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Platypterygius

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Platypterygius
Datei:Platypterigius kiprjanov2.jpg

Platypterygius kiprjanov

Zeitliches Auftreten
Unter- bis Oberkreide (Berriasium bis Cenomanium)
Erdzeitalter-Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler bis Erdzeitalter−Vorlage: Unbekannter Parameterwert!Vorlage:Erdzeitalter/Wartung/Parameterfehler Mio. Jahre
Fundorte
  • Nord- und Südamerika
  • Europa
  • Russland
  • Indien
  • Australien
Systematik
Ichthyosaurier (Ichthyosauria)
Neoichthyosauria
Thunnosauria
Ophthalmosauridae
Platypterygiinae
Platypterygius
Wissenschaftlicher Name
Platypterygius
Huene, 1922

Platypterygius ist eine Gattung der Ichthyosaurier, deren Fossilbericht von der Unterkreide (Berriasium) bis in die frühe Oberkreide (Cenomanium) reicht.

Fossilien der Tiere wurden auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Afrika und Antarktika, vor allem aber in Australien gefunden; die ersten Funde gelangen 1865 am Flinders River in Queensland. Sie wurden zuerst als Ichthyosaurus australis beschrieben, dann in Platypterygius australis umbenannt und schließlich Platypterygius longmani zugeordnet. Zur Gattung Platypterygius gehört auch das erdgeschichtlich jüngste Ichthyosaurierfossil. Es stammt aus dem oberen Cenomanium von Bayern und wurde 1994 beschrieben. Ein weiterer deutscher Fund sind Schädelfragmente aus dem oberen Untercenomanium des Teutoburger Waldes.<ref>Wittler, F. A. & Roth, R. (2000): Platypterygius (Reptilia, lchthyosauria) aus dem oberen Untercenoman des Teutoburger Waldes (Oberkreide, Nordwestdeutschland). Geologie und Paläontologie in Westfalen, 56 (S. 7–32).</ref>

Merkmale

Platypterygius hatte den typischen spindelförmigen Körper der „Fischsaurier“ und konnte eine Länge von 5,40 bis 6,90 Metern erreichen. Die Kiefer waren lang und schmal, die Augen deutlich kleiner als die der eng verwandten und riesenäugigen Gattung Ophthalmosaurus. Die Vorderflossen von Platypterygius waren die breitesten aller Ichthyosaurier (Platypterygius = „Breitfinger“), die Finger auf insgesamt zehn vermehrt (Polydaktylie). Im längsten Finger wurden insgesamt 30 Einzelknochen gezählt.<ref>Richard Ellis: Sea Dragons. Predators of the Prehistoric Oceans. University Press of Kansas, Lawrence KS 2003, ISBN 0-7006-1269-6, S. 105.</ref> Die Schwanzflosse war symmetrisch und hypocerk. Platypterygius schwamm wie alle Ichthyosaurier der Jura- und Kreidezeit thunniform, also allein durch Schläge der Schwanzflosse. 2001 ergab die Untersuchung eines Schädels mit einem Computertomographen, dass die Knochen des Innenohrs zu dick waren, um eine Echoortung wie bei den Zahnwalen zu ermöglichen. Doch fanden sich Hinweise auf Elektrorezeptoren, ähnlich denen einiger heutiger Fische, insbesondere der Haie.<ref name="Ellis">Richard Ellis: Sea Dragons. Predators of the Prehistoric Oceans. University Press of Kansas, Lawrence KS 2003, ISBN 0-7006-1269-6, S. 99.</ref>

Bei einem Fossil von Platypterygius aus der Oberkreide von Australien wurde im Körper ein Jungtier gefunden. Ebenso sind in der Magengegend zahlreiche Fische, junge Meeresschildkröten der Familie Protostegidae und ein Vogel aus der Gruppe der Enantiornithes gefunden worden.<ref name="Kear et al., 2003">B. P. Kear, W. E. Boles & E, T, Smith: Unusual gut contents in a Cretaceous ichthyosaur. In: Proceedings of the Royal Society B, 2003, Band 270, Supplement 2, S. S206–S208, doi:10.1098/rsbl.2003.0050, PMC 1809966 (freier Volltext).</ref>

Literatur

  • Richard Ellis: Sea Dragons. Predators of the Prehistoric Oceans. University Press of Kansas, Lawrence KS 2003, ISBN 0-7006-1269-6, S. 90–92.

Weblinks

Commons: Platypterygius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />