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Dapoxetin

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Strukturformel
Datei:Dapoxetine Structural Formulae V.1.svg
Allgemeines
Freiname Dapoxetin
Andere Namen
  • (+)-N,N-Dimethyl-1-phenyl-3-(1-naphthyloxy)propylamin
  • (S)-N,N-Dimethyl-1-phenyl-3-(1-naphthyloxy)propylamin
Summenformel
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 71353
ChemSpider 64453
DrugBank DB04884
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

G04BX14

Wirkstoffklasse

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer

Wirkmechanismus

Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme

Eigenschaften
Molare Masse
  • 305,41 g·mol−1 (Dapoxetin)
  • 341,87 g·mol−1 (Dapoxetin·Hydrochlorid)
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​319​‐​413
P: 305+351+338<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Dapoxetin ist ein Arzneistoff, der in der Psychopharmakologie verwendet wird. Aufgrund seiner neurobiologischen Wirkung rechnet man ihn zu den selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), einer Gruppe, der auch viele neuere Antidepressiva angehören. Die ursprünglich vom Hersteller Janssen-Cilag als Antidepressivum entwickelte Substanz wurde 2009 unter dem Handelsnamen <templatestyles src="Person/styles.css" />Priligy zur Therapie des vorzeitigen Samenergusses (Ejaculatio praecox) des Mannes zugelassen.<ref>Der Vertrieb erfolgt inzwischen durch die Berlin-Chemie Menarini, die keine Beipackzettel ins Internet stellt, sodass Dapoxetin auch nicht in der „Rote Liste, Fachinfo-Service“ erscheint. Einige Medizin-Portale erstellen unter Benutzung des originalen Beipackzettels eigene Fassungen der Gebrauchsinformation. DocCheck(www.doccheck.com) veröffentlicht einen Original-Beipackzettel von Priligy</ref><ref name="GI_30">Gebrauchsinformation zu Priligy® 30 mg Filmtabletten (Stand Januar 2013).</ref><ref name="GI_60">Gebrauchsinformation zu Priligy® 60 mg Filmtabletten. (Stand Januar 2013).</ref><ref name="FI">Fachinformation Priligy® 30 mg (60 mg) (Gelbe Liste). Siehe auch die Fachinformation. Berlin Chemie Menarini, Stand Januar 2013.</ref> Damit wurde eine in der Gruppe der SSRI bekannte Nebenwirkung zur Indikation erhoben.<ref name="a-t" />

Dabei ist auf Basis der Zulassungsstudien von einer nur leichten Verlängerung der intravaginalen Latenzzeit der Ejakulation (gegenüber Placebo) auszugehen.<ref>Fachinformation. Berlin Chemie Menarini, Tabelle 2.</ref>

Studienteilnehmer schätzten eine vorbestehende „schlechte“ Kontrolle über die Ejakulation unter Dapoxetin als nur wenig verbessert ein. Ähnlich war es mit der Zufriedenheit.<ref>Arznei-Telegramm, 2009, 40, S. 54–56.</ref>

Wirkung auf die Ejakulationslatenz

Dapoxetin verlängert, wie alle anderen SSRI, durch die Wiederaufnahmehemmung des Serotonins in die Nervenzellen dessen Wirkdauer. Da vermutlich Serotonin die Ejakulation hemmt, tritt sie dadurch verzögert ein.<ref name="infomed.ch">Dapoxetin – pharma-kritik. infomed.ch – Infomed Online; abgerufen am 3. Dezember 2020.</ref><ref name="Hans-Ulrich Schmelz, Christoph Sparwasser, Wolfgang Weidner">Hans-Ulrich Schmelz, Christoph Sparwasser, Wolfgang Weidner: Facharztwissen Urologie Differenzierte Diagnostik und Therapie. Springer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-642-01626-4, S. 773 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Pharmakokinetik

Maximale Plasmaspiegel werden 1–2 Stunden nach Einnahme erreicht. Die Bioverfügbarkeit beträgt 15–76 %. Die Metabolisierung erfolgt über die Leber, insbesondere über das Enzym CYP3A4 sowie auch über CYP2D6 zum aktiven Metaboliten Desmethyldapoxin.<ref name="MüllerBenkert">Matthias J. Müller, Otto Benkert: Dapoxetin – Zulassung eines SSRI für die Behandlung der Ejaculatio praecox. Kompendium Psychiatrische Pharmakologie, 9. Juli 2009. kompendium-news.de.</ref>

Risiken und Nebenwirkungen

Die Verträglichkeit und Sicherheit von Dapoxetin wurde an 4224 Patienten in fünf placebo-kontrollierten Studien untersucht. Die am häufigsten in klinischen Studien der Phase III berichteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) bei der Einnahme von Dapoxetin waren: Übelkeit, Schwindel, Synkope (Ohnmachtsanfall) (0,06 – 0,23 %), orthostatische Hypotonie (<1 %), Kopfschmerzen, Durchfall, Schlaflosigkeit und Müdigkeit.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die zum Absetzen von Dapoxetin führten, waren: Übelkeit (2,2 % der behandelten Probanden) und Schwindel (1,2 % der Probanden).<ref name="FI" />

Kontraindikationen

Laut Gebrauchsinformation (GI)<ref name="GI_30" /><ref name="GI_60" /> sollten Männer mit Dapoxetin nicht behandelt werden, auf die einer der folgenden Punkte zutrifft:

Kritik an der Vermarktung

Laut arznei-telegramm (a-t) wird mit der Zulassung von Dapoxetin „eine der bekannten sexuellen Störwirkungen der SSRI, die nicht nur verminderte Libido und Erektionsstörungen verursachen, sondern auch die Ejakulation bis hin zum völligen Ausbleiben verzögern können, als Indikation vermarktet.“ Die Auswertung von drei der insgesamt fünf Zulassungsstudien führt das arznei-telegramm 2009 zu dem Ergebnis, dass Dapoxetin, bei Bedarf eingenommen, die Zeit bis zur Ejakulation gegenüber Placebo im Mittel um rund eine Minute verzögert.

Dies entspricht ungefähr den Werten, die in der Fachinformation des Herstellers nach Abschluss aller Studien genannt werden.<ref>Fachinformation. Berlin Chemie Menarini.</ref> Das a-t rät von der Anwendung des „dürftig wirksamen und teuren“ SSRI ab.<ref name="a-t">Neu auf dem Markt. Bewertung des arznei-telegramm (a-t), 2009.</ref>

Im Schweizer Fachblatt infomed<ref>„Peer-reviewed independent non-profit publication without advertising“</ref> hieß es in einem Kommentar: „… allein die Vorstellung, dass man sich einer Tablette bedient, um ein paar Stunden später auf einen 1 bis 2 Minuten längeren Geschlechtsakt zu hoffen, und sich damit aber auch dem Risiko von Synkopen und anderen Nebenwirkungen aussetzt, enthält Aberwitz genug, der für sich als Kommentar zu stehen vermag.“<ref name="infomed.ch" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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