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Zehntelmaß

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 22. März 2018 um 09:42 Uhr durch 217.234.146.31 (Diskussion) (Die Behauptung, A. Lange sei der "Erfinder" dieses Messgerätes, ist durch nichts belegt. Oft wird auch Moritz Großmann als Erfinder genannt. Möglicherweise hat A. Lange dieses Gerät auf seiner Wanderschaft durch Frankreich, England und der Schweiz kennengelernt. Es wurde aufgrund seiner einfachen Konstruktion seit jeher von Uhrmacher bzw. deren Lehrlingen selbst gefertigt.).
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Datei:Zehntelmass - dixieme gauge.jpg
Zehntelmaß mit zwei Skalen
Datei:Dixieme gauge to use.jpg
Zehntelmaß beim Messvorgang
Datei:Dixieme gauge scale.jpg
Doppelskala in Millimeter (unten) und Linie (oben)

Ein Zehntelmaß (auch Federlehre, Triebmaß, Zapfenzirkel, Spindelmaß) ist ein Messgerät zur Längen- oder Dickenmessung.

Beschreibung

Die Skala mit den Messwerten hat zur Drehachse des Gerätes den zehnfachen Abstand wie der Messfühler. Durch diese Übersetzung entspricht ein Millimeter des Messobjektes einem Zentimeter auf der Ableseskala. So sind Unterschiede von einem Zehntel Millimeter exakt messbar und kleinere Differenzen noch gut abschätzbar.

Der gängige Einsatzbereich ist die Feinmechanik, um kleinste Bauteile und Drahtdurchmesser zu ermitteln. Seine Handhabung ist im Gegensatz zum Messschieber oder der Mikrometerschraube sehr einfach, da es eine einhändige Bedienung ermöglicht sowie zum schnellen und punktgenauen Messen dient.

Das Messgerät ist besonders in den Handwerksberufen Uhrmacher, Juwelier, Gold- und Silberschmied üblich, um die Dimensionen von kleinen Teilen schnell und zuverlässig zu ermitteln. In besondere Weise betrifft das Zahnradachsen und die Dicke von Uhrenfedern, Drähte, Perlen oder Edelsteinen.

Heute werden die Messgeräte von traditionell arbeitenden Werkstätten verwendet, zunehmend in einer modernen Variante. Diese modern abgewandelte Form auf der Basis desselben Messprinzips ist das Leveridge Gauge. Damit werden zwischen zwei Tastspitzen die Größe bzw. Länge eines Objektes ermittelt und der Wert durch einen Zeiger auf einer runden Skala oder digital dargestellt.

Die Skala des ursprünglichen Zehntelmaßes lässt das Ablesen von Millimetern und Zehntelwerten zu, was ihm seinen Namen gab. Der Begriff verbreitete sich mit dem Messwerkzeug und wurde in einige Fremdsprachen direkt übersetzt. In manchen Regionen war es üblich, mit einer zweiten Skala den Messwert in Linien anzugeben. Eine Linie entspricht einem Zwölftel-Zoll (1/12″). Schweizer und französische Uhrmacher setzten dieses Instrument in ihrer Praxis ein.

Fremdsprachige Bezeichnungen

englisch: dixieme gauge, gelegentlich auch decimillimeter gauge oder Jo-Di Gauge
französisch: dixième, calibre au dixième
niederländisch: tiendepasser
spanisch: calibrador de Décimo
tschechisch: míra desetinná

Literatur

  • Otto Lueger (Hrsg.): Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. Bd. 6, Eintrag Meßwerkzeuge. Stuttgart, Leipzig (Deutsche Verlags-Anstalt) 1904, S. 398
  • Helmut Kahnt / Bernd Knorr: BI-Lexikon. Alte Maße, Münzen und Gewichte. Leipzig (Bibliographisches Institut) 1986 ISBN 3-323-00013-7

Weblinks