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Halothamnus subaphyllus

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Halothamnus subaphyllus
Datei:Halothamnus subaphyllus ssp charifii.JPG

Halothamnus subaphyllus subsp. charifii

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Salsoloideae
Tribus: Salsoleae
Gattung: Halothamnus
Art: Halothamnus subaphyllus
Wissenschaftlicher Name
Halothamnus subaphyllus
(C.A.Meyer) Botsch.

Halothamnus subaphyllus ist eine Pflanzenart der Gattung Halothamnus aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Halothamnus subaphyllus wächst meist als salz- und trockeheitstoleranter Halbstrauch mit Wuchshöhen von 0,5 bis 1,2 Meter oder auf Sand als Strauch mit Wuchshöhen von bis zu 2,5 Meter. Die Zweige besitzen eine blau-grüne oder grüne Rinde.

Die unteren Laubblätter sind halbstielrund, fleischig, bei einer Länge von bis zu 35 mm länglich bis linealisch. Die oberen Laubblätter sind bei einer Länge von nur 1 bis 4 mm schuppenförmig und besitzen an ihrer Basis und meist auch an Seiten sowie Spitze einen schmalen Hautrand. Die Blätter sind wechselständig und ganzrandig.

Generative Merkmale

Die ährigen Blütenstände sind locker und lang mit einzeln stehenden Blüten. Die Tragblätter ähneln den Blättern, an den oberen Blüten sind sie kürzer als die zwei Vorblätter und die Blüten und rundum hautrandig. Die schuppenförmigen, quer-ovalen, häutig umrandeten Vorblätter liegen der Blüte an und bilden zusammen mit dem Tragblatt einen flachen Becher. Die kleinen, zwittrigen und sitzenden Blüten mit einfacher Blütenhülle sind 3,2 bis 5,0 mm lang. Die fünf aufrechten Tepalen sind eiförmig. Es sind fünf kurz Staubblätter vorhanden. Der Fruchtknoten ist oberständig mit kurzem, zweiästigen Griffel oder zwei Narbenästen. Die Narben sind an ihrem oberen Ende gestutzt. Es ist ein fleischiger Diskus vorhanden.

Die geflügelte und einsamige, verhärtete Frucht (Schließfrucht) besitzt einen Durchmesser von 11 bis 17 mm. Ihre ungleichen, dachigen, ausgebreiteten, membranösen und rippigen, strohfarbigen bis rosa Flügel (Auswüchse der Blütenhülle) setzen in oder etwas unterhalb der Mitte an. Der Fruchttubus ist schüsselförmig nach unten verschmälert, mit vorspringenden Leisten, und weist an der flachen Basis fünf eiförmige bis rundliche Grübchen auf.

Unterscheidungsmerkmale der Unterarten

Die Art Halothamnus subaphyllus wird in drei Unterarten gegliedert, hier ihre Unterscheidungsmerkmale:

  • Halothamnus subaphyllus subsp. subaphyllus
  • Halothamnus subaphyllus subsp. psammophilus: Es ist ein bis 2,5 m hoher Strauch mit kürzeren, dünneren blütentragenden Zweigen und längeren oberen Blättern.
  • Halothamnus subaphyllus subsp. charifii: Bei ihm fallen in dessen Blattachseln dichte Büschel langer Kräuselhaare (Trichome) auf.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet von Halothamnus subaphyllus umfasst Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Iran, Afghanistan und Pakistan (Belutschistan). Er wächst in Steppen, Halbwüsten und Wüsten auf steinigen, lehmigen und sandigen, oft salz- oder gipshaltigen Böden bis in Höhen von 2400 Meter über Normalnull.

Nutzung

Halothamnus subaphyllus ist eine wichtige Futterpflanze in den beweideten Wüstengebieten Mittelasiens. Er wird von Schafen, Ziegen und Kamelen<ref name="Kinzikaeva">G. K. Kinzikaeva: Aellenia. In: P. N. Občinnikov (Hrsg.): Flora Tadžikskoj SSR. 3, S. 419–425. - Leningrad: Nauka, 1968.</ref> sowie von Rindern<ref>N. T. Nečaeva et al.: Žiznennye formy rastenij pustyni Karakumy. Moskva: Izdat. "Nauka", 1973.</ref> gefressen und wird daher als Kulturpflanze in künstlichen, rekultivierten Weideflächen angebaut.<ref>[1] (PDF; 1,6 MB) Combating Desertification – Traditional Knowledge and Modern Technology for the Sustainable Management of Dryland Ecosystems, UNESCO–MAB Drylands Series No. 4, 2005, S. 156.</ref> Besonders ertragreich ist die Unterart Halothamnus subaphyllus subsp. psammophilus. Die Halothamnus subaphyllus subsp. psammophilus wird auch zur Festigung von beweglichen Sanddünen angepflanzt.<ref name="Kinzikaeva" /> Halothamnus subaphyllus wird in der Volksmedizin bei Frauenkrankheiten, zur Kräftigung des Haares und bei Schafskrätze<ref>S. S. Sachobiddinov: Dikorastuŝie lekarstvennye rasteniâ Srednej Azii. Taškent: Gosizdat Uz.SSR, 1948.</ref> sowie bei Milzbrand und zur Wundheilung<ref>I. V. Larin: Kormovye rasteniâ senokosov i pastbuŝ SSSR 2. Moskva / Leningrad: G.I.S.L. 1951.</ref> verwendet. Die Pflanzen sind reich an medizinisch bedeutsamen Alkaloiden (Subaphyllin, Salsolin).<ref>A. F. Gammerman et al.: Lekarstvenny rasteniâ SSSR, rastitelnoe syr'e SSSR. Moskva / Leningrad: Izd. Akad. Nauk SSSR, 1957.</ref><ref>S. E. Zemlinskij: Lekarstvennye rasteniâ SSSR. Moskva: Medgiz, 1958.</ref> Außerdem dient Halothamnus subaphyllus als Färbepflanze für Stoffe.<ref>O. A. Enden: Krasil'nye rasteniâ Turkmenii. Trudy Turkmensk. Fil. Akad. Nauk SSSR 5, 1944.</ref> Die Asche von Halothamnus subaphyllus lieferte früher Soda und Pottasche für die Seifensiederei.<ref>P. Aellen: Chenopodiaceae, In: G. Hegi (Hrsg.: K. H. Rechinger): Illustrierte Flora von Mitteleuropa, 2. Aufl. 3 (2), Parey, Berlin/Hamburg 1961, S. 533–747.</ref><ref>N. V. Pavlov: Rastitel'noe syr'e Kazachstana. Moskva / Leningrad: Isdat. Akad. Nauk SSSR, 1947.</ref> In den Blättern wird Bor akkumuliert.<ref>N. M. Amanova, G. K Kinzikaeva: Marevye (Chenopodiaceae Vent.) Ûžnogo Tadžikistana kak nakopiteli bora. Izv. Akad. Nauk Tadžiksk. SSR Otd. Biol. Nauk 3, 1973, S. 18–24.</ref>

Systematik

Datei:Halothamnus subaphyllus as Salsola subaphylla in Eichwald.jpg
Illustration von Halothamnus subaphyllus aus der Erstbeschreibung von Carl Anton von Meyer, 1833

Die Erstbeschreibung dieser Art erfolgte 1833 durch Carl Anton von Meyer als Salsola subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />C.A.Meyer.<ref>Carl Anton von Meyer: Salsola subaphylla C.A.Mey. In: Karl Eduard Eichwald: Plantarum novarum vel minus cognitarum, 2, Leipzig, Voss, 1833 (publ. Ende 1835), S. 34, Tafel 24. (Erstbeschreibung).</ref> 1981 wurde sie von Victor Petrovič Botschantzev als Halothamnus subaphyllus (C.A.Meyer) Botsch. in die Gattung Halothamnus gestellt.<ref>Victor Petrovič Botschantzev: Revisio generis Halothamnus Jaub. et Spach (Chenopodiaceae). (russisch). In: Bot. Mater. Gerb. Bot. Inst. Komarova Akad. Nauk SSSR = Novosti Sistematiki Vysshikh Rastenii. 18, Moscow / Leningrad 1981, S. 171. (Neukombination zu Halothamnus).</ref>

Halothamnus subaphyllus wird in drei Unterarten gegliedert:

  • Halothamnus subaphyllus <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Botsch. subsp. subaphyllus (Syn.: Salsola subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />C.A.Meyer, Caroxylon subaphyllum <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Moq., Salsola subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />C.A.Meyer var. typica <templatestyles src="Person/styles.css" />Drobov, nom. inval, Salsola subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />C.A.Meyer subsp. typica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Drobov) Iljin, nom. inval., Aellenia subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Aellen, Aellenia subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Aellen subsp. eu-subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Aellen, nom.inval., Aellenia subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Botsch. ex Aellen, quoad nom., Aellenia subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Aellen subsp. subaphylla, Aellenia subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Aellen subsp. sabetii <templatestyles src="Person/styles.css" />Aellen, Salsola subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />C.A.Meyer var. arenaria <templatestyles src="Person/styles.css" />Drobov, Salsola arenaria <templatestyles src="Person/styles.css" />(Drobov) Iljin, nom. nud., Salsola subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />C.A.Meyer subsp. arenaria <templatestyles src="Person/styles.css" />(Drobov) Iljin, Aellenia subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Aellen subsp. turcomanica <templatestyles src="Person/styles.css" />Aellen, Aellenia turcomanica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aellen) Čer.)
  • Halothamnus subaphyllus <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Botsch. subsp. charifii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aellen) Kothe-Heinr.<ref>Gabriele Kothe-Heinrich: Revision der Gattung Halothamnus (Chenopodiaceae). Bibliotheca Botanica Bd. 143, Schweizerbart, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-510-48014-2, S. 140–145. (Neukombination von subsp. charifii)</ref> (Syn.:Aellenia subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Aellen subsp. charifii <templatestyles src="Person/styles.css" />Aellen, Aellenia subaphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Aellen subsp. gracilenta <templatestyles src="Person/styles.css" />Aellen, Halothamnus subaphylloides <templatestyles src="Person/styles.css" />Botsch.)
  • Halothamnus subaphyllus <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Meyer) Botsch. subsp. psammophilus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Botsch.) Kothe-Heinr.<ref>Gabriele Kothe-Heinrich: Revision der Gattung Halothamnus (Chenopodiaceae). Bibliotheca Botanica Bd. 143, Schweizerbart, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-510-48014-2, S. 145–146. (Neukombination von subsp. psammophilus)</ref> (Syn.:Halothamnus psammophilus <templatestyles src="Person/styles.css" />Botsch.)

Volksnamen

  • Usbekistan: Čogon, Čogan, Čugon
  • Kasachstan: Šongajna
  • Russisch: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Soljanka Malolistnaja)

Literatur

  • Gabriele Kothe-Heinrich: Revision der Gattung Halothamnus (Chenopodiaceae). In: Bibliotheca Botanica. Bd. 143, Schweizerbart, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-510-48014-2, S. 136–151: Schweizerbart Bibliotheca Botanica Bd. 143 - online.
  • Gabriele Kothe-Heinrich: Halothamnus. In: Karl Heinz Rechinger et al. (Edit.): Flora Iranica. Bd. 172, Chenopodiaceae, Akad. Druck, Graz 1997, ISBN 3-201-00728-5, S. 285–289 und fig. 7–8, Tafel 158.
  • E. Shamsutdinova, Z. Shamsutdinov: The fodder shrub – Halothamnus subaphyllus (C.A. Mey.) Botsch.: reproductive biology and seed productivity in the culture. IN: IOP Conf. Ser.: Earth Environ. Sci. 699(1) 012028, 2021, doi:10.1088/1755-1315/699/1/012028, online auf researchgate.net.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />