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Boston Consulting Group

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The Boston Consulting Group

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Rechtsform Partnership
Gründung 1963
Sitz Boston, Vereinigte StaatenDatei:Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten
Leitung Christoph Schweizer (President & CEO)
Mitarbeiterzahl 33.000 (2024)<ref name="aboutus">About Us. In: bcg.com. Abgerufen am 17. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umsatz 13,5 Mrd. USD (2024)<ref name="aboutus" />
Branche Unternehmensberatung
Website www.bcg.com
Stand: 31. Dezember 2024
Datei:Goodwin Procter Boston Office (square).jpg
Die Firmenzentrale in Boston (2019)

Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine US-amerikanische Unternehmensberatung. Sie wurde im Jahr 1963 gegründet. Die BCG befindet sich heute vollständig im Eigentum der Partner und Senior-Partner, die somit alle Anteile der Gesellschaft halten. Neue Partner werden von der Landesgesellschaft vorgeschlagen und von der weltweiten Partnergruppe gewählt. Die Rechtsform der amerikanischen Muttergesellschaft ist „Corporation/Inc.“ (siehe auch Gesellschaftsrecht der Vereinigten Staaten), die deutsche Tochtergesellschaft ist als GmbH organisiert.

BCG selbst versteht sich als Strategieberatung; diese gliedert sich in verschiedene Themengebiete.

Geschichte

Die Boston Consulting Group wurde 1963 von Bruce Henderson (1915–1992) in Boston gegründet. Er baute, nach 18 Jahren Industrieerfahrung bei Westinghouse von der Unternehmensberatung Arthur D. Little kommend, zunächst eine Beratungsabteilung der Boston Safe Deposit and Trust Company auf.<ref></ref> Zwischen 1975 und 1979 kaufte sich das zukünftige Management durch ein Mitarbeiter-Aktienoptionsprogramm von „Boston Safe Deposit and Trust“ los. Danach wurde „Strategie“ als Beratungsfokus definiert und die Boston Consulting Group gegründet.<ref>Dietmar Fink, Bianca Knoblach: Die großen Management Consultants: Ihre Geschichte, ihre Konzepte, ihre Strategien. Verlag Vahlen, München 2003, ISBN 3-8006-2881-3 (vgl. Seite 93 ff.; relevanter Abschnitt auch als Leseprobe: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die großen Management Consultants. Ihre Geschichte, ihre Konzepte, ihre Strategien (Memento vom 6. August 2016 im Internet Archive) auf der Website von C. H. Beck (PDF; 48 KB)).</ref>

1973 verließen Bill Bain und andere Mitarbeiter BCG und gründeten die Unternehmensberatung Bain & Company.

1998 gründete BCG das „Strategy Institute“. Ziel war, das strategische Denken des Unternehmens zu verbessern, indem Erkenntnisse aus akademischen Disziplinen für die Ermittlung von strategischen Herausforderungen an Wirtschaft und Gesellschaft genutzt werden.<ref>BCG History: 1998. In: bcg.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. März 2015; abgerufen am 28. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2000 gründete BCG die 100%ige Tochtergesellschaft Platinion GmbH mit Sitz an den Standorten Köln, München, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Mailand, New York und an mehreren Standorten in Asien. Ihr Kerngeschäft ist die IT-Beratung.<ref>The History of Boston Consulting Group. In: bcg.com. Abgerufen am 28. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Delivering Impact at Speed. Our History. BCG Platinion, abgerufen am 28. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2014 wurde die Tochterfirma BCG Digital Ventures mit Sitz in Manhattan Beach, Berlin, London und Sydney gegründet. BCGDV entwickelt und vermarktet neue digitale Produkte und Geschäftsmodelle mit dem Ziel, die Transformation und Modernisierung in Großkonzernen zu beschleunigen. 2015 gründete BCG die Tochterfirma BCG GAMMA als Kompetenzzentrum für die Datennutzung.<ref>BCG GAMMA – Advanced Analytics & Data Science Consulting. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juni 2022; abgerufen am 8. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit BrightHouse übernahm BCG 2015 eine Beratungsfirma, die auf Zweck-Beratung spezialisiert ist.<ref>Boston Consulting Group: Holger Lindhardt steigt bei der Purpose-Beratung Brighthouse ein. Abgerufen am 8. Mai 2020.</ref> 2016 übernahm BCG die Einkaufs- und Supply-Chain-Management-Beratung Inverto mit Standorten in Deutschland, Österreich, Großbritannien und China.<ref>Thomas Rüschen: Unternehmensberatung als Inhalt des Consulting-Banking. In: Consulting-Banking. Gabler Verlag, Wiesbaden 1990, ISBN 3-409-13730-0, S. 24–46, doi:10.1007/978-3-322-88031-4_3.</ref> 2019 entstand das Center for Climate Action als Kompetenzzentrum für Klimastrategien mit dem Ziel, Wettbewerbsvorteile für Unternehmen in einer dekarbonisierten Wirtschaft zu erzielen.<ref>Center for Climate & Sustainability. In: bcg.com. Abgerufen am 28. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Heute existieren mehr als 100 Büros in über 50 Ländern. Das erste deutsche Büro wurde 1975 in München eröffnet. In Deutschland hat Boston Consulting Büros in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Von April 2019 bis Dezember 2020 war Matthias Tauber Chef von BCG Deutschland, Österreich sowie Mittel-/Osteuropa und folgte auf Carsten Kratz, der von 2013 bis März 2019 die Geschäfte von BCG Deutschland leitete. Im Januar 2022 übernahm Michael Brigl die Geschäfte für BCG im deutschsprachigen Raum und Osteuropa (Central Europe) von Matthias Tauber. Der wiederum ist seither für Europa, den Nahen Osten und Südamerika zuständig (EMESA).<ref>Private-Equity-Experte Michael Brigl wird neuer Deutschlandchef von BCG. Abgerufen am 3. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Gaza Humanitarian Foundation

Im Jahr 2025 geriet die Arbeit der Boston Consulting Group im Gazastreifen in den Mittelpunkt einer internationalen Kontroverse. Die Unternehmensberatung war zunächst auf pro-bono-Basis an der Gründung der von israelischen Geschäftsleuten initiierten und von Israel sowie den USA unterstützten Gaza Humanitarian Foundation (GHF) beteiligt, die humanitäre Hilfe außerhalb des üblichen UN-Systems koordinieren sollte. Die Initiative wurde bereits zum Start von heftiger Kritik begleitet, da sie mit dem Tod Hunderter Zivilisten in Verbindung stand und internationale Vorwürfe wegen fehlender Transparenz sowie politischer Einflussnahme laut wurden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Boston Consulting Group: Wirken in Gaza holt US-Beraterfirma ein.] ORF, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. Juli 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Parallel zur Arbeit an der GHF entwickelte ein Team von BCG-Beratern unter Mitwirkung des Tony Blair Institute im Auftrag einer Gruppe israelischer Unternehmer ein umfassendes wirtschaftliches Modell zur Nachkriegsentwicklung Gazas. Dieses sah unter anderem die Errichtung einer „Trump Riviera“ und einer „Elon Musk Smart Manufacturing Zone“ vor und wurde in Form eines Strategiepapiers an die Trump-Regierung sowie weitere Akteure im Nahen Osten übermittelt.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: Financial Times, 6. Juli 2025 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Ein besonders umstrittener Bestandteil der Modellierung war ein Vorschlag zur „freiwilligen“ Umsiedlung von bis zu 500.000 Palästinensern aus dem Gazastreifen in Drittstaaten wie Somalia, Somaliland, Ägypten, Jordanien oder die Vereinigten Arabischen Emirate. Die zugrundeliegenden Berechnungen prognostizierten wirtschaftliche Vorteile in Höhe von 4,7 Milliarden US-Dollar für aufnehmende Staaten innerhalb der ersten vier Jahre. Die Modellannahmen sahen auch vor, dass der Großteil der Umsiedler dauerhaft im Ausland verbleiben würde. Die Pläne wurden von den Vereinten Nationen mit dem Vorwurf der ethnischen Säuberung kritisiert und stießen auf breite Ablehnung seitens europäischer Regierungen sowie arabischer Nachbarstaaten, die eine Destabilisierung ihrer Bevölkerungsstruktur befürchteten.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Financial Times. Abgerufen im 7. August 2025 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Middle East Eye, 6. Juli 2025. Abgerufen im 7. August 2025 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

BCG erklärte später, dass das Projekt nicht autorisiert gewesen sei und ohne Zustimmung der Unternehmensleitung durchgeführt wurde. Die beteiligten leitenden Mitarbeiter hätten die Art und den Umfang der Arbeit wiederholt falsch dargestellt und seien deshalb im Juni 2025 entlassen worden. Der damalige CEO von BCG sprach von „schwerwiegenden Prozessfehlern“ und bezeichnete das Projekt als „sehr rufschädigend“.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Wall Street Journal. Abgerufen im 18. Juli 2025 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Der Skandal löste eine umfassende Aufarbeitung innerhalb des Unternehmens aus und führte zu externen Untersuchungen, unter anderem durch ein britisches Parlamentskomitee. Auch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen kündigte an, seine Zusammenarbeit mit BCG aufgrund der Enthüllungen zu überprüfen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Financial Times. Abgerufen im 7. August 2025 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Consultancy-me.com, 7. Juni 2025. Abgerufen im 7. August 2025 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Steuervermeidung

Wie im Rahmen der Luxemburg-Leaks-Affäre 2014 bekannt wurde, hat die Boston Consulting Group durch rechtlich verbindliche Absprachen (Advance Tax Rulings) mit Luxemburger Behörden Steuervermeidung betrieben.<ref>Michael Ide: Huge Leak On Luxemburg Tax Deals Now Available Online. In: ValueWalk. 6. November 2014, abgerufen am 20. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Martin Hesse, Dinah Deckstein: Wie millionenschwere Unternehmensberater den Steuernachlass auf Schichtarbeit ausnutzen. In: Der Spiegel. 16. Januar 2018, abgerufen am 20. Juni 2024.</ref>

Weblinks

Commons: Boston Consulting Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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