Maltepe
| Maltepe | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| ||||||
| Datei:İdealtepe, Kadir Çavuş Sk. No-1, 34841 Maltepe-İstanbul, Turkey - panoramio.jpg | ||||||
| Basisdaten | ||||||
| Staat: | Datei:Flag of Turkey.svg Türkei | |||||
| Provinz (il): | İstanbul | |||||
| Koordinaten: | 40° 56′ N, 29° 9′ O
{{#coordinates:40,925|29,151666666667|primary
|
dim=10000 | globe= | name= | region=TR-34 | type=city
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| Höhe: | 324 m | |||||
| Fläche: | 53,06 km² | |||||
| Einwohner: | 515.021<ref name="Infobox Ort in der Türkei.EinwohnerOrt">Maltepe Nüfusu, İstanbul, abgerufen am 16. Juni 2021</ref> (2020) | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 9.706 Einwohner je km² | |||||
| Telefonvorwahl: | (+90) 212 (europäischer Teil) (+90) 216 (asiatischer Teil) | |||||
| Postleitzahl: | 34 xxx | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | 34 | |||||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2021) | ||||||
| Gliederung: | 18 Mahalle | |||||
| Bürgermeister: | Ali Kılıç (CHP) | |||||
| Postanschrift: | Feyzullah Mah. Bağdat Cd. No: 292 34843 Maltepe / İstanbul | |||||
| Website: | ||||||
| Landkreis Maltepe | ||||||
| Einwohner: | 515.021<ref name="Infobox Ort in der Türkei.EinwohnerOrt"></ref> (2020) | |||||
| Fläche: | 53,06 km² | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 9.706 Einwohner je km² | |||||
| Kaymakam: | Bahri Tiryaki | |||||
| Website (Kaymakam): | ||||||
Maltepe ist eine Stadtgemeinde (Belediye) im gleichnamigen İlçe (Landkreis) der Provinz Istanbul in der türkischen Marmararegion und gleichzeitig ein Stadtbezirk der 1984 gebildeten Büyükşehir belediyesi İstanbul (Großstadtgemeinde/Metropolprovinz). Maltepe liegt auf der anatolischen Seite der Großstadt und ist seit der Gebietsreform ab 2013 flächen- und einwohnermäßig identisch mit dem Landkreis.
Geografie
Der mittelgroße Kreis grenzt im Norden an Kadıköy und Ataşehir, im Osten an Sancaktepe, im Südosten und Süden an Kartal. Im Westen bildet das Marmarameer eine natürliche Grenze.
Verwaltung
Durch das Gesetz Nr. 3806 im Jahr 1992 wurden in der Provinz Istanbul sieben neue Kreise gebildet, darunter auch der Landkreis Maltepe, der vom Kreis Kartal abgetrennt wurde. Dokumentiert ist die Abtrennung von elf Mahalle (Stadtviertel/Ortsteilen) aus der Stadt Kartal zur Bildung der Stadt Maltepe, die der einzige Ort im neuen Kreis ist und auch bleiben wird.<ref>Gesetz Nr. 3806, erschienen am 3. Juni 1992 im Amtsblatt 21247; PDF-Datei, Seiten 1 und 4</ref>
Bevölkerung
Das 1928 gegründete Dorf konnte in nur 40 Jahren (1935–1975) seine Einwohnerzahl verzwanzigfachen. Seit der Volkszählung 1960 wird es in den Statistiken als Belediye (Stadtgemeinde) gelistet, 1981 wurde es in die Stadt Kartal eingegliedert.
Einwohnerentwicklung
| 1935 | 1940 | 1950 | 1955 | 1960 | 1965 | 1970 | 1975 | 1980 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 3.131 | 2.281 | 4.897 | 7.391 | 11.052 | 16.626 | 32.196 | 66.343 | 90.439 |
Nachfolgende Tabelle zeigt die Einwohnerzahlen am Jahresende basierend auf dem 2007 eingeführten adressbasierten Einwohnerregister (ADNKS):
| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 415.117 | 417.605 | 427.041 | 438.257 | 452.099 | 460.955 | 471.059 | 476.806 | 487.337 | 490.151 | 497.586 | 497.034 | 513.316 | 515.021 |
Ende 2020 lebten im Durchschnitt 28.612 Menschen in jedem Mahalle, im Zümrütevler Mah. wohnten 86.315 Einwohner.<ref>Muhtarlıklar – Die Mahalle von Maltepe</ref><ref>Maltepe Nüfusu, abgerufen am 23. Juni 2021</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Istanbuler Stadtbusse der Linie E5 verkehren täglich entlang der Autobahn Otoyol 1 über die Brücke der Märtyrer des 15. Juli bis in den europäischen Teil und Dolmuşe zu den Docks in Kadıköy, wo man mit der Fähre entweder auf die europäische Seite Istanbuls oder nach Bursa übersetzen kann.
Maltepe ist im Gegensatz zu anderen Istanbuler Stadtbezirken eine ruhige Gegend. Das Stadtbild von Maltepe wird von vier- bis sechsgeschossigen Wohngebäuden geprägt. In Maltepe befinden sich ebenso viele moderne Siedlungen der Istanbuler Oberschicht, in denen Sicherheitskräfte die Kontrollpunkte der Siedlungen bewachen. Das Viertel Gülsuyu dagegen ist eine Gecekondu-Siedlung, die in den 1970er Jahren durch Migration aus ländlichen Gebieten Ost- und Südostanatoliens entstanden ist.
Geschichte
Die Gegend von Maltepe war bereits in byzantinischer Zeit mit Dörfern und Klöstern besiedelt. Zudem befand sich in diesem Bereich aller Wahrscheinlichkeit nach der sogenannte Bryas-Palast, ein im 6. Jahrhundert erbauter und im 9. Jahrhundert durch Kaiser Theophilos im Stil orientalischer Lustschlösser neu errichteter Palast.<ref>Klaus Belke: Bithynien und Hellespont (= Tabula Imperii Byzantini. Band 13). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2020, ISBN 978-3-7001-8329-7, S. 469–470 s. v. Bryas (online).</ref>
Der Name Maltepe bedeutet in etwa „Schatzhügel“. Die Vorstellung von Schätzen, die unter Hügeln liegen, ist durch die Existenz zahlreicher Grab- und Siedlungshügel (Höyük) in Kleinasien bestimmt, aus denen wertvolle Gegenstände geborgen wurden.<ref name="altun1">Onur Altuntaş: Mütareke’den 1938'e Maltepe. Masterthesis (Yüksek Lisans), Istanbul 2020, S. 1.</ref>
Die Vorgängersiedlung von Maltepe, deren Ruinen 1540 von dem französischen Forschungsreisenden und Naturwissenschaftler Pierre Gilles am Fuße des Dragos gefunden und als „Obnias“ oder „Abrias“ bezeichnet wurden,<ref name="altun1" /> wurde beim Erdbeben von 1509 zerstört. Der neue Ort, das heutige Maltepe, wurde etwas weiter westlich neu gebaut,<ref>Onur Altuntaş: Mütareke’den 1938'e Maltepe. Masterthesis (Yüksek Lisans), Istanbul 2020, S. VII.</ref>
Zwischen Byzanz und den Türken
Nachdem Suleiman ibn Kutalmiş Nikaia, das heutige Iznik erobert hatte, wurde 1084 die Grenze zwischen dem seldschukischen und byzantinischen Machtberein am Dragos-Bach, in der Gegend von Maltepe festgelegt.<ref>Onur Altuntaş: Mütareke’den 1938'e Maltepe. Masterthesis (Yüksek Lisans), Istanbul 2020, S. 8.</ref> Nach dem Ersten Kreuzzug, infolge dessen Nikaia 1097 wieder byzantinisch wurde, fiel auch diese Grenze wieder weg. Die osmanischen Türken eroberten die bithynische Halbinsel, auf der Maltepe liegt, schon recht früh nach ihrem Sieg in der Schlacht von Pelekanon 1329.<ref>Onur Altuntaş: Mütareke’den 1938'e Maltepe. Masterthesis (Yüksek Lisans), Istanbul 2020, S. 9.</ref> Nach der Niederlage der Osmanen gegen Timur 1402 in der Schlacht bei Ankara und der vorübergehenden Auflösung des Osmanischen Reiches (Osmanisches Interregnum) kamen neben anderen Gebieten auch die Küstengebiete am Marmarameer um Maltepe wieder unter byzantinische Herrschaft, bis die Osmanen sie in der Zeit ab 1413 erneut in Besitz nahmen.<ref name="altun10">Onur Altuntaş: Mütareke’den 1938'e Maltepe. Masterthesis (Yüksek Lisans), Istanbul 2020, S. 10.</ref>
Osmanisches Reich
Während der osmanischen Zeit war Maltepe ein kleines Dorf, in dem Griechen und Türken zusammenlebten.<ref>Onur Altuntaş: Mütareke’den 1938'e Maltepe. Masterthesis (Yüksek Lisans), Istanbul 2020, S. VII.</ref> Maltepe war nach Üsküdar der zweite Lagerplatz für die osmanischen Heere auf dem Weg nach Osten auf der Bagdader Heeresstraße, der noch gegenwärtig so genannten Bağdat Caddesi.<ref name="altun10" />
Eine prominente Persönlichkeit, die im 18. Jahrhundert für Maltepe prägend wurde, war Feyzullah Efendi. Feyzullah Efendi war der Sohn des Şeyhülislâm Damadzâde Ahmed Efendi (Lebenszeit: 1699–1761). Der in der Familie verwendete Beiname „Damadzâde“ deutet an, dass der Stammvater der Familie ein Schwiegersohn ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) eines Sultans war. Feyzullah Efendi war im Gebiet von Maltepe so begütert, dass Maltepe in seiner Zeit auch Feyzullah Efendi Çiftliği („Landgut [des] Feyzullah Efendi“) genannt wurde. Feyzullah Efendi war zunächst Müderris, Professor für islamisches Recht an einer Medrese, dann ab 1730 nacheinander Kadı, Vorsitzender des Scheriatsgerichts und ziviler Gouverneur, von Galata, Bursa und Istanbul. 1739 wurde er zum Anadolu Kazaskeri, zum Aufsichtsführenden über die Kadıs der asiatischen Türkei. Dann wurde er zweimal in den Jahren 1750 und 1754 zum Rumeli Kazaskeri (für den europäischen Reichsteil) und zweimal zum Şeyhülislâm (1755 und 1757) ernannt. 1758 wurde er nach Intrigen durch Sultan Mustafa III. abberufen. Er zog sich auf seine Güter zurück und widmete sich der Mathematik, der Medizin und der Musik. Seine Kompositionen sind nicht erhalten. 1761 starb er und wurde in einer von ihm errichteten Zaviye bestattet. Feyzullah Efendi ließ das Bergquellwasser des Kayisbergs mit Erdleitungen nach Maltepe bringen und in Maltepe einen Moscheekomplex (Külliye) mit Brunnen und Hamam errichten. Die Baulichkeiten fielen allerdings im 20. Jahrhundert zwei Brandkatastrophen 1926 und 1928 zum Opfer, nur Hamam und Brunnen blieben erhalten. Die heute nach Feyzullah Efendi benannte Moschee ist die ehemalige orthodoxe Nikolauskirche, die nach dem 1923 vereinbarten Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) in eine Moschee umgewandelt wurde.<ref>Onur Altuntaş: Mütareke’den 1938'e Maltepe. Masterthesis (Yüksek Lisans), Istanbul 2020, S. 18 f.</ref>
Bildung
In Maltepe befindet sich die private, staatlich anerkannte Maltepe-Universität (türkisch: Maltepe Üniversitesi).
Sehenswürdigkeiten
Moschee
Maltepe beherbergt die gleichnamige Maltepe-Zentrum-Moschee (türkisch Maltepe Merkez Camii), die in den 2000er Jahren nach klassischer osmanischer Architektur, die über zwei Jahrhunderte der dominierende Baustil war, mit vier hohen Minaretten erneuert wurde. Stilistisch vermittelt sie zwischen dem architektonischen Vorbild der Hagia Sophia und der Süleymaniye-Moschee. Die Moschee liegt nicht weit vom Marmarameer entfernt und im Zentrum von Maltepe an der berühmten Bagdad-Straße (türkisch Bağdat Caddesi). Die Galerien der Maltepe-Zentrum-Moschee haben geschnitzte Holzrahmen und es gibt mehrere große gekachelte Mosaike rund um die Moschee. Sie zeigen verschiedene wichtige Sehenswürdigkeiten, die eine Bedeutung für den Islam haben, zum Beispiel die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem.
Literatur
+ Onur Altuntaş: Mütareke’den 1938'e Maltepe. Masterthesis (Yüksek Lisans), Istanbul 2020 (online).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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