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Elpasolith

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Elpasolith
Datei:Elpasolite-772620.jpg
Großaufnahme eines Elpasolithkristalls aus der Le Cetine di Cotorniano Mine, Chiusdino, Toskana, Italien (Sichtfeld 0,5 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Elp<ref name="Warr" />

Chemische Formel K2[12]Na[6][AlF6]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Halogenide
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

III/B.03
III/B.03-040<ref name="Lapis" />

3.CB.15
11.06.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol hexakisoktaedrisch; 4/m32/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Fm3m (Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225
Gitterparameter a = 8,12 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen [111]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,98(1); berechnet: 3,01<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit keine
Bruch; Tenazität uneben
Farbe farblos
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinende
Glanz schwacher Glasglanz, Fettglanz
Radioaktivität kaum messbar<ref name="Webmineral" />
Kristalloptik
Brechungsindex n 1,376(2)<ref name="Handbookofmineralogy" />
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale Gelegentliche Fluoreszenz

Elpasolith ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Halogenide mit der chemischen Zusammensetzung K2[12]Na[6][AlF6]<ref name="StrunzNickel" />. Es ist damit chemisch gesehen ein Kalium-Natrium-Aluminofluorid.

Elpasolith kristallisiert im kubischen Kristallsystem und konnte bisher nur in Form körniger bis massiger Mineral-Aggregate entdeckt werden, die aus farblosen und durchsichtigen bis durchscheinenden Kristallen von weniger als einem Millimeter Größe bestehen. Der Habitus dieser Elpasolithkristalle ist meist oktaedrisch oder trapezoedrisch und deren Oberflächen weisen einen schwachen glas- bis fettähnlichen Glanz auf.

Etymologie und Geschichte

Entdeckt wurde Elpasolith in Mineralproben aus den Quarz-Mikroklingängen im Pikes Park Granit in El Paso County (Colorado). Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte 1883 durch W. Cross, W. F. Hillebrand, die das Mineral nach dem US-County benannten, in dem dessen Typlokalität liegt, und dem Anhang -lith ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)).

Da der Elpasolith bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Elpasolith als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.<ref name="IMA-Liste" /> Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Elpasolith lautet „Elp“.<ref name="Warr" />

Klassifikation

Die strukturelle Klassifikation der International Mineralogical Association (IMA) zählt den Elpasolith zur Gruppe der stöchiometrischen Doppelperowskite in der Perowskit-Supergruppe. Hier bildet er zusammen mit Kryolith und Simmonsit die Elpasolith-Untergruppe.<ref name="Mitchell et al. 2017" />

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Elpasolith zur Mineralklasse der „Halogenide“ und dort zur Abteilung der „Doppelhalogenide“, wo er zusammen mit Kryolith die „Kryolith-Elpasolith-Gruppe“ mit der Systemnummer III/B.03 und den weiteren Mitgliedern Chukhrovit, Creedit, Gearksutit, Jarlit, Kryolith, Kryolithionit, Tikhonenkovit, Usovit und Yaroslavit sowie dem 2006 diskreditierten Boldyrevit bildete.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer III/B.03-040. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Doppelhalogenide“, wo Elpasolith zusammen mit Bøgvadit, Calcjarlit, Colquiriit, Fluornatrocoulsellit, Jarlit, Jørgensenit, Kryolith, Kryolithionit und Simmonsit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer III/B.03 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Elpasolith dagegen zunächst in die allgemeinere Abteilung der „Komplexen Halogenide“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Insel-Aluminofluoride (Neso-Aluminofluoride)“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Kryolith und Simmonsit die „Kryolithgruppe“ mit der Systemnummer 3.CB.15 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Elpasolith die System- und Mineralnummer 11.06.02.01. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Halogenide“ und dort der Abteilung der „Komplexe Halogenide – Aluminiumfluoride“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 11.06.02 innerhalb der Unterabteilung „Komplexe Halogenide - Aluminiumfluoride mit verschiedenen Formeln“ zu finden.

Kristallstruktur

Elpasolith kristallisiert kubisch in der Raumgruppe Fm3m (Raumgruppen-Nr. 225)Vorlage:Raumgruppe/225 mit dem Gitterparameter a = 8,12 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle<ref name="StrunzNickel" />.

Eigenschaften

Datei:Elpasolite, Fluorite, Microcline-211341.jpg
XRD-Probe mit blauviolett fluoreszierendem Elpasolith. Die cremeweiß fluoreszierende Kruste links besteht aus einer Mischung von Fluorit und Apatit

Gelegentlich zeigen Elpasolithproben unter UV-Licht eine bläuliche Fluoreszenz mit einem Stich ins Violette.<ref name="Mindat" />

Bildung und Fundorte

Datei:Elpasolite, Fluorite, Microcline-13897.jpg
Elpasolith und Amazonit, teilweise überwachsen mit einer Mischung aus Fluorit und Apatit (Größe: 7 cm × 3 cm × 1 cm)

Elpasolith bildet sich in pegmatitischen Gängen sekundär aus fluorhaltigen Mineralen.

In der Typlagerstätte Pikes Peak in Colorado (USA) kommt er zusammen mit Kryolith, Pachnolith, Thomsenolith, Prosopit und Gearksutit vor. In Quarzgängen einer hydrothermalen Antimon-Lagerstätte in Italien (Cetine Mine) ist Elpasolith vergesellschaftet mit Hydrokenoralstonit, Rosenbergit, Gips, Fluorit und Quarz.

Weitere bekannte Fundorte sind unter anderem die Kryolithlagerstätte Ivittuut (Ivigtut) in Grönland; bei Chiusdino in der Toskana (Italien); in den Bergen Kedykverpakhk und Koaschwa auf der Halbinsel Kola sowie in der G.I. Gasberg's Topaz-Kryolite-Mine im südlichen Ural (Russland); in der Oblast Schytomyr in der Ukraine; sowie im Goldie Karbonatit in Fremont County (Colorado), im Zapot Pegmatit in Nevada und im Morefield Pegmatit in Virginia in den USA.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Schröcke, Karl-Ludwig Weiner: Mineralogie. Ein Lehrbuch auf systematischer Grundlage. de Gruyter, Berlin; New York 1981, ISBN 3-11-006823-0.
  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8.

Weblinks

Commons: Elpasolith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Elpasolith beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 26. Februar 2025. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Elpasolite. In: mindat.org. Abgerufen am 25. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mitchell et al. 2017"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 161. </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> Elpasolite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 25. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>