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Keiko Fujimori

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Datei:Keiko Fujimori 2.jpg
Keiko Fujimori (2010)

Keiko Sofía Fujimori Higuchi (* 25. Mai 1975 in Lima)<ref>The Fall of Fujimori, abgerufen am 5. November 2018.</ref> ist eine peruanische Politikerin (Fuerza Popular).

Leben

Herkunft, Ausbildung, Privatleben

Keiko Fujimori ist die Tochter des ehemaligen peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori und der früheren Kongressabgeordneten Susana Higuchi.<ref>sify.com</ref>

Im Jahr 1992 beendete sie ihre Schullaufbahn an der Sagrados Corazones Recoleta in Lima. Im folgenden Jahr ging sie für ein betriebswirtschaftliches Studium in die Vereinigten Staaten. Sie begann das Studium an der Stony Brook University und erwarb 1997 einen Bachelor-Abschluss an der Boston University.

Keiko Fujimori ist mit Mark Vito Villanella verheiratet, einem US-Amerikaner, der 2009 die peruanische Staatsbürgerschaft annahm. Sie haben mit der 2007 geborenen Kyara Sofia und der 2009 geborenen Kaori Marcela zwei Töchter.

Anfänge der politischen Karriere

Nach der Scheidung ihrer Eltern ernannte ihr Vater sie im August 1994 zur Primera Dama von Peru. Im Alter von 19 Jahren und noch während ihres Studiums wurde sie damit zur jüngsten First Lady des amerikanischen Kontinents.<ref>reuters.com</ref>

Nach dem Rücktritt ihres Vaters blieb Keiko bis 2004 in Peru und erwarb anschließend einen Abschluss als Master of Business Administration (MBA) an der Columbia University in New York.<ref>NorthJersey.Com. „Peruvian candidate Fujimori courts votes in North Jersey“, NorthJersey.Com (abgerufen am 17. April 2011): „Fujimori, who holds a master degree in business administration from Columbia University“</ref> Allerdings unterbrach sie 2005 für die Rückkehr nach Peru ihr Studium, nachdem ein Auslieferungsverfahren gegen ihren Vater angestrengt worden war. Sie wurde Anführerin der politischen Gruppierung „Fujimorista“. Im April 2006 wurde sie zur Abgeordneten des Kongresses von Peru gewählt.<ref>http://www.businessweek.com/news/2010-06-30/fujimori-nostalgia-makes-daughter-a-peru-presidential-contender.html „Fujimori Nostalgia Makes Daughter a Peru Presidential Contender,“ Bloomberg BusinessWeek (abgerufen am 17. April 2011)</ref>

Als Kongressabgeordnete und Parteivorsitzende setzte sich Keiko Fujimori, ähnlich wie zuvor ihr Vater, insbesondere für eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze ein.<ref name="reu">Reuters: Analysis: Two polarizing figures may meet in Peru run-off</ref> In ihrer Rolle als Oppositionsführerin wurde unter anderem ein Gesetz vorgeschlagen, das Zuwendungen für Gefangene beschränkt, die schwerwiegende Straftaten begangen haben. Außerdem wurde von ihr ein weiteres Gesetz vorgeschlagen, das Richter zur Verhängung von Höchststrafen für Wiederholungstäter verpflichtet. Gemeinsam mit anderen Fujimorista-Kongressabgeordneten arbeitete sie an einem Entwurf für ein Gesetz, das die Todesstrafe für schwerwiegende Verbrechen ermöglichen soll.<ref name="reu" />

Parteigründung und Präsidentschaftswahlen

Im Jahr 2009 begann Keiko Fujimori mit der Sammlung von Unterschriften für die Gründung ihrer eigenen politischen Partei, Fuerza Popular. Nachdem im ganzen Land mehr als eine Million Unterschriften gesammelt worden waren, erkannte die zuständige Verwaltungsstelle Jurado Nacional de Elecciones die Partei im März 2010 formell an.<ref>Bloomberg BusinessWeek. „Fujimori Nostalgia in Peru Fuels Daughter’s Candidacy“, Bloomberg Business Week (abgerufen am 17. April 2011)</ref>

Meinungsumfragen räumten ihr gute Chancen für einen Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2011 ein.<ref>„Fujimori Nostalgia Makes Daughter a Peru Presidential Contender,“ Bloomberg BusinessWeek (abgerufen am 17. April 2011)</ref> Im Wahlkampf sprach sie sich für eine liberalisierte Wirtschaftspolitik und eine schärfere Sicherheitspolitik aus. Unter anderem sollten private Investitionen gefördert, die Todesstrafe eingeführt und mehr Gefängnisse gebaut werden. Während des Wahlkampfes wurde ihr ein nachlässiger Umgang mit Menschenrechten vorgeworfen.<ref name="reu" /> Immer wieder wurde öffentlich vermutet, ob die Befreiung ihres Vaters aus dem Gefängnis das Hauptziel der Kandidatur Keiko Fujimoris und allgemein der Fuerza Popular sei. In Erwiderung dieser Vermutungen äußerte sich Fujimori Mitte April 2011 gegenüber der Presse mit den Worten: „Yo juro por Dios que no voy a indultar a Alberto Fujimori“<ref>Radio Programas del Perú (RPP). " Keiko Fujimori: Juro por Dios que no indultaré a mi padre", (abgerufen am 24. Mai 2011)</ref> (deutsch: „Ich schwöre bei Gott, dass ich Alberto Fujimori nicht begnadigen werde“). Eine entsprechende Beteuerung des Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten ihrer Partei war dieser Aussage vorausgegangen. Die Stichwahl gegen den Politiker Ollanta Humala verlor sie Anfang Juni 2011 knapp.<ref>taz.de vom 6. Juni 2011</ref>

Datei:Keiko No va.jpg
Parole in Lima gegen Keiko Fujimori in Erinnerung an die massenhaften Zwangssterilisationen insbesondere von Quechua-Frauen unter der Regierung Alberto Fujimori, als Keiko Primera Dama war

Zur Präsidentschaftswahl 2016 trat Fujimori erneut an. Im ersten Wahlgang kam sie vor Pedro Pablo Kuczynski und Verónika Mendoza auf den ersten Platz, verfehlte dabei aber mit 39,2 % der Stimmen die absolute Mehrheit, wodurch eine Stichwahl erforderlich wurde.<ref>Präsidentenwahl in Peru Fujimori gewinnt ersten Wahlgang. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. April 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 11. April 2016]).</ref> Im zweiten Wahlgang unterlag sie knapp dem ehemaligen Ministerpräsidenten Pedro Pablo Kuczynski, der mit 50,12 % der Stimmen zum neuen Staatspräsidenten gewählt wurde. Die Partei Fuerza Popular besaß hingegen im Parlament eine absolute Mehrheit.

Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit im Zuge der umfassenden Bestechung lateinamerikanischer Politiker durch den Odebrecht-Konzern wurde Keiko Fujimori im Oktober 2018 in Untersuchungshaft gesetzt, zunächst für acht Tage, dann durch ein zweites Urteil für bis zu 36 Monate bis zum Abschluss der Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche.<ref>Jahrelange U-Haft für Perus Oppositionschefin, Deutsche Welle, 1. November 2018, abgerufen am 5. November 2018.</ref> Im November 2019 hob das Verfassungsgericht die Untersuchungshaft auf.<ref>Tribunal Constitucional decidió excarcelar a Keiko Fujimori, abgerufen am 26. November 2019.</ref>

Bei der Präsidentschaftswahl 2021 holte Fujimori 13,4 % der Stimmen. Dies reichte aus, um als Zweitplatzierte gegen den Linkspopulisten Pedro Castillo in die Stichwahl zu ziehen. Nach erfolglosen Versuchen, Teile der abgegebenen Stimmen für ungültig erklären zu lassen, unterlag sie schließlich knapp mit 49,87 % zu 50,12 %.<ref>Peru: Pedro Castillo gewinnt Präsidentschaftswahl. In: Der Spiegel. 20. Juli 2021, abgerufen am 20. Juli 2021.</ref> Moises Vega Romero, einer der leitenden Gewerkschafter Perus, warf Fujimori aufgrund ihrer Verzögerungstaktik vor, einen „langsamen Staatsstreich“ durchführen zu wollen.<ref>Andreas Knobloch: Langsamer Staatsstreich. In ver.di Publik 5/2021, S. 8.</ref>

Bei der Präsidentschafts- und Parlamentswahl 2026 trat Fujimori erneut an und erreichte in einem stark zersplitterten Feld von 35 Kandidaten im ersten Wahlgang rund 17 % der Stimmen, womit sie zum vierten Mal in Folge in eine Stichwahl um das Präsidentenamt einzog.<ref name="france24-2026">Peru’s Sanchez to face Fujimori in runoff as rival signals protests over fraud. In: France 24. 16. April 2026, abgerufen am 20. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="elmundo-2026a">Daniel Lozano: Keiko Fujimori disputará la Presidencia de Perú por cuarta vez tras triunfar en la primera vuelta. In: El Mundo. 13. April 2026, abgerufen am 20. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der erste Wahlgang wurde von erheblichen logistischen Problemen überschattet: In Lima konnten 211 Wahltische in 15 Wahllokalen wegen fehlenden oder verspätet angelieferten Wahlmaterials zunächst nicht eingerichtet werden, sodass mehr als 63.000 Wahlberechtigte erst am Folgetag abstimmen konnten.<ref name="elpais-2026">Renzo Gómez Vega: Keiko Fujimori consolida su pase a la segunda vuelta en Perú. In: El País. 14. April 2026, abgerufen am 20. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Fujimori erklärte dazu, organisatorische Mängel dürften das Wahlrecht der Bürger nicht beeinträchtigen, und äußerte sich solidarisch mit den Betroffenen.<ref name="elpais-en-2026">Renzo Gómez Vega; Reuters: With 37% of ballots counted, Keiko Fujimori leads Peru’s presidential race and is set to advance to runoff. In: El País. 13. April 2026, abgerufen am 20. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="elpais-2026" /> Nach ersten Projektionen sollte Fuerza Popular zudem 22 der 60 Sitze im Senat und 41 der 130 Sitze im Kongress erringen.<ref name="elmundo-2026a" />

Weblinks

Commons: Keiko Fujimori – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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