Kleb-Kratzdistel
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| Kleb-Kratzdistel | ||||||||||||
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| Datei:Cirsium erisithales a5.jpg
Kleb-Kratzdistel (Cirsium erisithales) in der Tatra | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cirsium erisithales | ||||||||||||
| (Jacq.) Scop. |
Die Kleb-Kratzdistel (Cirsium erisithales), auch Klebrige Distel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kratzdisteln (Cirsium) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Kleb-Kratzdistel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 50 und 150 Zentimetern, seltener auch über 2 Metern erreicht. Der Stängel ist im oberen Teil klebrig-flaumig behaart. Er ist aufrecht, am oberen Ende nickend und oben meist in wenige verlängerte Äste geteilt.<ref name="Hegi1987" />
Der Stängel ist bis zur Mitte reichlich wechselständig beblättert und dann im oberen Drittel meist fast blattlos.<ref name="Hegi1987" /> Die Laubblätter sind meist fiederspaltig bis fiederschnittig, die oberen mit geöhrtem Grund stängelumfassend. Sie sind im Umriss länglich oder eiförmig, tief fiederteilig und jederseits mit acht bis zwölf länglichen, zugespitzten, von drei bis fünf Nerben durchzogenen, ganzrandigen oder schwach gezähnten und fein dornig gewimperten Abschnitten.<ref name="Hegi1987" /> Die grundständigen Blätter sind bis 30 Zentimeter lang und in den geflügelten Stiel zusammengezogen.<ref name="Hegi1987" /> Die unteren Stängelblätter sind kürzer gestielt, die oberen mit herzförmig-stängelumfassendem Grund sitzend.<ref name="Hegi1987" /> Die allerobersten sind oft ungeteilt und nur gezähnt.<ref name="Hegi1987" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. An den mehr oder weniger langen, blattlosen „Zweigen“ stehen die nickenden, körbchenförmigen Blütenstände einzeln oder zu zweit bis fünft einander genähert.<ref name="Hegi1987" /> Die Blütenkörbe stehen nicht über Hochblättern. Die Hülle ist bei einer Länge von etwa 3 Zentimeter. eiförmig.<ref name="Hegi1987" /> Die Hüllblätter sind lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende, stechend, stachelspitzig, auf dem Rücken mit einem dunklen Harzstriemen ganzrandig und dicht drüsig-klebrig.<ref name="Hegi1987" /> Nur die äußeren sind zur Blütezeit angedrückt, aber alle zur Fruchtzeit abspreizend.<ref name="Hegi1987" /> Der Saum der Blütenkrone ist länger als die Kronröhre.<ref name="Hegi1987" /> Die Röhrenblüten sind zitronengelb.
Die Achänen sind 5 Millimeter lang.<ref name="Hegi1987" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Bei der Kleb-Kratzdistel handelt es sich um einen Hemikryptophyten.<ref name="Adler2008" />
Zoocecidien werden durch Tephritis conura und durch Urophora congrua hervorgerufen.<ref name="Hegi1987" /> Als parasitärer Pilz wurde Puccinia cirsii beobachtet.<ref name="Hegi1987" />
Vorkommen
Es gibt Fundortangaben für Spanien, Frankreich, Italien, die Schweiz, Österreich, die Slowakei, Serbien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Rumänien, Albanien, Nordmazedonien, Moldau, Polen, Belarus und die Ukraine.<ref name="Euro+Med" /> Die Kleb-Kratzdistel ist in den Kalkalpen recht häufig, in den Zentralalpen eher seltener. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil in der Umgebung von Elbigenalp in Höhenlagen von 1180 bis zu 1580 Meter auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Im Puschlav steigt sie bis 1850 Meter, in Tirol bis 1930 Meter und in den Lavanttaler Alpen bis 2000 Meter auf.<ref name="Hegi1987" /> Die Kleb-Kratzdistel gedeiht hauptsächlich in Wäldern und an Waldsäumen auf kalkhaltigen Böden. Gern kommt sie in der Pflanzengesellschaft Petasiteto-Cirsietum erisithales, aber auch in Gesellschaften des Erico-Pinion oder des Mesobromion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> >
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1762 unter dem Namen (Basionym) Carduus erisithales durch Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin in Enumeratio stirpium plerarumque, quae sponte crescunt in agro vindobonensi, montibusque confinibus S. 146. Die Neukombination zu Cirsium erisithales <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Scop. wurde 1769 durch Giovanni Antonio Scopoli in Annus I-[V] Historico-Naturalis ..., Band 2, S. 62 veröffentlicht.<ref name="Euro+Med" />
Literatur
- Christopher Grey-Wilson, Marjorie Blamey: Pareys Bergblumenbuch. Wildblühende Pflanzen der Alpen, Pyrenäen Apenninen, der skandinavischen und britischen Gebirge, übersetzt und bearbeitet von Herbert Reisigl, Paul Parey, Hamburg und Berlin 1980, S. 256–257, ISBN 3-490-05318-4
Einzelnachweise
<references> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.) (2006+): Compositae. Datenblatt Cirsium erisithales bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 643. </ref> <ref name="InfoFlora"> Cirsium erisithales (Jacq.) Scop. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 896–898. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> <ref name="Adler2008"> Wolfgang Adler, Karl Oswald,: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol: Bestimmungsbuch für alle in der Republik Österreich, im Fürstentum Liechtenstein und in der Autonomen Provinz Bozen. 3., verb. u. erw. Aufl. der "Exkursionsflora von Österreich.". OÖ Landesmuseum, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9. </ref> </references>
Weblinks
- Cirsium erisithales Scop. Klebrige Kratzdistel. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Steckbrief mit Fotos von Cirsium erisithales – Kleb-Kratzdistel / Klebrige Distel bei Botanik im Bild / Flora von Österreich, 2007.