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MadWorld

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MadWorld ist ein Hack-and-Slay-Videospiel entwickelt von Platinum Games und herausgegeben von Sega. Aufgrund des hohen Gewaltgrades wurde es nie in Deutschland veröffentlicht und zudem indiziert.

Spielbeschreibung

Das Spiel verwendet, analog zum Film Sin City, eine stilisierte Schwarzweiß-Comic-Darstellung, in der allein rotes Blut farbig hervorgehoben wird. Die Hauptfigur ist ein Mann namens Jack, dieser ist Teilnehmer der TV-Sportsendung „Death Watch“, die als Grundlage hat, dass die Bewohner des Gebiets sich gegenseitig töten müssen, um in einer Rangliste aufzusteigen und so ihr überleben sichern. Der Spieler ist gefordert, Gegner mit einer Verkettung von Attacken zur Strecke zu bringen und damit seine Punktezahl zu erhöhen. Das Geschehen ist durch die groteske Übersteigerung unrealistisch und fantastisch.<ref name="bbfc" /><ref name="eurogamer.de">Alexander Bohn: MadWorld Test. In: Eurogamer.de. 10. März 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. März 2010; abgerufen am 17. Mai 2013.</ref>

Das Spiel verwendet eine offene Welt in der sich die Handlung abspielt. Das Kampfgeschehen wird von zwei Kommentatoren verfolgt und kommentiert. Am Ende eines jeden Levels trifft Jack in einer separaten Mini-Arena auf einen Endgegner. Diese haben besondere Fähigkeiten, so zum Beispiel eine Frau namens Elise, die sich in eine Fledermaus verwandeln kann und deshalb von den Kommentatoren der Show auch als „Vampire Lady“ bezeichnet wird. An anderer Stelle im Spiel trifft man auf Frank, der Frankensteins Monster ähnelt, oder auf Kojack, gegen den man auf einem motorisierten Zweirad antreten muss.

Die gewonnenen Punkte, wie auch die überzogene Gewaltdarstellung, stellen die wesentlichen Elemente des Spiels dar. Zwar kann sich der Spieler dafür entscheiden, die Mitkämpfer nur mit Fäusten oder der an Jacks Arm befestigten Kettensäge zu töten, doch auf diese Art erreicht man am Spielende nur den schlechtesten Rang. Um die Wertung zu verbessern, müssen bei der Handlung auch die verschiedenen Gegenstände der Umgebung einbezogen werden. Die Welt bietet dazu zahlreiche Elemente wie Verkehrsschilder, Autoreifen und andere indirekte Elemente etwa ein gerade vorbeifahrender Zug. Dabei vervielfachen Kombinationen die vergebene Wertung. Ebenfalls stehen auch Schlagwaffen wie etwa Messer, Baseballschläger oder eine Keule mit Nägeln dafür zur Verfügung. Die vielen verschiedenen Aktionen, die der Spieler mit den Waffen und den Gegnern ausführen kann, werden durch die Bewegungen der Wii-Remote oder dem Nunchuk ausgelöst. Die jeweiligen Handlungen besitzen eigene Gesten um sie auszulösen. Das Spiel unterbreitet im Verlauf immer wieder Vorschläge dafür.

Rezeption

In Großbritannien äußerte sich der Leiter der mediawatch-uk, eine Lobby für Sitte in Film, Fernsehen und Videospielen, enttäuscht darüber, dass MadWorld auf der Wii veröffentlicht werde. Das Spiel verderbe das familienfreundliche Image der Konsole. Gleichzeitig wünschte er, dass MadWorld von der BBFC keine Einstufung erhalte, was einem totalen Verkaufsverbot gleichgekommen wäre.<ref>Parents horrified as most violent video game ever to launch on 'family friendly' Wii. In: Daily Mail Online. 12. August 2008, abgerufen am 17. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als Reaktion hierauf erhielt die Organisation eine Vielzahl an E-Mails verärgerter Gamer.<ref>Robert Purchese: Fans rage at anti-MadWorld campaign. In: GamesIndustry.biz. 13. November 2008, abgerufen am 17. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> MadWorld wurde mit der BBFC-Einstufung „Nur für Erwachsene“ veröffentlicht.<ref name="bbfc">MADWORLD. In: British Board of Film Classification. Abgerufen am 17. Mai 2013.</ref><ref name="ign-au-class" />

Auch das National Institute on Media and the Family in den Vereinigten Staaten verurteilte in einer Presseerklärung anlässlich der Veröffentlichung des Spiels, dass sich Nintendo gewalthaltigen Spielen geöffnet habe.<ref>Daemon Hatfield: NIMF Disappointed with Nintendo. In: IGN. 10. März 2009, abgerufen am 17. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

In Australien erhielt das Spiel von dem üblicherweise strengen Australian Classifications Board eine Freigabe ab 15.<ref name="ign-au-class">Patrick Kolan: MadWorld Gets AU Classification. In: IGN. 18. Januar 2009, abgerufen am 17. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Vorfeld gab SEGA bekannt, dass man das Spiel nicht in Deutschland veröffentlichen wolle.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />House of the Dead: Overkill and MadWorld banned from Germany. (Memento vom 6. Mai 2012 im Internet Archive) nintendoeverything.com: Meldung vom 19. August 2008 (englisch, aufgerufen am 17. Mai 2013)</ref> Im Mai 2010 wurde die europäische Version des Spiels von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Deutschland indiziert.<ref>Benjamin Jakobs: Aliens vs. Predator & MadWorld indiziert. In: Eurogamer.de. 31. Mai 2010, abgerufen am 26. Dezember 2025.</ref>

In den Vereinigten Staaten wurden im ersten Verkaufsmonat lediglich 66.000 Einheiten des Titels abgesetzt, ähnlich dem Lightgun-Shooter House of the Dead: Overkill und anderen Spielen mit hoher Altersbegrenzung für die familienfreundliche Wii-Konsole. Derartige Spiele sind auf der Plattform eher die Ausnahme, die nordamerikanische Klassifikationsorganisation ESRB führt (mit Stand vom April 2009) 26 Spiele mit einer Alterseinstufung „Mature“ (ab 17 Jahren) aus insgesamt fast tausend Wii-Titeln.<ref>Kris Graft: Wii's M-Rated Madworld Sells 66,000 in the U.S. In: Game Developer. 17. April 2009, abgerufen am 26. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Verkaufszahlen zum November 2012 lagen bei etwa 700.000.<ref>Stuart W. Bedford: 10 Awesome Video Games That Didn’t Get The Credit They Deserved. In: whatculture.com. 3. Dezember 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Februar 2013; abgerufen am 17. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Belege

<references />