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Jens Kujawa

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Basketballspieler
Basketballspieler
Jens Kujawa
Spielerinformationen
Geburtstag 28. Januar 1965 (61 Jahre und 126 Tage)
Geburtsort Braunschweig, Deutschland
Größe 213 cm
Position Center
College Illinois at Urbana-Champaign
Vereine als Aktiver
1988–1989 DeutschlandDeutschland Bayer 04 Leverkusen
1989–1993 DeutschlandDeutschland BG Ludwigsburg
1993–1997 DeutschlandDeutschland SSV Ulm
1997–1999 DeutschlandDeutschland SV Tally Oberelchingen
1999–2001 DeutschlandDeutschland BG Ludwigsburg
Nationalmannschaft1
1986–1993 Deutschland 97
1Stand: 15.09.2009
Jens Kujawa
Medaillenspiegel

Basketball (Männer)

DeutschlandDeutschland Deutschland
Europameisterschaft
Gold 1993 Deutschland Deutschland

Jens Kujawa (* 28. Januar 1965 in Braunschweig) ist ehemaliger deutscher Basketballspieler.

Laufbahn

Kujawa spielte als Kind Fußball, aufgrund von Kniebeschwerden folgte er dem ärztlichen Rat, mit dieser Sportart aufzuhören. Er spielte fortan Basketball bei TuRa Braunschweig. Kujawa wurde in die Auswahl des Niedersächsischen Basketballverbands berufen, später auch in die bundesdeutsche Jugendnationalmannschaft. Als 17-Jähriger erhielt er vom damaligen Trainer des Bundesligisten ASC 1846 Göttingen, Terence Schofield, das Angebot, ihm einen einjährigen Aufenthalt an einer Schule in den Vereinigten Staaten zu ermöglichen und anschließend in Göttingen zu spielen. Kujawa nahm dieses an, nahm kurzzeitig am Training der Göttinger Bundesligamannschaft teil<ref name=":2">Ein Highschooljahr als Start in meine Basketball-Karriere. In: Dreampions. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 6. September 2020.</ref> und ging 1982 an die Sehome High School nach Bellingham (Bundesstaat Washington), für die er 1982/83 spielte.<ref>Alexander Wolff: Two Bits, Four Bits, Six Bits, A Deutsche Mark! In: Sports Illustrated. 12. März 1984, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 6. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Anschließend entschloss er sich in Absprach mit dem damaligen Trainer der deutschen Juniorennationalmannschaft, Bernd Röder, zum Verbleib in den USA.<ref name=":2" /> 1983/84 spielte er an der Taylorville High School in Illinois, hatte dort großen Erfolg, war bester Korbschütze der Mannschaft und wurde später in die Sportruhmeshalle der Schule aufgenommen.<ref name=":0">Kujawa, Jens. In: Taylorville High School. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 6. September 2020.</ref>

Im Sommer 1984 nahm Kujawa mit der bundesdeutschen Auswahl an der Junioren-Europameisterschaft in Schweden teil und erzielte 8,6 Punkte je Begegnung.<ref>Germany accumulated statistics, 1984 European Championship for Junior Men. In: FIBA. Abgerufen am 15. Juli 2025.</ref> Er erhielt Angebote von mehreren namhaften Hochschulen aus den Vereinigten Staaten, darunter auch University of California, Berkeley und University of Maryland, entschied sich aber für die University of Illinois in Urbana, bei der er von 1985 bis 1988 spielte,<ref>2024-25 Illinois Men's Basketball Record Book. In: University of Illinois. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 15. Juli 2025.</ref> nachdem er in der Saison 1984/85 ausgesetzt hatte.<ref name=":0" /> An der Hochschule war zeitweise sein Landsmann Olaf Blab sein Mitspieler und Konkurrent auf der Innenposition,<ref>1985-86 Illinois Fighting Illini Roster and Stats. In: Sports-reference.com. Abgerufen am 6. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ehe Blab die Hochschule wechselte. Das damalige Spielniveau an der Universität empfand Kujawa eigener Aussage nach als „super-professionell“ und „vergleichbar mit Profi-Basketball in Deutschland“.<ref>College-Basketball war eine unglaubliche Erfahrung. In: Dreampions.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 15. Juli 2025.</ref> Zu seinen Mannschaftskameraden an der University of Illinois gehörten spätere NBA-Spieler wie Kendall Gill,<ref>1986-87 Illinois Fighting Illini Roster and Stats. In: Sports-reference.com. Abgerufen am 6. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nick Anderson und Kenny Battle.<ref>1987-88 Illinois Fighting Illini Roster and Stats. In: Sports-reference.com. Abgerufen am 6. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In seinen drei Spieljahren dort steigerte Kujawa seine Einsatzzeit und mehrere der wichtigsten statistischen Werte jeweils von Jahr zu Jahr. 1987/88 erzielte er im Schnitt 5,3 Punkte und 5,2 Rebounds je Begegnung.<ref>Jens Kujawa College Stats. In: Sports-reference.com. Abgerufen am 6. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

1988 unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bei Bayer 04 Leverkusen, zog sich in der Vorbereitung auf die Saison 1988/89 aber einen Bandscheibenvorfall zu. Von ärztlicher Seite wurde Kujawa empfohlen, seine Karriere im Leistungssport zu beenden. Kujawa entschied sich zu einer konservativen Behandlung und kehrte im Dezember 1988 aufs Spielfeld zurück. Mit Bayer unter Trainer Jim Kelly wurde er deutscher Vizemeister und erreichte das Endspiel im DBB-Pokal, verlor dieses mit Leverkusen jedoch ebenfalls gegen Steiner Bayreuth. Da Leverkusens neuer Trainer Dirk Bauermann vornehmlich auf Gunther Behnke auf der Innenposition setzen wollte, verließ Kujawa die Rheinländer nach einem Jahr<ref name=":3" /> und 20 Bundesliga-Einsätzen im Leverkusener Hemd.<ref>Alle Riesen vom Rhein auf einen Blick. In: leverkusen.com. Abgerufen am 8. April 2022.</ref> Ein Wechsel zu Steiner Bayreuth platzte, da Leverkusen dem Titelverteidiger diese zusätzliche Verstärkung nicht gewähren wollte, Kujawa wurde vorerst an die BG Ludwigsburg verliehen.<ref name=":3">Nach Rückschlägen zu meinen 3 größten Basketball-Karriere-Highlights. In: Dreampions. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 6. September 2020.</ref> Zu Kujawas Stärken auf dem Feld gehörte sein Hakenwurf.<ref>Sebastian Gehrmann: Die Ahnengalerie der Brettcenter. In: Basketball Bundesliga GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Basketball Bundesliga. Köln, ISBN 978-3-7307-0242-0, S. 53.</ref> Seine vier Ludwigsburger Jahre nannte er später „die beste Zeit meiner Karriere“.<ref name=":3" /> In dieser Zeit gelang ihm mit der Mannschaft in den Spielzeiten 1991/92 und 1992/93 jeweils der Einzug ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft<ref name=":4">Alle Saisons im Überblick. In: Basketball Bundesliga GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Basketball Bundesliga. Köln, ISBN 978-3-7307-0242-0, S. 205–209.</ref> sowie 1992 zudem in die Endspiele (Hin- und Rückspiel) um den DBB-Pokal.<ref name=":5">Der Pokalwettbewerb. In: Basketball Bundesliga GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Basketball Bundesliga. Köln, ISBN 978-3-7307-0242-0, S. 210.</ref> 1991 und 1992 wurde Kujawa jeweils als Sportler des Jahres der Stadt Ludwigsburg ausgezeichnet.<ref>Sportlerehrung 2019. In: Stadt Ludwigsburg. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>

Anschließend spielte er für den Bundesligisten SSV Ratiopharm Ulm 1846, mit dem er in den Spieljahren 1993/94, 1994/95 und 1995/96 jeweils das Bundesliga-Viertelfinale erreichte.<ref name=":4" /> Mit Ulm gewann er 1996 den deutschen Basketball-Pokal, im Endspiel gegen Leverkusen erzielte Kujawa 15 Punkte sowie elf Rebounds.<ref>Jens Kujawa: Pokal geht über alles. In: Südwest-Presse. 2. Februar 2012, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 6. September 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/www.swp.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> 1997 schloss er sich dem SV Oberelchingen an. Kujawa trug dazu bei, dass die Elche in der Saison 1998/99 in der Bundesliga ebenfalls in die Runde der besten acht Mannschaften vorstießen.<ref name=":4" /> 1999 ging er zur BG Ludwigsburg zurück, stieg mit der Mannschaft unter der Leitung von Trainer Peter Schomers (einem früheren Mitspieler Kujawas)<ref>Team von SSV Ulm 1846. 15. Oktober 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Oktober 2004; abgerufen am 9. November 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-giessen.de</ref> in der Saison 1999/2000 von der Regionalliga in die 2. Bundesliga auf, bevor er 2001 seine Basketballkarriere beendete.<ref>Saisonbericht 2001/02. In: Dunking Dukes Ludwigsburg. 11. Februar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Februar 2017; abgerufen am 9. November 2020.</ref> Mit allen vier Bundesligavereinen, bei denen er unter Vertrag stand, nahm Kujawa auch an Europapokalwettbewerben teil.<ref>Korać Cup 1988-89. In: Pearl Basket. Abgerufen am 6. September 2020.</ref><ref name=":6">Jens Kujawa. In: FIBA. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 15. Juli 2025.</ref> In der Bundesliga erzielte er insgesamt 4290 Punkte.<ref>Die 200 besten Korbjäger der Bundesliga seit 1975. In: Basketball Bundesliga GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Basketball Bundesliga. Köln, ISBN 978-3-7307-0242-0, S. 212.</ref>

Während seiner Zeit als Berufsbasketballspieler erwarb er in einem Zweitstudium an der Fernuniversität Hagen einen Abschluss im Fach Betriebswirtschaftslehre, ab 1990 arbeitete Kujawa im Bankwesen und gab zudem seine Basketballerfahrung als Jugendtrainer weiter.<ref name=":1">Was macht eigentlich... Jens Kujawa? Die Ulmer Center-Legende und das Leben nach dem Basketball. In: Basketball-Bundesliga. Abgerufen am 6. September 2020.</ref> „Die Doppelbelastung war zwar im Grenzbereich, aber ich bin zu ehrgeizig für Freizeit“, sagte Kujawa 2010 gegenüber der Zeitung Schwarzwälder Bote.<ref>Auf den Spuren von...: Ex-Basketballprofi Jens Kujawa. In: Schwarzwälder Bote. 31. März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 6. September 2020.</ref>

Nationalmannschaft

Kujawa absolvierte von seinem Debüt am 31. Mai 1986 bis zum letzten Einsatz am 4. Juli 1993 97 Einsätze in der deutschen Basketballnationalmannschaft.<ref>Statistiken der Basketballnationalmannschaften</ref> Er nahm an den Europameisterschaften 1987 und 1993 teil.<ref name=":6" /> Nach Olympia 1992 trat er als Nationalspieler zurück, wurde von Bundestrainer Svetislav Pešić aber kurz vor dem Beginn der Vorbereitung auf die Europameisterschaft 1993 zurückgeholt.<ref name=":3" /> Seine größten Erfolge waren der Gewinn der Basketball-Europameisterschaft 1993, zu der er nach den Absagen Uwe Blabs und Detlef Schrempfs erst nachträglich in den deutschen Kader rutschte<ref>"Das sind unsere 12 Riesen", Sport-Bild vom 23. Juni 1993, S. 32 f.</ref>, und die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 1992 mit einem Spiel gegen das erste Dream Team. Bei Olympia 1992 blieb Kujawa ohne Punkte,<ref name=":6" /> während der EM 1993 kam er auf 2,5 Punkte pro Einsatz.<ref name=":6" />

Privatleben

Kujawa hat zwei Söhne aus seiner ersten Ehe mit einer US-Amerikanerin und eine Tochter aus zweiter Ehe. Das Vorhaben, im Anschluss an die Laufbahn als Berufsbasketballspieler in die Vereinigten Staaten zu ziehen, setzte er nicht um. Er wurde beruflich in Hamburg als Unternehmensberater mit dem Themenschwerpunkt Demografie/Zeitwertkonten tätig und ließ sich in Winsen in Niedersachsen nieder. Dem Basketballsport blieb er verbunden, indem er sich beim Hilfsverein Basketball Aid einbrachte.<ref name=":1" />

Literatur

  • Nationales Olympisches Komitee für Deutschland: Barcelona 1992. Die deutsche Olympiamannschaft. Frankfurt am Main 1992

Weblinks

Einzelnachweise

<references />