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Vanilla gardneri

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Vanilla gardneri
Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Vanilloideae
Tribus: Vanilleae
Gattung: Vanille (Vanilla)
Art: Vanilla gardneri
Wissenschaftlicher Name
Vanilla gardneri
Rolfe

Vanilla gardneri ist eine Pflanzenart aus der Gattung Vanille (Vanilla) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Sie wächst als Kletterpflanze in Brasilien.

Beschreibung

Vanilla gardneri ist eine immergrüne Kletterpflanze. Die Blätter sind länglich, an der Basis mit sehr kurzem Blattstiel, vorne stumpf endend. Sie werden 7,5 bis 12,5 Zentimeter lang und drei bis vier Zentimeter breit.<ref name="Portères1954" />

Die Blütenstandsachse ist drei bis 7,5 Zentimeter lang. Die Tragblätter sind oval, steif, etwa 0,4 bis 0,6 Zentimeter groß. Blütenstiel und Fruchtknoten werden zusammen zwei bis 3,5 Zentimeter lang. Sepalen und Petalen sind schmal lanzettlich, fast stumpf endend, bis sieben Zentimeter lang. Die Lippe ist ungelappt, der vordere Rand ist nicht gewellt und endet stumpf. Die Lippe ist etwas kleiner als die übrigen Blütenblätter, in der Textur dünner, nur an den Rändern verdickt, ganz leicht behaart, mittig sitzt ein fleischiger, nach hinten gerichteter Kallus. Die Form der Lippe ist rhombisch, sie endet stumpf.<ref name="SotoArenasCribb" /> Die keulenförmige Säule ist 3,7 Zentimeter lang.<ref name="Portères1954" />

Verbreitung

Vanilla gardneri kommt in Brasilien, in den Bundesstaaten Pará, Pernambuco, Piauí, Rio de Janeiro und Minas Gerais vor.<ref name="PabstDungs" /> Sie wächst in niedrigen Lagen an relativ trockenen, hellen Standorten.<ref name="Portères1954" />

Systematik und botanische Geschichte

Vanilla gardneri wurde 1895 von Robert Allen Rolfe erstmals beschrieben.<ref name="EB" /><ref name="WCSP" /> George Gardner hatte diese Pflanze schon 1836<ref name="SotoArenasCribb" /> gesehen und beschrieb, dass die Früchte in Brasilien ähnlich wie die der Gewürzvanille (Vanilla planifolia) genutzt würden. Entsprechend nannte er diese Pflanzen ebenfalls Vanilla planifolia. Als Rolfe die Art nach den von Gardner gesammelten Exemplaren beschrieb, waren bei diesen gar keine Früchte vorhanden. Rolfe vermutete, dass einige Vanilla-Früchte im Herbarium des British Museum zu Vanilla gardneri gehörten, konnte bei diesen aber keinen typischen Vanille-Geruch feststellen. Auch Portères waren keine Früchte bekannt, er zitiert einen Bericht, nach dem 1891 9000 Pfund von Vanilla gardneri produziert wurden. Er vermutet, dass diese zum Strecken von echter Gewürzvanille benutzt wurden, oder die Früchte von Vanilla gardneri seien tatsächlich aromatisch.<ref name="Portères1954" />

Innerhalb der Gattung Vanilla wird Vanilla gardneri in die Untergattung Xanata und dort in die Sektion Xanata, die nur Arten der Neotropis enthält, eingeordnet. Nach Portères ähnelt Vanilla gardneri der südamerikanischen Vanilla hostmannii.<ref name="Portères1954" /> Auch Soto Arenas und Cribb stellen sie in die Vanilla hostmannii-Gruppe, zusammen mit Vanilla cribbiana, Vanilla dressleri und Vanilla ruiziana. Besonders ähnlich ist nach diesen Autoren die zentralamerikanische Vanilla dressleri.<ref name="SotoArenasCribb" />

Literatur

  • Le Vanillier et la Vanille dans le Monde. In: Gilbert Bouriquet (Hrsg.): Encyclopédie Biologique. Band XLVI. Paul Lechevalier, Paris 1954.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Portères1954"> Roland Portères: Le Genre Vanilla et ses Espèces. In: Le Vanillier et la Vanille dans le Monde. S. 192. </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="SotoArenasCribb"> Miguel A. Soto Arenas, Phillip Cribb: A new infrageneric classification and synopsis of the genus Vanilla Plum. ex Mill. (Orchidaceae: Vanillinae). In: Lankesteriana. Band 9, Nr. 3, 2010, S. 376 (ucr.ac.cr [PDF; 692 kB]). </ref> <ref name="PabstDungs"> G. F. J. Pabst, F. Dungs: Orchidaceae Brasilienses. Band 1, 1975, S. 120. </ref> <ref name="EB"> In: Bulletin of Miscellaneous Information, Royal Gardens, Kew 1895, S. 177. </ref> </references>