem Zug hier ankam.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Ehemaliger Bahnhof Salem, Teil der 1905 eröffneten Salemertalbahn, dreiteilige Baugliederung mit zweigeschossigem Hauptgebäude in der Mitte, an den Seiten eingeschossig, 1904/05
- Friedhofkapelle mit umgebenden Friedhof: Friedhofkapelle Santa Maria Victoria des Klosters Salem, barocker Zentralkuppelbau auf Grundriss eines griechischen Kreuzes. Friedhof mit Grabdenkmälern und achteckiger Ummauerung sowie Ölbergkapelle
- Ehemaliger Marstall und Reitschule des Klosters Salem, zwei lange Stall- und Scheuergebäude, 1746–78
Mehrere Hofanlagen in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Kloster sind auch geschützt: die ehemaligen Grangien Forsthof und Schwandorferhof und der Kameralhof Spitznagel.<ref>Regierungspräsidium Tübingen Referat26: Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Salem – Salem (Bodenseekreis) 2012.</ref>
Vereine und Regelmäßige Veranstaltungen
Der „Narrenverein Salem e. V.“ ist der älteste Verein in Stefansfeld. Er setzt sich aus mehreren Gruppen zusammen. 1911 wurden die „Feuerhexen Salem“ gegründet, 1916 stießen die „Faßköpfe“ dazu, zudem gibt es eine Zimmermannsgilde. Die „Faßköpfe“ sind eine Anlehnung an die historischen Holzmasken, die früher an den Weinfässern befestigt waren, um den Winzern zu ermöglichen, den Süßegrad und die Rebsorte zu erkennen, ohne das Fass öffnen zu müssen. So zeigen die Masken entweder ein lächelndes Gesicht (lieblich) oder eine Fratze (trocken), während das Narrenhäs die Farbe des Weines widerspiegelt.
Der „Brunnenverein Salem e. V.“ entstand aus dem Wunsch, den alten ortsbildprägenden Brunnen wieder aufzustellen. Er war mit den Anlage des Salemer Kreisels abgebaut worden. Heute findet jedes Jahr am Vatertag das Brunnenfest am neugestalteten Dorfplatz statt.
Literatur
- F. X. Conrad Staiger: Salem oder Salmansweiler … Constanz 1863 (ND 2008).
- Hugo Gommerimger: Kirchen und Kapellen in der Seelsorgeeinheit Salem. 2004, ISBN 3-7954-6483-8
- Jasmin Rauhaus: Salemer Grabhügel als Spiel von Tradition und Wandel, in: Linzgau Mosaik, Band 1 (o. J.) – (2016)
- Karl Dreher, Peter Frick, Eberhard Stengele, Annegret und Helmut Ziegler: 'Salem-Stefansfeld – Geschichte und Geschichten. Steißlingen 2017. ISBN 978-3-00-057507-5.
- Eberhard Stengele: Memento Mori – Epitaphe und Grabsteine des Friedhofes von Salem-Stefansfeld. 2025
- Hermann Böhne: Die Sanddüne von Stefansfeld. In: Linzgau Mosaik, Band 3 (2021). ISSN 2511-3461. S. 25 ff.
- E. Wagner: Die Grabhügelgruppe bei Salem (A. Überlingen). Veröffentlichungen des Karlsruher Altertumsvereins 2/1899.
Weblinks
- Stefansfeld im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Stefansfeld auf leoBW-Landesarchiv online
Einzelnachweise
<references /> Vorlage:Hinweisbaustein