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Julius Habicht

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Datei:Julius Habicht (vor 1912).jpg
Julius Habicht

Julius Habicht (* 19. Januar 1874 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal); † 1. Oktober 1912 in Berlin) war ein deutscher Architekt, der als Baudirektor bei der Reichsbank arbeitete.

Wirken

Nach Schule, Architekturstudium, Referendariat im öffentlichen Bauwesen und bestandenen zweiten Staatsexamen wurde Habicht zum Regierungsbaumeister (Assessor) ernannt. 1901<ref>Walter Curt Behrendt: Julius Habicht. In: Berliner Architekturwelt, Jg. 15, 1913, S. 387–398, hier S. 387. (Digitalisat auf digital.zlb.de, abgerufen am 16. Oktober 2025)</ref> erhielt er eine Anstellung als technischer Hilfsarbeiter im Baubüro der Deutschen Reichsbank, wo er 1906 zum Reichsbankbaudirektor aufstieg. Habicht starb 1912 früh im Alter von nur 38 Jahren; sein Nachfolger im Reichsbank-Baubüro wurde ab 1912 Philipp Nitze.

In den rund zehn Jahren seines Wirkens bis 1912 entstanden mit 94 Projekten<ref>Walter Curt Behrendt: Julius Habicht. In: Berliner Architekturwelt, Jg. 15, 1913, S. 387–398, hier S. 388. (Digitalisat auf digital.zlb.de, abgerufen am 16. Oktober 2025)</ref> die meisten Filial-Neubauten der Reichsbank in allen Teilen des Deutschen Reichs nach Habichts Entwürfen, es kam aber in einzelnen Fällen auch zu einer Zusammenarbeit des Reichsbank-Baubüros mit privaten Architekten.

Datei:Friedhof Schmargendorf - Grab Habicht.jpg
Grabmal der Familie Habicht in Schmargendorf

Habichts Bankgebäude verwendeten überwiegend Stilelemente der klassischen Antike wie Pilaster und Reliefplatten. Alle Reichsbankbauten heben sich aus der Menge der historistischen Bankgebäude als formal geschlossene Gruppe heraus; ihre Gestaltung vermittelte den gewünschten Reichseinheitsgedanken, steht aber auch im Zusammenhang mit den strikten Vorgaben des unter ökonomischen Aspekten aufgestellten Raumprogramms für alle Reichsbank-Filialen. Architekturhistoriker bezeichnen den Stil auch als „Reichsbank-Historismus“. Beim plastischen Fassadenschmuck arbeitete Habicht ab 1908 mit dem Baukeramiker John Martens und mit dem Bildhauer Julius Kühn zusammen.<ref name="ArchW11">Bild Reichsbank Nürnberg, Architekt Julius Habicht, Bildhauer Julius Kühnn, Modell von August Vogel. Berliner Architekturwelt, 1911, Heft 1, Abb. 3.</ref>

Kurz vor seinem Tod wurde Habicht 1912 Mitglied im Deutschen Werkbund.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitgliederverzeichnis des Deutschen Werkbunds von 1912, Seite 6 (Memento vom 19. April 2009 im Internet Archive)</ref>

Privates

Julius Habicht war verheiratet mit Gertraud Habicht (1881–1966), die ihren Mann um 54 Jahre überlebte. Das Ehepaar ist beigesetzt auf dem Berliner Friedhof Schmargendorf. Das von dem Bildhauer Josef Rauch geschaffene Grabmal steht unter Denkmalschutz.<ref>Wandgrab B 5-6 für Julius Habicht auf dem Friedhof Schmargendorf. In: denkmaldatenbank.berlin.de. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt - Berlin, abgerufen am 16. Oktober 2025.</ref>

Bauten

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  • 1907–1908: Reichsbank-Nebenstelle Hamborn
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  }}<ref name=":0">Grosse Berliner Kunstausstellung 1908, S. 302, Abb. 347, 348. In: digital.zlb.de. 1908, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Fotos des Architekturmodells).</ref>
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  • 1908–1909: Reichsbank-Nebenstelle Altena<ref>Bildarchiv Foto Marburg</ref><ref> David Gropp: Die Reichsbanknebenstelle in Altena. Teil eines neu entstandenen Stadtviertels. In: Denkmalpflege in Westfalen-Lippe, Jg. 2018, Heft 1, S. 4–11. (Digitalisat auf lwl.org, abgerufen am 16. Oktober 2025)</ref>
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  • 1909–1910: Reichsbank-Hauptstelle Mannheim<ref name="MB1912">Moderne Bauformen. Heft 3/1912 (Digitalisat)</ref><ref>Matthias Walter: Inszenierung des Heimischen. Reformarchitektur und Kirchenbau 1900–1920. Schwabe Verlag, Basel 2020, ISBN 978-3-7965-4004-2 (Digitalisat auf library.oapen.org, abgerufen am 16. Oktober 2025), S. 248 f.</ref>
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  • Reichsbank-Nebenstelle Gnesen
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  • Reichsbank-Nebenstelle Sonderburg (heute dänisch Sønderborg)<ref name=":0" />

Auch das 1900 bis 1907 erbaute und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude der Rheinisch-Westfälische Bank für Grundbesitz AG (seit 1919 Mitteldeutsche Creditbank, seit 1929 Commerz- und Privatbank AG) in Essen wird Julius Habicht zugeschrieben.

In einem nach seinem Tod erschienenen Sonderdruck der Zeitschrift Der Profanbau sind darüber hinaus folgende weitere Bauten erwähnt:<ref>Hugo Licht (Hrsg.), Philipp Nitze (Vorwort): Julius Habicht †, Berlin (= Sonderdruck der Zeitschrift Der Profanbau). J. J. Arndt, Leipzig o. J. (ca. 1912/1913).</ref>

Literatur

  • Walter Curt Behrendt: Julius Habicht. In: Berliner Architekturwelt, Jg. 15, 1913, Heft 10, S. 387–398. (Digitalisat auf digital.zlb.de, abgerufen am 16. Oktober 2025)
  • Hugo Licht (Hrsg.), Philipp Nitze (Vorwort): Julius Habicht †, Berlin (= Sonderdruck der Zeitschrift Der Profanbau). J. J. Arndt, Leipzig o. J. (ca. 1912/1913).
  • Margit Heinker: Die Architektur der Deutschen Reichsbank 1876–1918. Selbstverlag, Münster/W 1998, ISBN 3-00-003732-2. (Zugleich: Dissertation, Universität Münster/W., 1994)
  • Lidia Gerc: Architektura Banku Rzeszy w Toruniu na tle dzialalnosci budowlanej Juliusa Habichta (Die Architektur der Reichsbank zu Thorn vor dem Hintergrund der Bautätigkeit von Julius Habicht). Dissertation Torun 1998.
  • Lidia Gerc: Julius Habicht – architekt Banku Rzeszy. In: Studia z architektury nowoczesnej, Bd. 1, 2000, S. 27–63 (polnisch, mit englischer Zusammenfassung von James Gibbs). – Digitalisat auf journals.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 23. Januar 2026.

Weblinks

Commons: Julius Habicht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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