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Blaufarbener Scheibenbock

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Blaufarbener Scheibenbock
Datei:Callidium aeneum bl.jpg

Blaufarbener Scheibenbock auf Fichte

Systematik
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Unterordnung: Polyphaga
Familie: Bockkäfer (Cerambycidae)
Unterfamilie: Cerambycinae
Gattung: Callidium
Art: Blaufarbener Scheibenbock
Wissenschaftlicher Name
Callidium aeneum
(De Geer, 1775)

Callidium aeneum ist ein Käfer aus der Familie der Bockkäfer.<ref name="FE"/>

Die Art wird in den Roten Listen verschiedener Bundesländer geführt. In Thüringen und Sachsen-Anhalt wird sie als „gefährdet“ eingestuft, in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg als „stark gefährdet“. In Rheinland-Pfalz beziehungsweise Mecklenburg-Vorpommern wird die Art als „seltene Art ohne aktuelle Gefährdung“ beziehungsweise als „ungefährdet“ betrachtet.<ref name="RL"/>

Bemerkungen zum Namen

Der Käfer besitzt mehrere deutsche Namen. Der Name Blaufarbener Scheibenbock ist missverständlich, denn der nah verwandte Blauviolette Scheibenbock, auch „Veilchenbock“ oder nur kurz „Blauer Scheibenbock“ genannt, ist viel eher blau als Callidium aeneum. In Abgrenzung zu dem Scheibenbock mit blauer Flügelfarbe wird Callidium aeneum sogar gelegentlich als Grüner Scheibenbock apostrophiert. Dem lateinischen Namen entspricht am ehesten der deutsche Name Erzfarbener Scheibenbock. Außerdem ist der deutsche Name Platter Fichten-Scheibenbock oder nur Fichten-Scheibenbock gebräuchlich. Letzteres ist allerdings insofern irreführend, als auch andere Scheibenböcke in Fichten brüten.

Die Art wurde 1775 von De Geer erstmals beschrieben und als Nr. 25 in die Gattung Cerambyx eingeordnet.<ref name="DeGeer"/> Die Beschreibung beginnt mit den Worten d'un vert foncé, bronzé luisant (fr. von dunklem Grün, glänzend erzfarben). Entsprechend gibt de Geer der Art den französischen Namen Capricorne bronzé und den lateinischen Namen Cerambyx aeneus (Erzfarbener Bockkäfer). Die Gattung Callidium (von altgr. κάλλος kállos, Schönheit und ίδιος ídios, eigen)<ref name="NameGattung"/> wurde im gleichen Jahr von Fabricius anhand des Baus der Mundwerkzeuge als neue Gattung aufgestellt.<ref name="Fabricius1"/> Im deutschen wird der Name gewöhnlich mit Scheibenbock wiedergegeben. Die Gattung umfasst in Europa drei Arten,<ref name="FE Call"/> weltweit über dreißig Arten, die teilweise in Untergattungen zusammengefasst sind.<ref name="Biolib"/>

Beschreibung des Käfers

Datei:Callidium aeneum side.jpg
Seitenansicht
Datei:Callidium aeneum front.jpg
Frontalansicht

Der flache Käfer erreicht eine Länge zwischen neun und fünfzehn Millimetern. Er ist metallisch grün bis bronzefarben gefärbt. Da seine elfgliedrigen Fühler beim Männchen nicht ganz Körperlänge erreichen und beim Weibchen kürzer sind, ist er nicht sofort als Bockkäfer erkennbar. Das kurze zweite Fühlerglied in Verbindung mit den zapfenförmig aus der Vorderbrust hervorragenden Vorderhüften und den nierenförmigen Augen stellen den Käfer innerhalb der Bockkäfer in die Unterfamilie der Cerambycinae. Den flachen und rundlichen Halsschild hat er mit der Gruppe der Scheibenböcke gemeinsam. Bei der Gattung Callidium ist der Halsschild breiter als lang. Die Schenkel sind an der Basis kurz gestielt, dann stark keulig verdickt. Die grob netzförmig gerunzelten Flügeldecken grenzen ihn gegen die anderen Arten der Gattung ab.

Biologie

Die Art ist ein Waldbewohner und bei der Eiablage und Larvenbildung auf berindetes Holz angewiesen. Sie ist besonders in Fichten- und Kiefernwäldern zu finden. Die Imagines sitzen meist auf totem Holz, an geschlagenen Stämmen, Klafterholz, Reisig und Brennholz, vorzugsweise an Fichten, seltener an Kiefern und Lärche. Vereinzelt sind sie auch an Laubholz und blühendem Weißdorn zu finden.

Die Entwicklung des Käfers ist in Frischholz einjährig, in verbautem Holz mehrjährig.<ref name="Holzschädling"/> Die Larve frisst zwar nur unter der Rinde, aber die Puppenwiege wird als hakenförmiger Gang nach innen ins Holz angelegt. Deswegen kann die Art an schwächerem Laub- und Nadelholz schädlich werden. Allerdings ist die Art nicht häufig. Der Blaufarbene Scheibenbock wird zu den Feuchtholzinsekten gerechnet.<ref name="Holzschutz"/> Die Holzfeuchte muss 30 % überschreiten, um die Entwicklung zu ermöglichen.<ref name="Holzschädling"/>

Vorkommen

Die Art ist montan bis subalpin in waldigen Gebirgen verbreitet. Er kommt in fast ganz Europa und Asien vor. In der Ebene tritt er nur sehr selten in alten Nadelwäldern auf.<ref name="FE"/> In Mitteleuropa trifft man die adulten Tiere im Mai bis Juli an.

Belege

Einzelnachweise

<references> <ref name="FE">Verbreitung und Systematik in Fauna Europaea</ref> <ref name="Biolib">Callidium bei BioLib, zuzüglich Links auf Untergattungen</ref> <ref name="FE Call">Callidium bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple</ref> <ref name="Holzschädling">@1@2Vorlage:Toter Link/www.holzschaedling.comwww.holzschaedling.com (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> <ref name="Holzschutz">Einteilung als Feuchtholzinsekt</ref> <ref name="Fabricius1">Io.Christ. Fabricius: Systema Entomologiae Flensburg, Leipzig 1775 Erstbeschreibung der Gattung S. 223:187 50.</ref> <ref name="DeGeer">C. De Geer: Mémoires pour servir à l'histoire des insectes. Tome cinquième Stockholm 1775 Erstbeschreibung der Art S.89.</ref> <ref name="RL"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Listen bei Science4you (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/s4ads.com</ref> <ref name="NameGattung">Sigmund Schenkling: Erklärung der wissenschaftlichen Käfernamen (Gattung)</ref> </references>

Literatur

  • Adolf Horion: Käferkunde für Naturfreunde. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1949

Weblinks

Commons: Blaufarbener Scheibenbock (Callidium aeneum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien