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Bingenheim

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Bingenheim
Gemeinde Echzell
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1468)&title=Bingenheim 50° 22′ N, 8° 54′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1468) 50° 22′ 20″ N, 8° 53′ 45″ O
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Höhe: 128 (122–164) m ü. NHN
Fläche: 8,23 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 1468 (2022)<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen am 11. September 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 61209
Vorwahl: 06035

Bingenheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Echzell im hessischen Wetteraukreis.

Geschichte

Urgeschichte

Erste Besiedlungen sind durch archäologische Funde und Hügelgräber im Bingenheimer Wald für die Zeit der Michelsberger Kultur nachgewiesen. Bingenheim liegt am Obergermanisch-Raetischen Limes. Südlich des Ortes befand sich in der Römerzeit das Kleinkastell Lochberg.

Mittelalter

Datei:Kieser Bingenheim 1630.jpg
Daniel Meisner/Eberhard Kieser: Thesaurus Philopoliticus oder Politisches Schatzkästlein (1630) mit Schloss und Ort Bingenheim.<ref>Daniel Meisner, Eberhard Kieser: Thesaurus Philopoliticus oder Politisches Schatzkästlein Bd. 2. Faksimile-Neudruck der Ausgabe Frankfurt am Main 1625-1626 u. 1627-1631, Nördlingen 1992, Buch 5, Nr. 7.</ref>
Datei:Schloss Bingenheim02.jpg
Schloss Bingenheim

Im Jahre 817 schenkte Ludwig der Fromme dem Kloster Fulda die bei Echzell gelegene kleine Burg Bingenheim. Echzell und die Burg bildeten vermutlich eine kleine Mark; die Zahl der dazugehörigen Güter ist mit ungefähr 187 angegeben.<ref name="buch-CnoAAAAAcAAJ">Johann Ernst Christian Schmidt: Geschichte des Großherzogthums Hessen. Heyer, 1819, S. 112–113. eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref> Um diese Keimzelle herum schuf sich die Abtei im Laufe der folgenden Jahrhunderte die sogenannte Fuldische Mark. Die Burg Bingenheim blieb fuldischer Eigenbesitz, die Vogtei über die Fuldische Mark dagegen wurde als Lehen an weltliche Herren gegeben. Anfangs war die Vogtei möglicherweise in der Hand der Grafen von Nürings, kam aber um die Mitte des 11. Jahrhunderts an Volkold I. von Malsburg, der damit zum Begründer des Geschlechts der Grafen von Nidda wurde.

Die älteste erhaltene Erwähnung von Bingenheim stammt aus der Zeit zwischen 1015 und etwa 1025 und findet sich im Codex Eberhardi.<ref>Heinrich Meyer zu Ermgassen: Codex Eberhardi. Marburg 1995-2007, Bd. 2, Nr. 35, S. 260.</ref>

1357 erhielt der Fuldaer Abt Heinrich von Kranlucken von Kaiser Karl IV. die Erlaubnis, vor seiner Burg Bingenheim eine Stadt zu gründen, sie zu befestigen und dort einmal wöchentlich einen Markt abzuhalten; später erscheint Bingenheim jedoch wieder als Dorf.<ref name="buch-CnoAAAAAcAAJ" /> Es war Sitz des gleichnamigen Amtes Bingenheim.

Neuzeit

In der frühen Neuzeit fanden Hexenprozesse statt.<ref>Klaus Reuß: Namen von Opfern der Hexenprozesse Bingenheim</ref> Eins der ersten Opfer war 1652 Hans Rau aus Berstadt, der diesem Hexenwahn zum Opfer fiel. Gerichtsakten dazu liegen noch heute im Staatsarchiv Darmstadt. Ein Roman von Georg Schäfer aus dem Jahr 1898 greift dieses Thema unter Benutzung dieser vorhandenen Originalakten auf.<ref>Georg Schäfer: Die Hexe von Bingenheim: oberhessischer Volksroman aus den Zeiten der Hexenprozesse; mit Benutzung der vorhandenen Originalakten (1652–1660) bearbeitet. H. May Nachf., Lauterbach, Oberhessen 1898.</ref> Zu der 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Echzell 1982 wurde das Stück „Die Hexe von Bingenheim“ unter der Leitung von Gitta von Zittwitz und Ursula Koch mit sehr großen Erfolg uraufgeführt.

Die Ämter-Struktur wurde im Großherzogtum Hessen 1821 aufgelöst. Die bisher von den Ämtern wahrgenommenen Aufgaben wurden Landräten (zuständig für die Verwaltung) und Landgerichten (zuständig für die Rechtsprechung) übertragen.<ref name="bsb01" /> Bingenheim kam so zum Landratsbezirk Nidda und zum Landgericht Nidda. Die gerichtliche Zuständigkeit wechselte 1879 zum Amtsgericht Nidda.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde zum 1. August 1972 kraft Landesgesetz die bis dahin selbständige Gemeinde Bingenheim als Ortsteil in die Gemeinde Echzell eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg (GVBl. II 330-19) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 230, § 8 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Ein Ortsbezirk nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Bingenheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2022
Jahr  Einwohner
1834
  
674
1840
  
681
1846
  
735
1852
  
770
1858
  
738
1864
  
689
1871
  
669
1875
  
681
1885
  
650
1895
  
630
1905
  
622
1910
  
659
1925
  
657
1939
  
685
1946
  
1.003
1950
  
954
1956
  
935
1961
  
905
1967
  
1.008
1970
  
966
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
1.380
2022
  
1.468
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. August 2021;.</ref>, 2022<ref name="EW2022" />

Religionszugehörigkeit

• 1961: 695 evangelische (= 76,80 %), 143 katholische (= 15,80 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Kulturdenkmäler

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Bingenheim

Wirtschaft und Infrastruktur

  • Im ehemaligen Schloss aus dem 17. Jahrhundert ist seit 1950 die Lebensgemeinschaft Bingenheim, eine anthroposophische Einrichtung mit Schule für Behinderte, untergebracht. Im Jahre 1991 wurde ein Bürgerzentrum errichtet.
  • In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Bingenheim eine von vier Bezirksführerinnenschulen des Reichsarbeitsdienstes der weiblichen Jugend (RADwJ).
  • Die Bingenheimer Saatgut AG, 2001 gegründet, ist eine der größten europäischen Produzenten für samenfestes Saatgut.
  • Im Ort gibt es sowohl eine evangelische wie auch eine neuapostolische Kirche. Für die jungen Einwohner stehen zwei Kindergärten mit je zwei Gruppen zur Verfügung, nämlich der gemeindliche Kindergarten Lilliput und der Waldorf-Kindergarten.
  • Durch Bingenheim verläuft die Landesstraße 3188.
  • Im Jahr 1877 begann man in Bingenheim mit dem industriellen Abbau von Basalt. Noch heute wird im südlichen Bereich in einem Steinbruch Basalt abgebaut. Alte Abbauwände in den nahe gelegenen Wäldern deuten aber darauf hin, dass bereits zur Zeit der römischen Besiedlung Basaltgestein primitiv gewonnen wurde.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Bingenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis"> Bingenheim, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="bsb01"> Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1821 Nr. 33, S. 403 ff. (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek). </ref> </references>

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