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Daniel Caspary

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Datei:Daniel Caspary 2019.jpg
Daniel Caspary, 2019

Daniel Caspary (* 4. April 1976 in Karlsruhe) ist ein deutscher Politiker (CDU). Seit 2026 ist er Mitglied des Europäischen Rechnungshofs. Zuvor war er von 2004 bis 2026 Mitglied des Europäischen Parlaments und dort von 2017 bis 2025 Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe.<ref>Vorstand. In: CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament. Abgerufen am 4. Januar 2018.</ref><ref>Daniel Caspary auf der Website des Europa-Parlaments</ref>

Ausbildung und Beruf

Daniel Caspary bestand sein Abitur 1995 am Thomas-Mann-Gymnasium Stutensee, danach diente er bei der Bundeswehr (Oberleutnant der Reserve). Er beendete sein Studium an der Universität Karlsruhe als Technischer Diplom-Volkswirt.

Während seines Studiums arbeitete er als persönlicher Referent des Landwirtschaftsministers von Baden-Württemberg und Landtagsabgeordneten Peter Hauk. Weitere Stationen in Casparys beruflichem Werdegang waren Praktika bei J. P. Morgan in Frankfurt am Main und London, die Mitarbeit bei Gerhard Seiler an der Universität Karlsruhe sowie bei der MVV Energie AG in Mannheim.

Politische Tätigkeiten

Daniel Caspary war als Jugendlicher in der Jungen Union (JU) aktiv. Sein politisches Interesse wurde geweckt, als er sich als Schüler für einen Nachtbus von Karlsruhe in seinen Heimatort Stutensee einsetzte.<ref>Von der Schulbank ins Europaparlament, in: BNN Nr. 163, 17. Juli 2012.</ref> Von 1999 bis 2002 war er stellvertretender Landesvorsitzender der JU Baden-Württemberg, von 2001 bis 2008 Bezirksvorsitzender der Jungen Union Nordbaden. Von 2010 bis 2024 war Caspary Kreisvorsitzender der CDU Karlsruhe-Land.<ref>CDU-Kreisverband Karlsruhe Land: CDU Kreisverband Karlsruhe Land. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Januar 2018; abgerufen am 8. Juni 2017.</ref> Von 2011 bis 2025 war er Mitglied des Präsidiums der CDU Baden-Württemberg, von 2017 bis 2025 als stellvertretender Landesvorsitzender.<ref>Landesvorstand. CDU Baden-Württemberg, abgerufen am 8. Juni 2017.</ref>

Von 1999 bis 2009 war Caspary Mitglied im Stadtrat von Stutensee, zunächst für die Junge Liste Stutensee (JLS) und ab 2004 für die CDU.

Von 2004 bis 2026 war Caspary Abgeordneter des Europäischen Parlaments, wo er der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) angehörte. Er war Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel (INTA) und war dort von 2009 bis 2017 Koordinator (Sprecher) seiner Fraktion.<ref>Daniel CASPARY. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />eppgroup.eu (Memento vom 5. Januar 2018 im Internet Archive) [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> Gemeinsam mit dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Jyrki Katainen, leitete Caspary die Sitzungen der europäischen EVP-Handelsminister bis 2017.<ref>EPP – European People's Party: Ministerial Meetings. Abgerufen am 8. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von 2014 bis 2017 war Caspary Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe. Als Nachfolger Herbert Reuls wurde Caspary im Juli 2017 zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament gewählt.<ref>Vorstand – CDU/CSU-Gruppe im EP. Abgerufen am 4. Januar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Damit wurde er auch beratender Teilnehmer des CDU-Bundesvorstands.<ref>CDU Deutschlands: Statutenbroschüre. (PDF) Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Mai 2019; abgerufen am 5. Januar 2018.</ref> Im Dezember 2025 folgte ihm Niclas Herbst in diesem Amt nach.<ref>Niclas Herbst wins key role as Merz's EU Parliament chief. 9. Dezember 2025, abgerufen am 9. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe war er zudem Mitglied des EVP-Fraktionsvorstandes sowie Mitglied im Präsidium der CDU Deutschlands.<ref>Daniel CASPARY. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />eppgroup.eu (Memento vom 5. Januar 2018 im Internet Archive) [abgerufen am 4. Januar 2018]).</ref>

Des Weiteren war er als Europaabgeordneter Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union im Deutschen Bundestag.<ref>Deutscher Bundestag – VIII. Vorlagen und ihre Behandlung. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> Ab 2019 war er Vorsitzender der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zu den Ländern Südostasiens und dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN).<ref>Daniel CASPARY | Abgeordnete. Europäisches Parlament, abgerufen am 10. Dezember 2019.</ref> Ab 2004 war er Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Außenhandelsstrategie der EU.<ref>BERICHT über eine neue Handelspolitik für Europa im Rahmen der Strategie Europa 2020 – A7-0255/2011. Abgerufen am 8. Juni 2017.</ref> Caspary war zudem Berichterstatter des Legislativprozesses zum öffentlichen Beschaffungswesen und den Zugang von Waren und Dienstleistungen aus Drittländern zum EU-Binnenmarkt für das öffentliche Beschaffungswesen.<ref>BERICHT über den Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über den Zugang von Waren und Dienstleistungen aus Drittländern zum EU-Binnenmarkt für das öffentliche Beschaffungswesen und über die Verfahren zur Unterstützung von Verhandlungen über den Zugang von Waren und Dienstleistungen aus der Union zu den öffentlichen Beschaffungsmärkten von Drittländern – A7-0454/2013. Abgerufen am 8. Juni 2017.</ref> Er war in der 10. Legislaturperiode (2024–2029) erneut Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung.<ref>Abgeordneten-Datenbank. In: Europäisches Parlament. Abgerufen am 1. September 2024.</ref>

Im Mai 2016 listete das Politmagazin Politico Caspary in einem Ranking der vierzig einflussreichsten Europaabgeordneten unter allen Mandatsträgern auf dem 16. Rang.<ref>The 40 MEPs who actually matter: the ranking. In: POLITICO. 19. Mai 2016 (politico.eu [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> In einem aktualisierten Ranking im März 2017 wurde Caspary auf Rang 25 geführt.<ref>40 MEPs who matter in 2017: the ranking. In: POLITICO. 9. März 2017 (politico.eu [abgerufen am 8. Juni 2017]).</ref> Im November 2016 stufte die Nichtregierungsorganisation VoteWatch Europe Caspary als zweiteinflussreichsten Handelspolitiker im Europäischen Parlament ein.<ref>Who are the EU Parliamentarians that shape EU’s trade policy? | VoteWatch. Abgerufen am 8. Juni 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Januar 2020 wurde Caspary erneut von Politico als einer der zwanzig einflussreichsten Abgeordneten des Parlaments bezeichnet.<ref>Maïa de La Baume: 20 MEPs to watch in 2020 – POLITICO. In: politico.eu. 13. Januar 2020, abgerufen am 3. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im November 2008 war Caspary unter den EU-Abgeordneten, die die Anschläge auf das Hotel Taj Mahal im indischen Mumbai vor Ort miterlebten.<ref>http://www.bild.de/news/vermischtes/news/ueber-die-situation-nach-den-terroranschlaegen-6648894.bild.html</ref>

Ende Februar 2026 legte Caspary sein Mandat nieder, bevor er sein Amt beim Europäischen Rechnungshof antrat. Für ihn rückte Marie-Sophie Lanig ins Europaparlament nach.

Zum 1. März 2026 wurde Caspary deutscher Vertreter beim Europäischen Rechnungshof.<ref>Europäischer Rechnungshof: Abgeordnete unterstützen Kandidaten aus Deutschland. In: europarl.europa.eu. 20. November 2025, abgerufen am 17. Dezember 2025.</ref><ref>Beschluss (EU) 2026/422 des Rates vom 17. Februar 2026 zur Ernennung eines Mitglieds des Rechnungshofs, ABl. L 2026/422</ref>

Politische Positionen und Kritik

Transatlantisches Freihandelsabkommen

Im Rahmen seiner Tätigkeit im Ausschuss für internationalen Handel engagierte sich Caspary für den Abschluss des transatlantischen Handels- und Investitionsabkommens zwischen der EU und den USA.<ref>„Es macht Sinn, wenn sich die westlichen Volkswirtschaften enger abstimmen“. In: Deutschlandfunk Kultur. 8. Juli 2013, abgerufen am 8. Juni 2017.</ref> So rief er im März 2013 die Veranstaltung „Friends of TTIP“ als offene Diskussionsplattform im Europäischen Parlament ins Leben, in deren Rahmen das transatlantische Handels- und Investitionsabkommen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kontrovers diskutiert wird.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TTIP-Themenseite auf persönlicher Homepage (Memento vom 3. Juni 2019 im Internet Archive)</ref>

Demonstration gegen EU-Urheberrechtsreform

Wenige Tage vor Abstimmung im EU-Parlament zur umstrittenen EU-Urheberrechtsreform behauptete Daniel Caspary in der Bild-Zeitung: „Nun wird offensichtlich versucht, auch mit gekauften Demonstranten die Verabschiedung des Urheberrechts zu verhindern. Bis zu 450 Euro werden von einer sogenannten NGO für die Demoteilnahme geboten.“<ref>Anne Merholz, Florian Kain: Wegen Abstimmung zu Upload-Filtern im Europarlament – Deutscher Abgeordneter bekam Morddrohungen. In: bild.de. 23. März 2019, abgerufen am 23. März 2019.</ref> Selbst Abgeordnete der CDU bezeichneten diese Äußerungen als „Irrsinn“ und „katastrophal“. Sie seien respektlos und würden den Protest von mehr als 100.000 herabwürdigen.<ref>"Gekaufte Demonstranten": CDU-Abgeordnete wüten gegen CDU-Tweet. In: zdf.de. Abgerufen am 14. Juli 2020.</ref><ref>Mehr als 100.000 Menschen demonstrieren gegen Uploadfilter. golem.de</ref> Sowohl die Bild – sowie deren Verlag Axel Springer SE – als auch Daniel Caspary selbst gehören zu den Befürwortern der EU-Urheberrechtsreform. Daniel Caspary schränkte seine Behauptung später auf Twitter und in einem Interview mit dem Deutschlandfunk ein, indem er angab, sich nur auf einen geringen Anteil an „gekauften Demonstranten“ bezogen zu haben. Er habe jedoch niemals alle Demonstranten gemeint.<ref>EU-Urheberrechtsreform – „Müssen endlich mal all die Kunst- und Kulturschaffenden schützen“.</ref>

Sonstige Ämter

Daniel Caspary ist Mitglied der Europa-Union, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt sowie der Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament.<ref>Europa-Union Parlamentarier im Europäischen Parlament. Abgerufen am 8. August 2025.</ref>

Privates

Daniel Caspary ist verheiratet und hat fünf Kinder. Er wohnt in Weingarten im Landkreis Karlsruhe.<ref>Über mich. In: Daniel Caspary MdEP. Abgerufen am 8. Juni 2017.</ref><ref>Fünf Kinder und zwei Karrieren: EU-Politiker Daniel Caspary und seine Frau über Beruf und Familie. In: Badische Neueste Nachrichten, 7. Januar 2020.</ref>

Schriften

  • mit Jan Wißwässer und Julia Wolffson: EU und Mercosur – Ziele, Strategien und aktuelle Herausforderungen. In: Erich G. Fritz (Hrsg.): Brasilien: Auf dem Sprung zur Weltwirtschaftsmacht? Athena Verlag, Oberhausen 2013, ISBN 978-3-89896-550-7.
  • mit Jan Wißwässer: ACTA – Das Symbol. Urheberrecht im europapolitischen Fokus. In: Die Politische Meinung. 9/2012, 514, Konrad-Adenauer-Stiftung, ISSN 0032-3446, S. 10–14
  • mit Martina Chudejova und Jan Wißwässer: Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien. In: Erich G. Fritz (Hrsg.): Entwicklungsland, Schwellenland, Global Player: Indiens Weg in die Verantwortung. Athena Verlag, 2010, ISBN 978-3-89896-401-2.
  • Daniel Casparyː Mitglied des Europäischen Parlaments, Einblicke 2004–2019, von uns für Deutschland und Europa, ISBN 978-3-00-059375-8

Weblinks

Commons: Daniel Caspary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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