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Brigitte Kowanz

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Brigitte Kowanz (* 13. April 1957 in Wien; † 28. Jänner 2022<ref>Munzinger Biographie: Brigitte Kowanz. Abgerufen am 28. Oktober 2023.</ref> ebenda) war eine österreichische Künstlerin. An der Universität für angewandte Kunst Wien lehrte sie von 1997 bis 2021 als Professorin für transmediale Kunst.

Leben und Werk

Datei:Libelle MQ Wien 2020-09-02 d.jpg
Einer der drei „Lichkreise“ der Libelle auf dem Leopold Museum im MuseumsQuartier Wien
Datei:Beyond Recall - Salzburg, Staatsbrücke 09.JPG
Beyond Recall – Salzburg, Staatsbrücke, 2011
Datei:Outline by Brigitte Kowanz 05 at night.jpg
Lichtskulptur Outline am Gebäude der Kommunalkredit Austria, Wien-Alsergrund

Brigitte Kowanz war die Tochter des Fußballspielers Karl Kowanz (1926–1997), ihre Mutter Edith arbeitete als Angestellte, ihr älterer Bruder Karl (* 1951) wurde grafischer Künstler. Brigitte Kowanz maturierte 1975 am Kunstgymnasium Wien, studierte anschließend an der Hochschule für angewandte Kunst und schloss 1980 mit einem Magister Artium ab. Im Zentrum ihres Werkes stand seit den 1980er Jahren die Untersuchung von Raum und Licht. Am Beginn dieser Auseinandersetzung entstanden zwischen 1979 und 1984 in Zusammenarbeit mit Franz Graf Papier- und Leinwandbilder mit phosphoreszierenden und fluoreszierenden Pigmenten. Ab 1984 entwickelte sie erste Lichtobjekte aus Flaschen, Leuchtstofflampen und Fluoreszenzfarbe. Mit einfachen Mitteln entstanden komplexe Raumbilder und Licht-Schatten-Projektionen.<ref>Günter Rombold: Otto-Mauer-Preis an Brigitte Kowanz. In: Kunst und Kirche, Heft 1, 1990, Verlag DAS BEISPIEL; Darmstadt, Seite 47.</ref> Licht war nicht nur das Material, sondern oft auch das Thema ihrer Arbeiten. So beschäftigte sie sich seit 1989 in einem eigenen Werkkomplex mit der Lichtgeschwindigkeit. Eine winzig kleine Dezimalzahl gibt dabei in Neonziffern die Zeit in Sekunden an, die das Licht braucht, um die Länge ebendieser Zahlenreihe zurückzulegen.<ref>Riccardo Caldura: Adhärenz, relationale Öffnung: Elemente zur Reflexion. In: Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Hrsg.): Brigitte Kowanz. Now I See. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2010, S. 218–232.</ref>

Ein Themenkomplex, der Kowanz ebenfalls bereits seit den 1980er Jahren beschäftigte, war die Sprache bzw. die Schrift und deren Übersetzung in Codes. Sie untersuchte Licht als raumbildendes Medium ebenso wie als Informationsträger und Medium der Erkenntnis und der Sichtbarkeit. Seit 1995 setzte sie unter anderem auch das Morsealphabet zur Codierung ein. Als binärer Code stellt es den Ursprung der Informationsübertragung mit Licht dar.<ref>Christian Reder: Licht = Maß = Form = Dasein – Zu Brigitte Kowanz und einem Arbeiten mit Codes. In: Reder, Christian: Forschende Denkweisen – Essays zu künstlerischem Arbeiten. Wien/New York, 2004, S. 25–34.</ref> Kowanz verwendete insbesondere in ihren jüngeren Arbeiten (semi-)transparente Gläser und Spiegel. Dies führte in ihren dreidimensionalen Objekten zu einer vielfältigen Überlagerung von virtuellen und realen Ebenen. Die Beschäftigung mit der ungreifbaren Physik des Lichts dauerte in ihren Arbeiten an.<ref>Rainer Fuchs: Präzisierung des Grenzenlosen. In: Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Hrsg.): Brigitte Kowanz. Now I See. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2010, S. 32–38.</ref>

Kowanz lebte und arbeitete in Wien, wo sie infolge einer langjährigen schweren Erkrankung starb.<ref name="orfwien3140988">Lichtkünstlerin Brigitte Kowanz gestorben. In: ORF.at. 30. Januar 2022, abgerufen am 31. Januar 2022.</ref> Sie wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof bestattet.<ref name="Verstorbenensuche">Vorlage:Verstorbenensuche Wien</ref> Ihr Sohn, Adrian Kowanz (* 1995), Kunsthistoriker und langjähriger enger Mitarbeiter,<ref>Les Nouveaux Riches Magazine – Interview mit Adrian Kowanz. In: Les Nouveaux Riches Magazin. 15. Juni 2020, abgerufen am 26. Juli 2022.</ref> verwaltet seither ihren Nachlass.

Auszeichnungen

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Kunst im öffentlichen Raum (Auswahl)

Datei:Lünerseepark 01.JPG
Lichtturm „Lünerseepark“ in Bürs, Architekt: Peter Tomaselli, Künstlerin: Brigitte Kowanz
Datei:Oskar-von-Miller-Ring 18 Lichtpartitur Brigitte Kowanz Muenchen-5.jpg
Lichtpartitur (2000/2001), München
Datei:Lichtinstallation, ehem. Palais Herberstein, Graz.jpg
Lichtinstallation im ehem. Palais Herberstein, Graz

Arbeiten in Museen und öffentlichen Sammlungen (Auswahl)

Literatur (Auswahl)

  • Beate Ermacora, Gregor Jansen: Brigitte Kowanz – in light of light. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2012, ISBN 978-3-86984-283-7.
  • Museum Ritter, Waldenbuch (Hrsg.): Brigitte Kowanz: Think outside the box. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-88423-388-7.
  • Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Hrsg.): Brigitte Kowanz. Now I See. Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2010, ISBN 978-3-86984-141-0.
  • Agnes Husslein-Arco, Gerald Bast (Hrsg.): Brigitte Kowanz: ad infinitum. Belvedere, Wien 2008, ISBN 978-3-901508-42-4.
  • Galleria Contemporaneo, Mestre (Hrsg.): Brigitte Kowanz. Dario De Bastiani Editore, 2007, ISBN 978-88-8466-105-0.
  • Universität für angewandte Kunst, Wien (Hrsg.): more L978T. Wien 2006, ISBN 3-85211-131-5.
  • Christian Reder: Forschende Denkweisen. Essays zu künstlerischem Arbeiten (zu Brigitte Kowanz u. a.), Edition Transfer bei Springer, Wien/New York 2004, ISBN 3-211-20523-3.
  • Wolfgang Häusler (Hrsg.): Another time another place, Brigitte Kowanz. München 2002, ISBN 3-9808494-0-6.
  • Wolfgang Häusler (Hrsg.): Zeitlicht-Lichtraum, Brigitte Kowanz. Hatje-Cantz, Ostfildern-Ruit 2001, ISBN 3-7757-9108-6.
  • Hochschule für angewandte Kunst Wien (Hrsg.): Brigitte Kowanz. Die Zwischenzeit vom Schattensprung belichten. Wien 1998, ISBN 3-85211-064-5.
  • Licht ist was man sieht. Brigitte Kowanz. Triton Verlag, Wien 1997, ISBN 3-901310-77-0.
  • Wiener Secession (Hrsg.): Brigitte Kowanz. Wien 1993, ISBN 3-900803-63-3.

Weblinks

Commons: Brigitte Kowanz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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