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Carl Guggomos

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Carl Luitpold Guggomos (auch „Charly“ genannt<ref name="SPGL1968">Nach vorn geträumt. In: Der Spiegel. Nr. 46, 1968, S. 67 (online).</ref>, * 1932 ?<ref name="SPGL1972">Jewgenij (Schenja) Jewtuschenko. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1972 (online).</ref>; † 16. März 1988) war ein deutscher Journalist, Herausgeber, Aktivist der Außerparlamentarischen Opposition.

Leben

Guggomos war zunächst SPD-Mitglied und Redakteur des Vorwärts<ref name="SPGL1991">Treffen auf der Parkbank. In: Der Spiegel. Nr. 30, 1991 (online).</ref>, später beim Spiegel.

1961 war Guggomos Teil einer Beobachterdelegation westdeutscher Jungjournalisten, die im Auftrag des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) vom Prozess gegen Adolf Eichmann aus Jerusalem berichteten.<ref>Jonas Hahn: Die Deutsch-Israelischen Studiengruppen und die frühen studentischen Kontakte mit Israel 1948–1972, Göttingen 2025, S. 183–192.</ref>

Guggomos geriet 1966 in der SPD in den Verdacht, gemeinsam mit anderen Vorwärts-Mitarbeitern (Alexander von Cube, Adalbert Wiemers und Ekkehart Wiemers) Drahtzieher einer Kampagne gegen Herbert Wehner zu sein.<ref>Wehner. Sprung nach vorn. Der Spiegel, 21. März 1966</ref>

Ab 1967 war er Chefredakteur und Herausgeber des Berliner EXTRA-Blattes, das zunächst von Rudolf Augstein und Gerd Bucerius finanziert wurde.<ref name="WELT2001-4">Jochen Kummer: Die Stasi saß in Springers Büro. In: Welt Online. 1. April 2001, abgerufen am 15. Mai 2018.</ref> Daraus ging der Berliner Extra-Dienst hervor.<ref name="BED1967">EXTRA-DIENST GMBH: REDAKTIONSKOLLEKTIV WILL "ENTEIGNUNG". In: Berliner Extradienst. 5. Februar 1969, abgerufen am 15. Mai 2018.</ref> Bis in die 1970er Jahre galt der von der DDR-Staatssicherheit finanzierte Extra-Dienst als wichtiges Organ der Außerparlamentarischen Opposition.<ref name="SPGL1991" />

1966 gründete Guggomos zusammen mit Horst Mahler, Walter Barthel, Klaus Meschkat, Johannes Agnoli und weiteren SPD-Linken und SDS-Mitgliedern gegen den Willen des SDS-Landesverbandes Berlin die November-Gesellschaft, aus der am 30. April 1967 der Republikanische Club hervorging.<ref>Kleine Geschichte der SDS, Rotbuch-Verlag, Berlin, 1977, ISBN 3-88022-174-X</ref> Guggomos distanzierte sich davon ein Jahr später wieder, „weil im Club nur noch tendenzieller Anarchismus Gehör“ fände. Er verlegte sein Büro aus den Räumlichkeiten des Clubs und betrieb im neuen Domizil mit Barthel und anderen Freunden eine Kombination aus Kleinkunstbühne, Druckerei, Kneipe und der Ost-Boutique.<ref name="SPGL1968" />

Für das Wintersemester 1972 bekam er unter Protest der West-Berliner CDU einen Lehrauftrag für Publizistik an der Freien Universität Berlin.<ref name="SPGL1972" />

Weil der Extra-Dienst Teile der SPD-Politik bekämpfe, beantragte die Berliner SPD 1973 seinen Parteiausschluss.<ref name="HHAB1973">Politik IN KÜRZE – Hamburger Abendblatt vom 20. März 1973. Abgerufen am 30. Mai 2023.</ref>

Zur Zeit seiner Redaktionstätigkeit beim Berliner Extra-Dienst waren Guggomos (IM Gustav) und „ed“ Geschäftsführer Walter Barthel (IM Kurt) Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, Barthel bis 1969. Das MfS lieferte Material und journalistische Beiträge für Kampagnen gegen Axel Springer und gegen die Bundespräsidentenwahl 1969 in West-Berlin.<ref name="WELT2001-4" /><ref name="SPGL1991" /><ref name="WELT2001-3">Wie Ost Berlin gegen den Axel Springer Verlag mobil machte, Welt Online, 23. März 2001</ref><ref>Hubertus Knabe: Frontstadt Berlin. Die geheimen Propagandaaktionen der Stasi. S. 35, abgerufen am 15. Mai 2018.</ref>

1978 gründeten Guggomos und Barthel die linkssozialistische Tageszeitung Die Neue, deren Chefredakteur Guggomos wurde. Die Zeitung bestand bis 1982 und konkurrierte mit der gleichzeitig gegründeten taz.

1993 wurde er als inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit enttarnt.<ref>Alfons Söllner: Totalitarismus: Eine Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts, S. 276</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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