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Epithese (Linguistik)

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Epithese ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) „Anfügung“; auch Paragogie, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bedeutet in der Sprachwissenschaft das Hinzufügen eines Lautes am Wortende. Meist ist dies etymologisch unbegründet, kann aber komplex erscheinende Konsonantenverbindungen in einem Wort auflösen, indem eine weitere Silbe gebildet wird. Außer Epithesen gibt es als ähnliche Erscheinungen auch noch Prothesen und Epenthesen.

Beispiele

Deutsche Beispiele für Epithesen sind:

  • Anhängung von -t: mittelhochdeutsch nieman > neuhochdeutsch niemand; das aus dem Französischen entlehnte (vin) sec > deutsch Sekt;<ref>Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0, Stichwort Epithese.</ref> mittelhochdeutsch obez > neuhochdeutsch Obst.<ref>Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 4., aktualisierte und überarbeitete Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02335-3, Stichwort Epithese.</ref> Auch das -t bei dem Evidenzmarkierer ebent (statt standardsprachlich eben), das in der gesprochenen Sprache oft zu beobachten ist,<ref>Hermann Paul: Deutsches Wörterbuch. 10., überarbeitete und erweiterte Auflage von Helmut Henne, Heidrun Kämper und Georg Objartel. Niemeyer, Tübingen 2002, ISBN 3-484-73057-9, Stichwort eben.</ref> gehört hierher.
  • Anhängung eines -e bei starken Verben und Hilfsverben: mittelhochdeutsch ward > neuhochdeutsch wurde. Nur beim Hilfsverb werden bleibt diese Epithese erhalten; bei allen anderen Verben verschwindet sie spätestens Anfang des 19. Jahrhunderts wieder. Zur Entwicklung der e-Epithese bei den Hilfsverben siehe im Artikel Hilfsverb #Zum morphologischen Wandel der Hilfsverben „sein“ und „werden“; zu der der starken Verben siehe den Literatureintrag Imsiepen.

Ein Beispiel aus der romanischen Sprachgeschichte ist:

  • analogische Anhängung von -o: lateinisch sum ‚bin‘ > italienisch sono.

Siehe auch

Literatur

  • Ulrike Imsiepen: Die e-Epithese bei starken Verben im Deutschen. In: Karl-Heinz Best, Jörg Kohlhase (Hrsg.): Exakte Sprachwandelforschung. edition herodot, Göttingen 1983, ISBN 3-88694-024-1, Seite 119–141.

Weblinks

Wiktionary: Epithese – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references/>