Helmuth Wohlthat
Helmuth C. H. Wohlthat<ref group="A">Nach einigen Quellen lautet die Schreibung des Vornamens Helmut.</ref> (* 4. Oktober 1893 in Wismar; † 1982)<ref group="A">In vielen Quellen wird ein falsches Todesjahr 1952 angegeben.</ref><ref>Johannes Bähr, Axel Drecoll, Kim Christian Priemel & Bernhard Gotto: Der Flick-Konzern im Dritten Reich. Oldenbourg, 2008, ISBN 3-486-58683-1, S. 906.</ref> war ein ranghoher deutscher Beamter während der Zeit des Nationalsozialismus.
Leben
Nach dem Abitur trat Wohlthat 1912 in die Kriegsschule Engers ein. Er diente im Ersten Weltkrieg als Offizier bei der Kavallerie und erreichte zuletzt den Rang eines Oberleutnants. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst war er von 1920 bis 1929 Kaufmann und handelte mit Ölen und Fetten. Er studierte nebenbei in Köln. Von 1929 bis 1933 lebte er in den USA und setzte sein Studium der Politikwissenschaften an der Columbia University in New York fort. Während seines Aufenthaltes in den USA heiratete er eine deutsch-amerikanische Lehrerin.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Deutsch-Englische Ausgleichsbemühungen im Sommer 1939. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 4. Jahrgang, Vorlage:Cite book/Date, S. 369–412 (Vorlage:Cite book/URL [PDF; abgerufen am 21. April 2009]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Günter Schubert: Der Fleck auf Uncle Sams weißer Weste. Amerika und die jüdischen Flüchtlinge. Campus, 2003, S. 97f. ISBN 3-593-37275-4</ref><ref>Christoph Kreutzmüller, Händler und Handlungsgehilfen. Der Finanzplatz Amsterdam und die deutschen Großbanken (1918–1945), Steiner-Verlag, 2005, S. 342f. ISBN 978-3-515-08639-4</ref>
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er kurzzeitig im Reichsernährungsministerium tätig. Hjalmar Schacht holte ihn 1934 ins Reichs- und preußische Wirtschaftsministerium, wo er als Ministerialdirektor ab Dezember 1934 die Reichsstelle für Devisenbeschaffung leitete.<ref>Willi A. Boelcke: Die deutsche Wirtschaft 1930 – 1945: Interna des Reichswirtschaftsministeriums. Düsseldorf 1983, S. 88.</ref> Er wechselte 1938 ins Preußische Staatsministerium und unterstand als Staatssekretär in der Behörde für den „Vierjahresplan“ der direkten Weisung Hermann Görings. Dort war er vorwiegend für den Außenhandel und die Devisenbewirtschaftung zuständig. In diesen Aufgabenbereich fiel unter anderem der Aufbau der Deutschen Walfangflotte. Zu Beginn des Jahres 1938 initiierte und plante er die Deutsche Antarktische Expedition 1938/39.<ref>Alfred Ritscher [Hrsg.]. Wissenschaftliche und fliegerische Ergebnisse der Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39. Band 1, Koehler & Amelang, Leipzig 1942.</ref> Wohlthat verhandelte im Februar 1939 mit George Rublee vom Intergovernmental Committee on Refugees das Rublee-Wohlthat-Abkommen, das die Auswanderung der Juden aus Deutschland regeln sollte.<ref>Kurzbiografie auf „Holocaust-Chronologie“, abgerufen am 21. April 2009</ref> Am 23. März 1939 schloss er mit der rumänischen Regierung einen Wirtschaftsvertrag („Wohlthat-Vertrag“), der deutsche Investitionen in Rumänien, besonders in die petrochemische Industrie, ermöglichte.<ref>Joachim Drews: Vom Soja-Anbau zum ‘Wohlthat-Vertrag’. Der ökonomische Anschluß Rumäniens an das Deutsche Reich. in: Christoph Dieckmann u. a. (Hrsg.), Besatzung und Bündnis. Deutsche Herrschaftsstrategien in Ost- und Südosteuropa. Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik, Band 12, Berlin 1995, S. 90.</ref>
Nach der Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg wurde Wohlthat Beauftragter bei der Niederländischen Zentralbank in Amsterdam. Auf dieser Schlüsselposition kontrollierte er ab Ende Mai 1940 die niederländischen Devisenströme und damit die gesamte Außenwirtschaft.<ref>Christoph Kreutzmüller: Händler und Handlungsgehilfen. Der Finanzplatz Amsterdam und die deutschen Großbanken (1918-1945). Stuttgart 2005, S. 155ff.</ref> 1940 trat er der NSDAP bei.<ref>Carl Freytag: Tilo von Wilmowsky (1878–1966). Berlin 2023. S. 377</ref> Ab April 1941 war er Leiter der deutschen Wirtschaftsdelegation in Japan, wo er auch das Kriegsende erlebte.
Nach dem Krieg hatte Wohlthat verschiedene Aufsichtsrats-Posten in der privaten Wirtschaft inne. Wohlthat wurde am 10. September 1954 von Fritz Schäffer, sekundiert von Franz Josef Strauß, als Exekutivdirektor für die Bundesrepublik bei der Weltbank vorgeschlagen, während Ludwig Erhard Otto Donner favorisierte. Bei der Abstimmung entschied sich die Mehrheit des Kabinett Adenauer II für Wohlthat,<ref>Kabinettsprotokoll vom 10. September 1954[1]</ref> aufgrund der Intervention von Konrad Adenauer erhielt aber Donner den Posten.<ref>Christoph Kreutzmüller, Händler und Handlungsgehilfen: Der Finanzplatz Amsterdam und die deutschen Großbanken (1918-1945) S. 342</ref>
Ehrungen
Nach Helmuth Wohlthat ist das Wohlthat-Massiv in der Antarktis benannt.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Kartographische Arbeiten und deutsche Namengebung in Neuschwabenland, Antarktis. In: Deutsche Geodätische Kommission, Reihe E: Geschichte und Entwicklung der Geodäsie. 24/I. Jahrgang, Vorlage:Cite book/Date, S. 1–24 (Vorlage:Cite book/URL [PDF; abgerufen am 19. April 2009]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Weblinks
- Literatur von und über Helmuth Wohlthat im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Zeitungsartikel über Helmuth Wohlthat in den Historischen Pressearchiven der ZBW
- Biographie auf www.bundesarchiv.de, abgerufen am 18. September 2012
- Nachlass Bundesarchiv N 1520
Einzelnachweise
<references/>
Anmerkungen
<references group=A/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wohlthat, Helmuth |
| ALTERNATIVNAMEN | Wohlthat, Helmut |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus |
| GEBURTSDATUM | 4. Oktober 1893 |
| GEBURTSORT | Wismar |
| STERBEDATUM | 1982 |
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- Staatssekretär im Nationalsozialismus
- Ministerialdirektor (NS-Staat)
- Person (deutsche Besetzung der Niederlande 1940–1945)
- Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)
- NSDAP-Mitglied
- Deutscher
- Geboren 1893
- Gestorben 1982
- Mann
- Oberleutnant (Preußen)
- Kavallerist (Preußen)
- Ministerialbeamter (Preußen)
- Militärperson (Deutsches Heer)