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Ulrich Lichtenthaler

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Ulrich Lichtenthaler (* 1978 in Karlsruhe) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler.

Leben

Ulrich Lichtenthaler, einer von drei Söhnen von Regine Lichtenthaler, geborener Schneider, und des Pflanzenphysiologen und Karlsruher Hochschullehrers Hartmut K. Lichtenthaler,<ref>Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 761.</ref> studierte Europäische Wirtschaft an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Universität Granada. Er schloss sein Studium als Diplom-Kaufmann Univ. (Europa-Studiengang) und mit einem European-Master-of-Business-Sciences-Zertifikat ab.<ref>Ulrich Lichtenthaler: Internationales F&E-Kooperations-Management: Implikationen der Multi-Kooperations-Perspektive, Berlin 2003, ISBN 978-3-936749-91-5.</ref> Seine Promotion erfolgte 2006 bei Holger Ernst am Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement an der WHU – Otto Beisheim School of Management zum Thema Leveraging Knowledge Assets: Success Factors of External Technology Commercialization. Lichtenthaler habilitierte sich kumulativ Ende 2009, ebenfalls an der WHU.<ref>Habilitationen und Berufungen 12/2009. In: www.forschung-und-lehre.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Oktober 2013; abgerufen am 26. September 2018.</ref> Danach war er zunächst wenige Monate als Gastprofessor an der Technischen Universität Berlin tätig<ref>Forschungskolloquium. Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler. The Performance Consequences of New Forms of Ambidexterity in the Context of Interorganizational Innovation. Vita. In: www.zu.de. 7. April 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Oktober 2013; abgerufen am 26. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und nahm im Februar 2009 einen Ruf auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Innovation und Organisation an der WHU an.<ref>Habilitationen und Berufungen 2/2010. In: www.forschung-und-lehre.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Oktober 2013; abgerufen am 26. September 2018.</ref>

Zum Frühjahrssemester 2011 nahm Lichtenthaler einen Ruf an die Universität Mannheim an, wo er die Nachfolge von Alfred Kieser als Lehrstuhlinhaber der Professur für ABWL und Organisation antrat.<ref>Lehrstuhl für ABWL und Organisation. In: lichtenthaler.bwl.uni-mannheim.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Oktober 2010; abgerufen am 26. September 2018.</ref>

Nach Bekanntwerden von Unregelmäßigkeiten und Fehlern in mehreren Veröffentlichungen, die schließlich zur Aberkennung seiner Lehrbefähigung führten, verließ Lichtenthaler die Universität Mannheim und seinen Lehrstuhl zum 31. März 2015 (siehe Abschnitt Widerruf bereits publizierter Artikel und Entzug der Lehrbefähigung). Im Anschluss arbeitete er bei einer mittelständischen Unternehmensberatung.<ref>Ehemalige Mitarbeiter des Lehrstuhls - WHU – Otto Beisheim School of Management. In: whu.edu. Abgerufen am 26. September 2018.</ref>

2018 wurde er zum Professor für Unternehmensführung und Entrepreneurship an der International School of Management in Köln ernannt.<ref>Dr. Ulrich Lichtenthaler wird zum Professor ernannt. In: ism.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 26. September 2018.</ref>

Werk

Lichtenthaler ist Autor des Fachbuchs Integrierte Intelligenz und hat u. a. in den Zeitschriften Academy of Management Journal, Organization Science oder Strategic Management Journal publiziert.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben dem Management Künstlicher Intelligenz und Digitaler Transformation die Organisationstheorie die Innovationsforschung, die Patentforschung sowie das Strategische Management.<ref>Ulrich Lichtenthaler: Lebenslauf. 10. Februar 2020, abgerufen am 10. Februar 2020.</ref> Innerhalb seiner empirischen Forschung wendet er überwiegend quantitative Methoden an.

Für seine Arbeiten erhielt er 2007 den mit 2.500 € dotierten Best-Paper-Award Innovation Management, der von der EBS in Kooperation mit dem Mikroforum Hochtechnologiepark in Wendelsheim verliehen wurde.<ref>Kathrin Verfondern: "Best Paper Award – Innovation Management 2007" - Erster Preis an Dr. Lichtenthaler (WHU) verliehen. In: www.ebs.edu. 27. Juni 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Juli 2014; abgerufen am 26. September 2018.</ref><ref>Allgemeine Zeitung (15. Juni 2007): „Deutsche sind Produktionsvolk“ - Lothar Späth im Technologiepark Wendelsheim.</ref> Er publizierte auch mit seinem Bruder Eckhard Lichtenthaler zusammen.<ref>Vgl. etwa Ulrich Lichtenthaler, Eckhard Lichtenthaler: A Capability-Based Framework for Open Innovation: Complementing Absorptive Capacity. In: Journal of Management Studies. Band 46, Nr. 8, Dezember 2009, S. 1315–1338 (PDF).</ref> 2009 erhielt er den Nachwuchspreis des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB). Beim Handelsblatt Betriebswirte-Ranking 2009, das die Forschungsleistung von 2100 Betriebswirten in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz seit 2005 analysiert, erreichte er Platz 2 bei der aktuellen Forschungsleistung, Platz 1 im Ranking der Forscher unter 40 Jahren und – obwohl zum damaligen Zeitpunkt erst 30-jährig – Platz 17 im Ranking des Lebenswerks aller aktiven Wissenschaftler.<ref>Handelsblatt Betriebswirte-Ranking 2009: Top 100 - Forschungsleistung seit 2005. In: Handelsblatt online. April 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Mai 2009; abgerufen am 26. September 2018.</ref> Seine Forschungsleistungen fanden Beachtung in der Wirtschaftspresse. Das Handelsblatt bezeichnete Lichtenthaler infolge seiner herausragenden Ranking-Platzierungen in einem Porträt als: Der Junge, der alles richtig macht.<ref>Anja Müller: Ulrich Lichtenthaler: Der Junge, der alles richtig macht. In: Handelsblatt online. 17. Juni 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. September 2015; abgerufen am 26. September 2018.</ref>

Lichtenthalers Engagement in Lehre und Ausbildung wurde 2011 mit dem Fachschaftslehrpreis der Universität Mannheim ausgezeichnet.<ref>Prof. Dr. Lichtenthaler erhält Lehrpreis, Universität Mannheim, abgerufen am 2. März 2013.</ref>

Widerruf bereits publizierter Artikel und Entzug der Lehrbefähigung

Anfang 2012 wurde eine Gruppe von 20 Wissenschaftlern auf Unregelmäßigkeiten innerhalb von Lichtenthalers Publikationen aufmerksam. Diese Gruppe befasste sich daraufhin mit 50 von Lichtenthalers Publikationen. Neben mangelnden Verweisen auf eigene ähnliche Publikationen und inhaltlichen Widersprüchen zwischen Veröffentlichungen, die auf gleichen Datensätzen basieren, wurde auf statistische Fehler bei Angaben zur Signifikanz von Ergebnissen hingewiesen. In der Folge wurden bis Juni 2014 fünfzehn Artikel Lichtenthalers zurückgezogen.<ref>Olaf Storbeck: Ungereimtheiten: Mannheimer BWL-Professor im Zwielicht. In: Handelsblatt online. 19. Juli 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Juli 2012; abgerufen am 26. September 2018.</ref> An der WHU und an der Universität Mannheim wurden Untersuchungskommissionen eingerichtet.

Am 11. September 2013 wurde Lichtenthaler die an der WHU erlangte Lehrbefähigung durch den Senat der WHU aberkannt, weil eine „wesentliche Voraussetzung für die Zuerkennung der Lehrbefähigung nicht gegeben war“.<ref>Vorwürfe unredlicher wissenschaftlicher Praxis gegen Professor Dr. Ulrich Lichtenthaler: Senat der WHU beschließt Aberkennung der Lehrbefähigung. In: www.whu.edu. 13. September 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. September 2013; abgerufen am 26. September 2018.</ref> Im Oktober 2014 erklärte die Universität Mannheim, dass Lichtenthaler die Universität zum 31. März 2015 auf eigenen Wunsch verlassen werde.<ref>Presseerklärung - Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler verlässt die Universität Mannheim. In: uni-mannheim.de. Oktober 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 26. September 2018.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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