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Lake Peigneur

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Lake Peigneur
Datei:Lake Peigneur.jpg
Geographische Lage Vereinigte Staaten (Louisiana)
Zuflüsse etwa 0,24 m³ pro Sekunde aus dem Umland<ref name="epa">Lake Peigneyr TMDLS for dissolved oxygen and nutrients. Bericht der EPA aus dem Jahr 2002. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />epa.gov (Memento vom 11. Oktober 2007 im Internet Archive))</ref>
Abfluss Delcambre-Kanal
Ufernaher Ort Delcambre, Lafayette
Daten
Koordinaten 29° 58′ 51″ N, 91° 59′ 0″ WKoordinaten: 29° 58′ 51″ N, 91° 59′ 0″ W
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Fläche 5 km²
Maximale Tiefe 61 m
Mittlere Tiefe 1 m

Der Lake Peigneur ist ein See im US-Bundesstaat Louisiana. Er befindet sich etwa zwei Kilometer nördlich der Stadt Delcambre und 15 km südlich von Lafayette.

Geschichte

Der See bestand bis zu Beginn der 1980er Jahre aus Süßwasser und war als etwa drei Meter tiefe Wassersportstätte beliebt. Am 20. November 1980 veränderte ein Bohrunfall, verursacht durch die Firma Texaco, den See und das Umland. Der Lake Peigneur ist seitdem ein 60 Meter tiefer Salzsee.

Hergang

Unterhalb des Sees befand sich ein Salzbergwerk; Texaco bohrte an der Oberfläche des Gewässers nach Öl. Aufgrund einer Fehlkalkulation drang der Bohrer in die Grubenbaue der dritten Sohle in 1500 Fuß (450 Meter) Teufe ein. Ähnlich wie beim Entfernen des Stöpsels in der Badewanne lief das Wasser aus dem See in das Loch ab und vergrößerte es durch Auflösen von Salz ständig. Die Hohlräume, die durch den Abbau des Salzes entstanden waren, wurden allmählich mit Wasser gefüllt.<ref>Lake Peigneur: The Swirling Vortex of Doom. graphische und bildliche Darstellung des Vorfalls</ref> Der entstandene Strudel verschluckte zwei Bohrplattformen, elf Schuten, ein ganzes Ladedock, viele Bäume und insgesamt 260.000 m² umliegendes Gelände, insbesondere die Halbinsel Jefferson Island mit deren Botanischem Garten.<ref>Laut einer Reportage des History Channel Lake Peigneur (disappearing lake) History Channel footage Video bei YouTube gelang es dem Fischer Leonce Viator, Jr. mit seinem Boot an den Strand zu fahren und es an einem Baum zu befestigen. Später beobachtete er, wie sein Boot zusammen mit dem Baum verschluckt wurde. (Video gesperrt - 30. Oktober 2012)</ref>

Große Mengen Wasser flossen mit hoher Geschwindigkeit in die Grubenbaue ab, wodurch der Spiegel des Sees so weit absank, dass sich die Fließrichtung des Delcambre-Kanals vorübergehend umkehrte und dieser nun Wasser aus der Vermillion Bay in das Loch im See leitete. Durch diesen Rückfluss bildete sich für einige Tage der mit etwa 50 Metern Höhe größte Wasserfall Louisianas. Die eingeschlossene Luft führte zu bis zu 12 Meter hohen Geysiren am Schacht des Bergwerks.

Zwölf Bohrarbeiter und ein Fischer entkamen jeweils per Boot, die Mannschaft eines Schleppschiffs im Kanal durch einen Sprung ans Ufer, 50 alarmierte Bergleute unter Schwierigkeiten zuletzt mit der Schachtförderanlage.<ref>Oil Driller Breaches Salt Mine Under Louisiana Lake. History Channel-Reportage (Kopie auf YouTube, abgerufen am 5. Juli 2017)</ref>

Folgen

Durch das Unglück wurde niemand verletzt. Texaco und Wilson Brothers zahlten 32 Millionen US-Dollar als Entschädigung an das Bergbauunternehmen Diamond Crystal, was inflationsbereinigt einem heutigen Gegenwert von 121,9 Millionen US-Dollar entspräche. Weiterhin einigte man sich auf eine Entschädigung von 12,8 Millionen US-Dollar an Live Oak Gardens, was heute 48,7 Millionen US-Dollar entspräche. Im Dezember 1986 wurde das Salzbergwerk endgültig geschlossen. Die Firma AGL Ressources nutzt den Salzstock unter dem Lake Peigneur seit 1994 als Gasspeicher. So befand sich zum Beispiel im Oktober 2012 ein Arbeitsvolumen von 212 Mio. m3 in zwei Kavernen.<ref>The Regulated Process of Natural Gas Salt Dome Storage at Lake Peigneur. Webseite mit Erklärungen zum Speicher, 30. Oktober 2012. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />lakepeigneurfacts.com (Memento vom 10. Oktober 2008 im Internet Archive))</ref><ref>Jefferson Island Storage & Hub. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />aglresources.com (Memento vom 23. März 2016 im Internet Archive))</ref>

Literatur

  • Michael Gold: Who Pulled the Plug on Lake Peigneur? In: Science. Band 81, Nov. 1982, S. 56–63.
  • Charles Perrow: Normal Accidents. Basic Books, New York 1984, ISBN 0-465-05143-X, S. 251–253.
  • Danny Kringiel: Das Schwarze Loch im Lake Peigneur. In: Spiegel online. (einestages), 19. November 2010.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />