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Paul Kleinewefers

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Datei:2025 07 19 Grabstelle(n) Johannes Kleinewefers (Hauptfriedhof Krefeld) (2).jpg
Grabstein Familie Kleinewefers (Hauptfriedhof (Krefeld))

Paul Kleinewefers (* 22. Januar 1905 in Krefeld; † 18. Dezember 2001) war ein deutscher Unternehmer, Mäzen und Schriftsteller in Krefeld.<ref>Paul Kleinewefers. Bestand Westfälisches Wirtschaftsarchiv, S 8/114 - Paul Kleinewefers. In: archive.nrw.de. Der Präsident des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 30. Dezember 2024.</ref>

Leben

Kleinewefers studierte Maschinenbau an den Technischen Hochschulen Karlsruhe und Hannover. In Karlsruhe wurde er im Corps Frisia aktiv.<ref>Anschriftenliste des Weinheimer SC, 1928, S. 232</ref> Nach Abschluss des Studiums als Diplom-Ingenieur übernahm er 1929 die Leitung des Familienunternehmens Joh. Kleinewefers Söhne Maschinenfabrik in Krefeld als geschäftsführender Gesellschafter.<ref name="akaflieg"/> Er gehörte dem Tat-Kreis an. Zum 1. August 1932 schloss er sich der NSDAP an (Mitgliedsnummer 1.270.475).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/20700970</ref><ref>DKP Krefeld/Viersen: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Früchte des Bösen. Über die Adalbert-Stiftung und ihre Preisträger (Memento vom 6. Dezember 2016 im Internet Archive)</ref> Bei der Rede Hitlers vor dem Industrie-Club Düsseldorf war er unter den Anwesenden. Darüber schreibt er in seinen Erinnerungen:

„Für mich, der ich den ganzen Saal vor mir hatte, war es ungeheuer interessant zu sehen, wie die zunächst mit maskenhaften Gesichtern dasitzenden Menschen, die führenden Männer der deutschen Industrie, durch Hitlers Rede von Viertelstunde zu Viertelstunde verändert wurden. Nur ganz wenige haben ihre zurückhaltende Art bis zum Schluß behalten. Die große Mehrheit wurde immer mehr fasziniert, ging immer stärker mit. Immer häufiger gab es Beifall. Am Schluß der Rede, die fast zwei Stunden dauerte und in der sich Hitler völlig verausgabte, gab es ungehemmten Dauerbeifall.“<ref>Paul Kleinewefers: Jahrgang 1905. Ein Bericht zur Zeit- und Wirtschaftslage. Stuttgart 1977, S. 76.</ref>

Kleinewefers nahm an mehreren Sitzungen des Ausschusses zur Reform des Personengesellschaftsrechts der Akademie für Deutsches Recht teil. Während des Zweiten Weltkriegs trat Kleinewefers für die Wirtschaftsgruppe Maschinenbau ein und machte sich öffentlich mehrfach für eine mildere Besteuerung von Personengesellschaften stark.<ref>Philipp Semmelmayer: Kommanditgesellschaftsrecht im Nationalsozialismus. 1st ed Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen 2025, ISBN 978-3-16-164330-9, S. 133.</ref> Sein Unternehmen beschäftigte während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wenn der Senator erzählt... (Memento vom 30. Januar 2016 im Internet Archive). In: Linker Niederrhein, Nr. 18, März/April 1995</ref>

Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete sich Kleinewefers dem Wiederaufbau seines Unternehmens, dieses setzte 1991 etwa 500 Mio. DM um und hatte rund 2.000 Mitarbeiter.<ref>Jan Kleinewefers im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)</ref>

Nach seinem Rückzug aus dem Unternehmen gründete er 1989 die Adalbert-Stiftung, die zunächst seinen Namen trug. Er war Ehrensenator der Universität Karlsruhe und Träger der Diesel-Medaille in Gold. Er war Mitglied der Akademischen Fliegergruppe Karlsruhe.<ref name="akaflieg">Otto Schiele: In memoriam Paul Kleinewefers. Akaflieg Karlsruhe, Jahresbericht 2001. In: akaflieg-karlsruhe.de. Akaflieg Karlsruhe, abgerufen am 30. Dezember 2024.(PDF; 3 MB)</ref>

Kleinewefers verfasste zwei Bücher über die Zeit der Weimarer Republik und über die Zukunft eines wiedervereinigten Europas.

Im Jahre 1961 erwarb Kleinewefers den Heydevelthof und modernisierte ihn.<ref>Kirche im Bistum Aachen: Geschichte des Heydevelthofes. (@1@2Vorlage:Toter Link/www.kirche-im-bistum-aachen.deonline (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot) von 1980 bis 2005 wurde der Hof als „Tagungsstätte der Begegnung“ vom Bistum Aachen genutzt</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Homepage Heidevelthof/Geschichte (Memento des Vorlage:IconExternal vom 11. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.akademie-heydevelthof.de</ref> Er hatte mit seiner Frau Eva (1909–1979) zusammen fünf Kinder,<ref name="akaflieg"/> darunter Jan Kleinewefers, ehemaliger Präsident des VDMA, der das Unternehmen weiterführte.

Schriften

  • 100 Jahre Kleinewefers 1862–1962. Auf neuen Wegen. Wiesbaden 1962.
  • Die Zeit war einfach reif. In: Guido Knopp, Bernd Wiegmann: Warum habt ihr Hitler nicht verhindert? Fragen an Mächtige und Ohnmächtige. Fischer, Frankfurt a. M. 1983, ISBN 359623476X.
  • Jahrgang 1905. Ein Bericht zur Zeit- und Wirtschaftslage. Seewald, Erste Auflage, Stuttgart, 1977. Vierte Auflage, 1984, ISBN 978-3512004834.
  • zusammen mit Bernard Willms: Erneuerung aus der Mitte. Prag, Wien, Berlin. Diesseits von Ost und West. Verlag Busse + Seewald, Herford 1988, ISBN 978-3512008252.

Literatur

  • Karl Ritter von Klimesch (Hrsg.): Köpfe der Politik, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft. Verlag Johann Wilhelm Naumann, Augsburg 1951, o. S.

Weblinks

Commons: Paul Kleinewefers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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