Neuswarts
Neuswarts Stadt Tann (Rhön)
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(223)&title=Neuswarts 50° 39′ N, 9° 58′ O
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| Höhe: | 358 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6 km²<ref name="DF" /> | |||||
| Einwohner: | 223 (Feb. 2021)<ref name="DF">Die Tanner Stadtteile, abgerufen im Oktober 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 37 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 36142 | |||||
| Vorwahl: | 06682 | |||||
Neuswarts in der Rhön ist ein Stadtteil von Tann (Rhön) im osthessischen Landkreis Fulda.
Geographie
Neuswarts liegt zwischen Motzlar im Norden und Meerswinden im Süden, östlich liegt Günthers und westlich Apfelbach.
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:<ref name="lagis" />
- Meerswinden (Gehöftgruppe)<ref>Meerswinden, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 17. Dezember 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
Ortsgeschichte
Mittelalter
Der Ortsname erscheint in einer Urkunde vom 22. September 1348 als Neyswarts. An diesem Tag verkauften die Witwe des Heinrich von Byenbach und ihre Söhne Konrad und Wilhelm dem Ritter Ditmar von Bimbach und dessen Frau Viola sowie dessen Bruder Ludwig und Frau Else eine Hufe zu Neyswarts mit allem Zubehör.<ref>StAM 80, 35.</ref>
Heinrich VI. von Hohenberg, Fürstabt der Reichsabtei Fulda, verschrieb am 16. Oktober 1351 dem Heinrich von der Tann eine Rente von zwei Gütern zu Neuswarts.<ref>StAM, Urk. 80, 573.</ref>
Vermutlich die 1348 genannten Höfe verkauften der Ritter Wilhelm von Bimbach und seine Frau Else am 11. Juni 1358 zu Neuswarts und die Hufe zu Habel an Heinrich von der Tann.<ref>StAM 80, 574.</ref>
Neuzeit
In der 1770–75 erbauten evangelischen Kirche, einer Saalkirche mit Ostturm, befindet sich Ausstattung aus einem Vorgängerbau. Neben einem Taufstein aus der Zeit um 1600 mit dem Wappen der von der Tann sind auch eine Kanzel mit bemerkenswerten Intarsien und einem „Gesetz-und-Gnade“-Bildprogramm nach der Rechtfertigungslehre vorhanden.<ref>Götz J. Pfeiffer: „Wenn du sitzt bey der Cantzel hie, mit deinem Gemüth gen Himmel sieh“. Die Renaissance-Kanzel in Neuswarts und ihr Bildprogramm. In: Fuldaer Geschichtsblätter. Band 94, 2018, S. 73–90.</ref> Die Einweihung der Kirche erfolgte erst 1785.<ref>StAM 1781.</ref>
In Neuwarts gab es zwischen 1744 und 1779 einen Ziegeleiofen.<ref>StAM 340, von der Tann, Samtbau, 2000.</ref>
Zum 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Neuswarts im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Tann eingemeindet.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fulda und Hünfeld und der Stadt Fulda (GVBl. II 330-14) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 220, § 5 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für Meerswinden wurde, wie für alle Stadtteil von Tann, ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 538 kB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Tann (Rhön), abgerufen im September 2024.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Meerswinden angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Fränkischer Ritterkreis, Ritterkanton Rhön-Werra, Buchisches Quartier, Herrschaft der Freiherren von der Tann
- 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Königreich Bayern, Herrschaft der Freiherren von der Tann<ref group="Anm.">Durch den Reichsdeputationshauptschluss.</ref>
- 1806–1813: Großherzogtum Würzburg, Landgericht Hilders<ref group="Anm.">Infolge der Napoleonischen Kriege.</ref>
- 1814–1832: Königreich Bayern, Herrschaftsgericht Tann
- 1832–1848: Königreich Bayern, Herrschaftskommissariat Tann
- 1848–1861: Königreich Bayern, Regierung Unterfranken und Aschaffenburg, Landgerichtsbezirk Hilders
- 1862–1866: Königreich Bayern, Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt Gersfeld<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Hilders) und Verwaltung.</ref>
- ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge des Deutschen Krieges.</ref> Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Gersfeld
- ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Fulda
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Stadt Tann (Rhön)
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Neuswarts 231 Einwohner. Darunter waren 3 (1,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 39 Einwohner unter 18 Jahren, 81 waren zwischen 18 und 49, 60 zwischen 50 und 64 und 51 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 90 Haushalten. Davon waren 24 Singlehaushalte, 24 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 54 Haushaltungen leben keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Neuswarts: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2021 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 271 | |||
| 1840 | 264 | |||
| 1846 | 260 | |||
| 1852 | 257 | |||
| 1858 | 263 | |||
| 1864 | 279 | |||
| 1871 | 277 | |||
| 1875 | 262 | |||
| 1885 | 257 | |||
| 1895 | 267 | |||
| 1905 | 262 | |||
| 1910 | 249 | |||
| 1925 | 229 | |||
| 1939 | 244 | |||
| 1946 | 313 | |||
| 1950 | 280 | |||
| 1956 | 269 | |||
| 1961 | 281 | |||
| 1967 | 249 | |||
| 1970 | 274 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 231 | |||
| 2021 | 223 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Tann (Rhön)<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1885: | 257 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 270 evangelische (= 96,09 %), 11 katholische (= 3,91 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Neuswarts besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Neuswarts) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.<ref name="HS" /> Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 65,41 %. Alle Kandidaten gehörten der Bürgerliste Neuswarts an.<ref>Ortsbeiratswahl Neuswarts. In: Votemanager. Stadt Tann Rhön, abgerufen im September 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Jannik Happel zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeiräte der Stadt Tann (Rhön). Abgerufen im September 2024.</ref>
Weblinks
- Stadtteile In: Webauftritt der Stadt Tann (Rhön).
- Neuswarts, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Neuswarts, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 4. April 2022). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 8,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 14 und 70, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Kernstadt Tann (Schweidhof, Friedrichshof, Hasenmühle) – Günthers
Habel (Esbachsgraben, Neustädtges, Habelgraben, Schwarzenborn, Karnhof, Mollartshof)
Hundsbach (Dippach, Kleinfischbach, Herdathurm) – Lahrbach (Brauertshof, Paradieshof)
Neuschwambach (Altschwambach, Aura, Oberrückersbach, Unterrückersbach) – Neuswarts (Meerswinden)
Schlitzenhausen (Sinswinden) –
Theobaldshof (Knottenhof, Dietgeshof) – Wendershausen (Rothof)