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US-Garnison Mannheim

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Datei:Mannheim-US-Army.png
Karte mit belegten Militärflächen der US-Army in Mannheim 2010

Die US-Garnison Mannheim (englisch Mannheim Garrison / U.S. Army Garrison Mannheim) war bis zum 31. Mai 2011 die administrative Einheit der US-Armee in Mannheim.

Geschichte

Am Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte die US-Armee Mannheim und übernahm bald die Kasernen der Wehrmacht. Mannheim wurde so zu einem von 112 Orten in Deutschland, in welchen die amerikanischen Streitkräfte ansässig wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />HeraldPost, 1. Juli 2010 "Heidelberg, Mannheim to close by 2015", S. 10 (Memento vom 30. März 2012 im Internet Archive)(pdf, engl.; 442 kB)</ref> Im Laufe der Zeit wurden die Kasernen mit der Infrastruktur ausgebaut, die die Soldaten und ihre Angehörigen benötigten, wie Wohnunterkünfte, Schulen, Kirchen, Sportplätze und Einkaufsgelegenheiten. 1956 eröffnete die Mannheim High School und später gab es einen Standort der University of Maryland.

Die Garnison wurde Teil des Mannheimer Lebens, so fand regelmäßig das Deutsch-Amerikanische Volksfest statt oder wurde mit dem Albert-Schweitzer-Turnier ein hochrangiges Basketballturnier veranstaltet. Zu einem großen Unglück kam es 1982, als bei den Internationalen Luftschiffertagen zum 375-jährigen Stadtjubiläum ein am Flugplatz Mannheim-Neuostheim zum Absetzen von Fallschirmspringern eingesetzter Transporthubschrauber der US-Armee abstürzte und 46 Menschen starben. Die meisten waren junge Fallschirmsportler aus Mannheims Partnerstädten Toulon und Swansea<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mannheimer Morgen 12. September 2011 (Memento vom 16. März 2014 im Internet Archive)</ref>

Datei:Mannheim Deactivation Ceremony.jpg
Abschiedszeremonie am 31. Mai 2011

In Mannheim-Seckenheim war von 1961 bis 1980 die Central Army Group (CENTAG) ansässig, ein wichtiges Hauptquartier der NATO. Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Kriegs in Europa, verringerte sich die Zahl der in Mannheim stationierten Soldaten und erste Flächen in Mannheim wurde freigegeben. 2010, in diesem Jahr lebten und arbeiteten noch rund 8.000 Amerikaner in Mannheim,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mannheimer Morgen 5. Juni 2010 (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive)</ref> wurde schließlich der komplette Abzug aus der Stadt beschlossen; dies war Teil der von der US-Army „Transformation“ genannten Umstrukturierung ihrer Streitkräfte in Europa. Zum 31. Mai 2011 wurde die Garnison Mannheim aufgelöst. Die letzte Kommandantin der Garnison war Oberstleutnant Elizabeth Ryan Griffin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />HeroldPost, 1.Juni 2011 zur Schließung der Garnison (Memento vom 21. Februar 2013 im Internet Archive) (pdf, engl.; 712 kB)</ref> Die verbliebenen in Mannheim stationierten US-Streitkräfte gehörten vorübergehend zur US-Garnison Baden-Württemberg (U.S. Army Garrison Baden-Württemberg),<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />USAG Baden-Württemberg (Memento vom 9. Dezember 2011 im Internet Archive)</ref> die jedoch im September 2013 aufgelöst wurde.<ref>Army garrisons in Germany get new names, Stars & Stripes, 26. September 2013 (englischsprachig)</ref> Sämtliche Soldaten und Zivilangestellte sollten bis Februar 2015 aus Mannheim abgezogen und die Kasernen an die deutschen Behörden zurückgegeben werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />HeraldPost, 1. Juli 2010 "Heidelberg, Mannheim to close by 2015" (Memento vom 30. März 2012 im Internet Archive)(pdf, engl.; 442 kB)</ref>

In Mannheim wurde bis 2016 eine Fläche frei, die damals rund 3,5 Prozent der gesamten Gemarkungsfläche der Stadt entsprach.<ref>"Umwandlung ehemals militärisch genutzter Flächen in Mannheim" (PDF; 69 kB), abgerufen am 20. September 2011</ref> Im Juli 2010 richtete die Stadt Mannheim eine Geschäftsstelle „Konversion“ ein, die die Überführung in eine zivile Nutzung koordinierte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stadt Mannheim, "Konversion in Mannheim", abgerufen am 20. September 2011 (Memento vom 4. September 2011 im Internet Archive)</ref>

Standorte der Garnison

Datei:Mannheim, Platz der Freundschaft, commemorative stone.jpg
Denkmal für die deutsch-amerikanische Freundschaft auf dem Platz der Freundschaft im Benjamin Franklin Village
Datei:Coleman Airfield, Lampertheim, Germany Helicopters.jpg
Hubschrauber auf dem Coleman Airfield
Datei:USACFE aerial view.jpg
Militärgefängnis

Die US-Garnison Mannheim umfasste etwa 2.000 Gebäude mit 2.200 Wohnungen auf einer Fläche von etwa 500 Hektar. Die Garnison bestand aus den folgenden Kasernen:

Darüber hinaus befanden sich auf Mannheimer Gemarkung Standorte, wie die STEM Barracks und die Hammonds Barracks in Seckenheim, die zur Heidelberger Garnison gehörten und 2010 bzw. 2011 aufgegeben wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stadt Mannheim, "Konversion in Mannheim", abgerufen am 20. September 2011 (Memento vom 4. September 2011 im Internet Archive)</ref>

Wirtschaftsfaktor

Die US-Garnison hatte etwa 700 ortsansässige deutsche Arbeitnehmer angestellt. Sie gehörte damit zu den 25 wichtigsten Arbeitgebern in der Stadt Mannheim. Die US-Garnison Mannheim war außerdem einer der fünf Großkunden des Mannheimer Versorgungsunternehmens MVV.

Literatur

  • Christian Führer: Memories of Mannheim. Die Amerikaner in der Quadratestadt seit 1945. (Sonderveröffentlichung des Stadtarchivs Mannheim – Institut für Stadtgeschichte Nr. 40). Heidelberg, Ubstadt-Weiher, Basel: Verlag Regionalkultur. ISBN 978-3-89735-775-4
  • Dirk Schulz: Fliegerhorst Sandhofen. Coleman Barracks and Airfield. Ein Flugplatz im Wandel der Zeit. Neulußheim 2007.

Siehe auch

Weblinks

Commons: US-Garnison Mannheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />