Erwin Gniza
Erwin Gniza (* 6. August 1910 in Weinböhla; † 29. Juli 2006 in Dresden) war einer der Wegbereiter der deutschen Arbeitsschutztheorie.
Leben
Gniza studierte Pädagogik und Musik an der TH Dresden, wobei er sich sein Studium als Tanzmusiker finanzierte. Nach seinem Probejahr im Schuldienst wechselte er in die Psychologie.
In den 1940er Jahren befasste sich Erwin Gniza als Assistent von Werner Straub mit psychologischen Fragen des Arbeitsschutzes.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Psychologie in Dresden ( vom 18. März 2009 im Internet Archive) auf den Webseiten der TU Dresden. (Abgerufen am 8. April 2009.)</ref> Am 19. Oktober 1940 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Januar 1941 aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.340.223).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/11191269</ref><ref>Deutschsprachige Psychologinnen und Psychologen 1933-1945. Wiesbaden 2017. S. 138</ref> Am Institut für Arbeitsökonomie und Arbeitsschutz in Dresden war er ab 1953 als stellvertretender Direktor tätig. Zusammen mit Erhard Möhler und Bruno Schneider entwickelte Gniza in den 1950er Jahren die Wegetheorie des Arbeitsschutzes. Heute gehören die Ansätze der Verhältnis- und Verhaltensprävention zum Allgemeingut des Arbeitsschutzes und spiegeln sich im Vorschriften- und Regelwerk wider.
Ein weiteres Arbeitsfeld war die Forschung zur Frage der menschlichen Fehlhandlungen. Der Arbeitspsychologe brachte das Konzept der „Fehlhandlung als aktuelle Überforderung“ in den Arbeitsschutz ein. Neben der „Arbeitspsychologie“ lehrte er ebenso Persönlichkeitspsychologie, Psychodiagnostik und Statistik.
Im Dezember 2001 überreichte der sächsische Wissenschaftsminister Hans Joachim Meyer Erwin Gniza im Auftrage des Bundespräsidenten für sein Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz am Bande.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref>Sachsen gestern und heute: Sächsische Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: sachsen.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. September 2016; abgerufen am 23. Dezember 2014.</ref> In der DDR erhielt er 1960 den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze und 1970 in Silber.<ref>Neues Deutschland, 7. Oktober 1960, S. 4</ref><ref>Neues Deutschland, 31. Juli 1970, S. 2</ref> 1987 wurde er Ehrendoktor der TU Dresden.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehrendoktoren der Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften ( vom 28. Januar 2016 im Internet Archive) der TU Dresden</ref>
Weblinks
- Literatur von und über Erwin Gniza im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gniza, Erwin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Psychologe, Wegbereiter der Arbeitsschutztheorie in Deutschland |
| GEBURTSDATUM | 6. August 1910 |
| GEBURTSORT | Weinböhla |
| STERBEDATUM | 29. Juli 2006 |
| STERBEORT | Dresden |
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- Kognitionspsychologe
- Person (Arbeitsschutz)
- Hochschullehrer (Technische Universität Dresden)
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- Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Silber
- Ehrendoktor der Technischen Universität Dresden
- NSDAP-Mitglied
- Deutscher
- Geboren 1910
- Gestorben 2006
- Mann