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Eugenit

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Eugenit
Datei:Eugenite with Luanheite - Privolnoye - Sakha Republic - Russia.jpg
Ein mit Luanheit verwachsener Eugenit
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1981-037<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Eug<ref name="Warr" />

Chemische Formel Ag11Hg2<ref name="StrunzNickel" /><ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Elemente – Metalle und intermetallische Legierungen
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

I/A.02-028<ref name="Lapis" />

1.AD.15c
01.01.08.05
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol hexakistetraedrisch; 43m
Raumgruppe I43m (Nr. 217)Vorlage:Raumgruppe/217<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 10,02 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3 bis 3,5<ref name="Lapis" /> (VHN15 = 85–106, durchschnittlich 92)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 10,75(3); berechnet: 10,45<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe silberweiß,<ref name="Lapis" /> im Auflicht weiß mit schwachem Gelbstich<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe silberweiß<ref name="Lapis" />
Transparenz undurchsichtig (opak)
Glanz Metallglanz

Eugenit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Elemente“ mit der chemischen Zusammensetzung Ag11Hg2<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen eine natürliche Legierung oder besser ein Amalgam aus Silber und Quecksilber.

Eugenit kristallisiert im kubischen Kristallsystem und findet sich meist in Form unregelmäßiger Körner von bis zu 4 mm Größe. Das in jeder Form undurchsichtige (opake) Mineral zeigt auf den Oberflächen der silberweißen Körner einen metallischen Glanz. Im Auflicht erscheint es dagegen weiß mit einem schwachen Gelbstich. Die Strichfarbe von Eugenit ist allerdings ebenfalls silberweiß.

Etymologie und Geschichte

Eugenit wurde erstmals in der Zechstein-Kupfer-Lagerstätte in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien entdeckt. Für die Analyse des Minerals wurden Silberamalgam-Proben aus den Gruben „Lubin“ und „Rudna“ im Powiat Lubiński sowie „Polkowice“ im benachbarten Powiat Polkowicki enthielten, allerdings wiesen nur die Proben der Grube Lubin eine Zusammensetzung auf, die der für den Eugenit definierten Zusammensetzung nahe kamen. Die Erstbeschreibung des Minerals erfolgte durch Henryk Kucha, der es nach dem österreichischen Mineralogen Eugen Friedrich Stumpfl (1931–2004) benannte, um dessen Beiträge zur Erforschung von Edelmetallen (hauptsächlich Platinmetallen) zu ehren.<ref name="Kucha" />

Kucha reichte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1981 zur Prüfung bei der International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nr. der IMA: 1981-037<ref name="IMA-Liste" />) ein, die den Eugenit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung folgte 1986 im polnischen Fachmagazin Mineralogia Polonica.<ref name="Kucha" />

Das Typmaterial des Minerals wird im Institut für Geologie und Mineral-Lagerstätten in Krakau (Polen) aufbewahrt. Die Sammlungsnummer ist nicht dokumentiert.<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="IMA-Typmineralkatalog" />

Klassifikation

Da der Eugenit erst 1981 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.

Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich im Aufbau noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. I/A.02-28. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Metalle und intermetallischen Verbindungen“, wo Eugenit zusammen mit Aurihydrargyrumit, Belendorffit, Bleiamalgam, Goldamalgam, Kolymit, Luanheit, Moschellandsbergit, Paraschachnerit, Potarit, Quecksilber, Schachnerit und Weishanit die unbenannte Gruppe I/A.02 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Eugenit ebenfalls in die Abteilung der „Metalle und intermetallischen Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, die entsprechend ihrer verwandten Eigenschaften in Metallfamilien eingeteilt wurden. Eugenit ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Quecksilber-Amalgam-Familie“ zu finden, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Untergruppe 1.AD.15c innerhalb der „Silberamalgam-Gruppe“ (1.AD.15) bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Eugenit in die Klasse und dort in die gleichnamige Abteilung der „Elemente“ ein. Hier ist er in der „Silberamalgam-Legierungen“ mit der System-Nr. 01.01.08 innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Metallische Elemente außer der Platingruppe“ zu finden.

Kristallstruktur

Eugenit kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe I43m (Raumgruppen-Nr. 217)Vorlage:Raumgruppe/217 mit dem Gitterparameter a = 10,02 Å, sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte

Eugenit bildet sich in niedrig-gradigen Kupfersulfidvererzungen in Schwarzschiefer- und Karbonatgesteinen. Als Begleitminerale treten unter anderem Ankerit, Calcit, Chalkosin, Covellin, Gips, Hämatit und Tennantit auf.

Als seltene Mineralbildung konnte Eugenit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei bisher weltweit knapp 20 Fundstellen<ref name="Mindat-Anzahl" /> dokumentiert sind. Außer an seiner Typlokalität, der Grube Lubin im Powiat Lubiński, trat das Mineral in Polen noch in der Grube Sieroszowice bei Polkowice (deutsch: Polkwitz) in Niederschlesien auf.

Der bisher einzige bekannte Fundort in Deutschland ist der ehemalige Steinbruch Schahn (auch Schaan oder Basaltlavatagebau Hubertusruh) bei Baumholder in Rheinland-Pfalz, der heute Teil eines unzugänglichen Truppen-Übungsplatzes ist.<ref name="MA-Steinbruch Schahn" /> Auch in Österreich ist mit der antiken Kupfer-Silber-Grube am Röhrerbühel im Bezirk Kitzbühel (siehe auch Kupferbergbau auf der Kelchalpe) bisher nur ein Fundort bekannt.<ref name="MA-Röhrerbühel" /><ref name="Mindat-Röhrerbühel" />

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Australien (New South Wales), Chile (Atacama), Marokko (Drâa-Tafilalet) und Souss-Massa, Myanmar (Mandalay), Namibia (Tsumeb), Norwegen (Buskerud), Russland (Sacha), Schweden (Västmanland) und den Vereinigten Staaten von Amerika (Arizona, Michigan und Washington).<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Eugenite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Eugenit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 11. September 2023. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmineralkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – E. (PDF 132 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 11. September 2023. </ref> <ref name="Kucha"> </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="MA-Steinbruch Schahn"> Steinbruch Schahn (Basaltlavatagebau Hubertusruh). In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 11. September 2023. </ref> <ref name="MA-Röhrerbühel"> Röhrerbühel. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 11. September 2023. </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Localities for Eugenite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 11. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-Röhrerbühel"> Röhrerbühel (Rohrer Berg; Röhrerbichel; Röhrerbichl; Röhrerbüchel; Rerobichl), Oberndorf in Tirol, Kitzbühel, Kitzbühel Alps, North Tyrol, Tyrol, Austria. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 11. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>